IHK-Geschäftsbericht 2025
Nr. 5841880
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International

Im Austausch: Delegationsreise führte nach Derby und Birmingham

Die 17-köpfige Delegation aus Osnabrück unter Leitung von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter und IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf informierte sich im Vereinigten Königreich über die wirtschaftliche Entwicklung fünf Jahre nach dem Brexit. Ziel der Reise war es, bestehende Kontakte – insbesondere zur Partnerstadt Derby – zu pflegen sowie neue Verbindungen zu Politik, Wirtschaft und Unternehmen aufzubauen. Auf dem Programm standen Gespräche mit Vertretern aus Politik und Wirtschaftsförderung sowie Unternehmensbesuche, unter anderem bei der Niederlassung der Titgemeyer GmbH & Co. KG in Tipton und beim Triebwerkshersteller Rolls-Royce in Derby.
Deutlich wurde dabei, dass das Vereinigte Königreich trotz der Auswirkungen des Brexit weiterhin ein wichtiger Handelspartner Deutschlands bleibt. Mit einem Handelsvolumen von 116,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 gehört Großbritannien wieder zu den zehn wichtigsten Außenhandelspartnern Deutschlands. Auch für die regionale Wirtschaft bleibt der Markt bedeutend: Über 400 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk sind dort aktiv, mehr als 30 Betriebe verfügen über eine eigene Niederlassung im Vereinigten Königreich. Gleichzeitig bestehen weiterhin Herausforderungen, etwa bei Zoll- und Exportfragen oder Mitarbeiterentsendungen. Insgesamt zeigte die Reise, dass internationale Partnerschaften und belastbare Wirtschaftsbeziehungen gerade in geopolitisch anspruchsvollen Zeiten entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Entwicklung bleiben.

Delegationsreise: Südostasien im Fokus – Chancen in Singapur und Malaysia

Globale Unsicherheiten, wachsender Zollprotektionismus und fragile Lieferketten machen deutlich: Diversifizierung wird für Unternehmen immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund führte eine fünftägige Delegationsreise der IHK nach Singapur und Malaysia. In Singapur standen u. a. Briefings der AHK, Besuche bei SAP Labs Singapore und DHL Global Forwarding sowie Zukunftsthemen wie KI, Industrie 4.0 und die Johor Singapore Special Economic Zone im Fokus.
In Malaysia erhielt die Delegation Einblicke in die starke Halbleiterindustrie, innovative KI-Anwendungen und die duale Ausbildung am German Malaysian Institute. Die Reise zeigte eindrucksvoll: Für Unternehmen der Region bieten Singapur und Malaysia vielfältige Potenziale in einer wirtschaftlich hochdynamischen Region Südostasiens.

„Wirtschaft first“: IHK-Ländersommerabend rückte Ungarn in den Fokus

Beim IHK-Ländersommerabend Ungarn in Osnabrück wurde die Bedeutung Ungarns als wichtiger Wirtschaftspartner für Deutschland und die regionale Wirtschaft hervorgehoben. Aktuell exportieren fast 200 Unternehmen aus der Region nach Ungarn, knapp 40 Betriebe beziehen Waren von dort und 17 regionale Unternehmen verfügen über eine Niederlassung oder Produktionsstätte im Land. IHK-Präsident Uwe Goebel verwies zudem auf die Ergebnisse der ihk.momlegationsreise nach China und Südkorea im vergangenen Jahr: Sowohl der chinesische Automobilhersteller BYD als auch die koreanische SK On-Gruppe investieren innerhalb der EU gezielt in Ungarn. Gastrednerin Barbara Zollmann von der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer betonte die Attraktivität Ungarns als Investitionsstandort, insbesondere für die produzierende Industrie. Vorteile seien unter anderem qualifizierte Fachkräfte, eine gute Infrastruktur sowie eine investitionsfreundliche Wirtschaftspolitik. Zudem wurde die Rolle der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer als wichtiger Partner bei Markteintritt und Standortaufbau hervorgehoben.

Freihandel: Neue Chancen durch Mercosur-Abkommen und Chancen in Indien

In einer Zeit zunehmender geopolitischer Spannungen und wachsender Handelshemmnisse gewinnen neue Freihandelsabkommen für die exportorientierte Wirtschaft zunehmend an Bedeutung. Besonders das Mercosur-Abkommen markiert dabei einen wichtigen Fortschritt: 2025 wurde das Abkommen politisch auf den Weg gebracht, der Handelsteil trat zum 1. Juni vorläufig in Kraft. Damit entsteht eine der größten Freihandelszonen der Welt mit rund 715 Mio. Einwohnern.
Für Unternehmen aus der Region eröffnen sich dadurch neue Marktchancen, verbesserte Wettbewerbsbedingungen und ein erleichterter Zugang zu wichtigen Wachstumsmärkten in Südamerika. Insbesondere der Abbau von Zöllen und Handelsbarrieren bietet Potenziale für Industrie, Maschinenbau und mittelständische Exporteure.
Auch ein mögliches Freihandelsabkommen mit Indien bleibt von großer Bedeutung. Indien zählt zu den dynamischsten Wachstumsregionen weltweit und bietet erhebliche Chancen für deutsche Unternehmen. Die IHK-Organisation setzt sich daher weiterhin für offene Märkte, stabile Handelsbeziehungen und den Ausbau internationaler Partnerschaften ein.

Krisenherde: Nahost-Konflikt belastet Betriebe

Eine IHK-Blitzumfrage vom 15. bis 17. April 2025 unter 120 Unternehmen aller Branchen und Größen zeigt, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahost-Konflikts bereits deutlich spürbar sind: Fast 80 Prozent der Betriebe berichten von Belastungen. Konkrete Rohstoff- oder Vorproduktengpässe betreffen derzeit zwar nur einen kleineren Teil der Unternehmen, insbesondere energieintensive Materialien, Kunststoffe und chemische Vorprodukte stehen jedoch unter Druck. Zudem nehmen Unsicherheiten bei Lieferbeziehungen und kurze Preisbindungsfristen zu. Insgesamt verdeutlicht die Umfrage, dass geopolitische Krisen zunehmend Einfluss auf Lieferketten, Planungssicherheit und wirtschaftliche Rahmenbedingungen der Unternehmen haben.
Einen Überblick an Informationen und Unterstützungsangebote hat unsere IHK auf einer Sonderseite zusammengefasst.
Frank Hesse
Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik, International
Stv. Hauptgeschäftsführer, Geschäftsbereichsleiter