Außenwirtschaftskonferenz 2026
Exporte steigen, Unternehmen setzen auf Europa und neue Märkte
Potsdam, 10. September – 8,6 Prozent Exportwachstum in Berlin im ersten Halbjahr 2026, 8,0 Prozent in Brandenburg, beide Länder mit einem klaren Plus im Handel mit Polen und rund 200 Teilnehmende:
Auf der Außenwirtschaftskonferenz 2026 der IHKs der Metropolraumregion diskutieren heute in Potsdam Unternehmen über Europas Rolle in einer zunehmend fragmentierten Weltwirtschaft. Unter dem Motto „Europa stärken – Weltmärkte im Wandel“ stehen die Stabilisierung des europäischen Binnenmarkts, neue Handelsbeziehungen und zusätzliche Absatzmärkte im Mittelpunkt.
Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen legte das brandenburgische Exportvolumen im Jahr 2025 um 2,6 Prozent zu. Dieses Wachstum wird jedoch maßgeblich von der stark expandierenden Automobilbranche sowie auch von der Chemie- und Pharmaindustrie getragen, die von einzelnen großen Unternehmen geprägt sind.
Zugleich berichten 40 Prozent der Berlin-Brandenburger Wirtschaft von zunehmenden Handelshemmnissen im Auslandsgeschäft. Nahezu jedes zweite Unternehmen sieht sich durch Zölle beeinträchtigt. Entsprechend wächst das Interesse neben Europa an neuen Märkten, insbesondere in Indien, Lateinamerika und Ostasien.
Auch für Berlin bleibt das internationale Geschäft ein wichtiger Bestandteil der regionalen Wirtschaft. 2025 exportierten Berliner Unternehmen Waren im Wert von 18,2 Milliarden Euro. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor wachsenden geopolitischen und handelspolitischen Risiken. Die Berliner IHK fordert deshalb eine Außenwirtschaftspolitik, die neue Wachstumsmärkte systematischer in den Blick nimmt, Unternehmen beim Markteintritt unterstützt und Resilienz der Berliner Außenwirtschaft gezielt stärkt.
Neben der Keynote von Bernd Lange, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Internationalen Handel des Europäischen Parlaments, und internationalen Markteinblicken der Auslandshandelskammern von den USA und Kanada bis hin zur British Chamber of Commerce bietet die Konferenz Unternehmen Impulse zu Zukunftsmärkten und Möglichkeiten zum Austausch mit Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Politik.
Martina Klement, Ministerin für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa des Landes Brandenburg: „Weltweite Partnerschaften stärken Brandenburgs Wirtschaft. Damit schaffen wir Raum für Innovationen und Wachstum sowie Chancen für den Mittelstand."
Franziska Giffey, Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe von Berlin: „Europa muss auf Innovation, globale Vernetzung und Diversifizierung der Märkte setzen! Mit unserem Internationalisierungskonzept für die Berliner Wirtschaft treiben wir das voran."
Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin: „Berlin ist eine international geprägte Wirtschaftsmetropole. Dieses Potenzial müssen wir noch konsequenter für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen nutzen. Gerade in einem zunehmend unsicheren geopolitischen Umfeld müssen wir unsere Außenwirtschaftsförderung weiterentwickeln und neue wirtschaftliche Partnerschaften aufbauen.“
Dr. Christian Herzog, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Potsdam für die Landesarbeitsgemeinschaft der IHKs Brandenburg: „Neun der zehn wichtigsten Außenhandelspartner der Brandenburger Unternehmen sind unsere europäischen Nachbarn. Deshalb liegt der Fokus der Konferenz auf dem Thema ‚Europa stärken‘. In diesen Zeiten entscheidet sich, wer auf Veränderungen reagiert und wer sie aktiv mitgestaltet. Das erklärte Ziel ist: Den europäischen Binnenmarkt stärken, sich mit neuen Partnerschaften international breiter aufstellen und der Welt zeigen: Wir können Global Player."
Bernd Lange, Vorsitzender des Ausschusses für Internationalen Handel des Europäischen Parlaments: „Wir setzen auf das, was Europa stark gemacht hat: Unsere Partnerschaften. Es geht um offene strategische Autonomie, die Diversifizierung unserer Handelsabkommen und einen starken Binnenmarkt.“
