IHK-Exportbarometer

Außenhandel Ostwestfalens 2024

Während die Auslandsgeschäfte mit den Ländern Europas nach wie vor im Fokus stehen, gibt es mit den anderen Weltmärkten wie zum Beispiel der ASEAN-Region noch viel Potential. Um Kosten einzusparen, Lieferwege zu verkürzen und Risiken zu verteilen, überdenken Unternehmen ihre Investitionen und Produktionsstätten. Für das Exportbarometer wurden die Aussagen von 299 ostwestfälischen Industrieunternehmen mit insgesamt 53.208 Beschäftigten herangezogen.

Aktuelle und erwartete Geschäftsbeziehungen

Auch im zweiten Jahr in Folge werden die aktuellen Geschäftsbeziehungen von den Unternehmen negativ bewertet. Nach wie vor stehen die Länder Europas im Fokus. Den Erwartungen von 2023 widersprechend und entgegen dem allgemeinen Trend, haben sich die aktuellen Geschäftsbeziehungen zu China weiter positiv entwickelt. Kriegs- und sanktionsbedingt fallen die Geschäfte mit Russland sowie der Ukraine weiter ab. Afrika und Nah-/Mittelost verlieren stark.
Die Unternehmen blicken pessimistisch auf das Jahr, die Zahlen der erwarteten Geschäftsbeziehungen sind weiter rückläufig. Die ASEAN-Region bzw. die Türkei übertreffen jedoch alle Erwartungen und liegen auf Platz 1 und 2 vor den USA. Erwartungen für Russland, Nah- und Mittelost und China sind überaus negativ.
Geschäftsbeziehungen 2024: Liniendiagramme zu USA, China, Türkei: rückläufige Beziehungen zu USA, positiver Trend Türkei.

Entwicklung der Auslandsumsätze

Neben dem Russland-Ukraine-Krieg spielt nun auch der Nahostkonflikt eine zentrale Rolle. Der Anteil der Unternehmen, die fallende Auslandsumsätze erwarten, erreicht zum zweiten Jahr in Folge einen neuen Höchstwert seit 2010 mit 29 Prozent. Gleichzeitig geht der Anteil der Unternehmen, die steigende Auslandsumsätze erwarten, um 20 Prozentpunkte auf nur 34 Prozent zurück. Die meisten Unternehmen erwarten gleichbleibende Auslandsumsätze.
Säulendiagramme: Exportquoten bleiben stabil, Auslandsumsätze steigen leicht.

Zielregionen der Auslandsinvestitionen

Nachdem die ostwestfälischen Unternehmen in 2022 vorsichtig mit Investitionen im Nicht-EU-Ausland waren, ist der Anteil der Unternehmen, die in China, Großbritannien und Ost-/ Südosteuropa investieren, deutlich gestiegen. Die Türkei, Mexiko sowie Süd- und Mittelamerika bleiben weiterhin wenig attraktiv für Unternehmen. Weniger als 5 Prozent der ins Ausland investierenden ostwestfälischen Unternehmen investieren in diese Länder. Wie in den vergangenen Jahren, investiert auch heute ein Großteil der im Ausland investierenden Unternehmen in der Eurozone, anderen EU-Ländern und den USA.
Balkendiagramm zu Investitionszielen 2023 und 2024, stärkster Fokus auf Eurozone und USA.

Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung

Wie auch im Vorjahr 2023 stellen die Inlandsnachfrage (82,9 Prozent) und die Energiepreise (55,2 Prozent) für viele Unternehmen Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Eine besondere Bedeutung haben in 2024 jedoch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (73,2 Prozent) gewonnen. Als geringere Risiken im Vergleich zum letzten Jahr werden der Fachkräftemangel (35,6 Prozent) und die Rohstoffpreise (30 Prozent) gesehen.
Balkendiagramm: größte Risiken 2024 sind Inlandsnachfrage, Wirtschaftspolitik und Energiepreise.

Auslandsumsätze in Ostwestfalen im Vergleich

Die Auslandsumsätze des Kreises Paderborn steigen seit 2020 stark an. Im Ver-gleich zu 2016 haben sich die Auslandsumsätze mit + 92,5 Prozent fast verdoppelt.
Auslandsumsätze Vergleich 2024: Liniendiagramm 2016–2023

Entwicklung der Auslands- und Inlandsumsätze des Verarbeitenden Gewerbes in Ostwestfalen

Während die Auslandsumsätze weiterhin zulegen und die Inlandsumsätze im Vergleich zum Vorjahr auf 30 Mrd. Euro gesunken sind, nähern sich die Inlands- und Auslandsumsätze weiter langsam an. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Auslandsumsätze ist mit 3,6 Prozent in den letzten 17 Jahren doppelt so hoch wie die der Inlandsumsätze.
Liniendiagramm 2006–2023: stetiges Wachstum, Auslandsumsätze wachsen stärker.

Exportquoten und Auslandsumsätze für Bund, NRW und Ostwestfalen

Die Exportquote steigt in Ostwestfalen wieder leicht an. Weiterhin liegt die Quote in Ostwestfalen mit 41,1 Prozent weiter unter dem Exportanteil in NRW (46,8 Prozent) und im Bund (51,6 Prozent).
Säulendiagramme: Exportquoten bleiben stabil, Auslandsumsätze steigen leicht.

Elektronische Erzeugnisse verzeichnen starke Zuwächse

Der Maschinenbau wächst weiter und nimmt mit 25,8 Prozent inzwischen et-was mehr als ein Viertel des Auslandsumsatzes ein. Besonders stark sind die Auslandsumsätze in der Branche der elektronischen Erzeugnisse und Datenverarbeitungsgeräte gestiegen (65,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). In dieser Branche sind unter anderem elektronische Bauelemente, Geräte der Telekommunikationstechnik sowie Unterhaltungstechnik enthalten.
Balkendiagramme zu Branchenanteilen am Auslandsumsatz und deren Veränderung, Maschinenbau führend.