IHK-Exportbarometer

Außenhandel Ostwestfalens 2025

Wie sich die weltweiten Entwicklungen auf die Exporterwartungen und -strategien ostwestfälischer Unternehmen auswirken, zeigt das „Exportbarometer Ostwestfalen 2025“. 265 exportorientierte Industrieunternehmen aus Ostwestfalen mit 51.607 Beschäftigten beteiligten sich Anfang 2025 an dieser Umfrage.

Aktuelle und erwartete Geschäftsbeziehungen

Die Bewertung der aktuellen Geschäftsbeziehungen hat sich im Vergleich zu 2024 leicht verbessert. Besonders auffällig ist die Zunahme bei Saudi-Arabien, Japan sowie Mexiko im Vergleich zum Vorjahr. Am schlechtesten bewertet wurden Russland, Subsahara-Afrika und Nordafrika. Ein überraschender Verlierer besonders im Vorjahresvergleich ist China.
2025 sind die Erwartungen der ostwestfälischen Unternehmen an die zukünftigen Geschäftsbeziehungen im Ausland weiterhin zurückhaltend. 85 Prozent der Unternehmen rechnen mit gleichbleibenden Geschäftsbeziehungen. Mit positiven Erwartungen blicken die Unternehmen in die USA. Gleichzeitig sind jedoch auch die negativen Erwartungen an die USA stark gestiegen. Durchaus positiv sind die Erwartungen an Indien, die in den letzten Jahren stetig zugenommen haben. Bei den ASEAN-Staaten, Subsahara-Afrika, Mexiko und Brasilen wird mit deutlich schlechteren Beziehungen gerechnet.
Geschäftsbeziehungen USA, China, Indien: Liniengrafiken zu Bewertungen der Handelsbeziehungen 2021–2025.

Entwicklung der Auslandsumsätze

Die schlechten Erwartungen der Unternehmen an die Auslandsumsätze von 2024 setzen sich in diesem Jahr nicht fort. Der Anteil der Unternehmen, die steigende Auslandsumsätze erwarten, erreicht seit 2005 einen historischen Höchstwert mit 78 Prozent.
Erwartungen Auslandsumsätze: Balkendiagramm zu Einschätzungen der Unternehmen 2021–2025.

Zielregionen der Auslandsinvestitionen

Nachdem die ostwestfälischen Unternehmen in 2023 und 2024 deutlich in der Eurozone investiert haben, ist der Anteil der Unternehmen, die in dieser, und sonstigen EU-Ländern (Schweiz, Schweden), Großbritannien und Ost-/ Südosteuropa investieren, deutlich zurück gegangen. Die Türkei, sowie Süd- und Mittelamerika und Nordafrika bleiben wenig attraktiv. Weniger als 5 Prozent der ostwestfälischen Unternehmen investieren in diese Länder. Die USA sind im Jahr 2025 das attraktivste Land für Auslandsinvestitionen.
Zielregionen Auslandsinvestitionen: Balkendiagramm zu Investitionszielen 2024/2025.

Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung

Wie auch in den beiden Vorjahren stellen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Inlandsnachfrage die größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung dar. Mit fast 20 Prozentpunkten Zuwachs liegen die Arbeitskosten nun auf dem dritten Platz und die Energiekosten fallen mit 48 Prozent auf Platz vier.
Wirtschaftliche Risiken: Balkendiagramm zu Hauptrisiken für Unternehmen 2024/2025.

Auslandsumsätze in Ostwestfalen im Vergleich

Bis auf die kreisfreie Stadt Bielefeld (+3,5%) verzeichnen alle Kreise einen Rückgang bei den Auslandsumsätzen. Gütersloh schneidet dabei am schlechtesten ab (–14,7%), jedoch fällt Paderborn von 18 Prozent Zuwachs 2023 auf ein Minus von 10 Prozent 2025 am tiefsten.
Auslandsumsätze Regionen: Liniengrafik zu Auslandsumsätzen der Kreise in OWL seit 2016.

Entwicklung der Auslands- und Inlandsumsätze des Verarbeitenden Gewerbes in Ostwestfalen

Die Inlandsumsätze sinken weiter und fallen im Vergleich um über 8 Prozent auf 27,5 Milliarden Euro. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate der Auslandsumsätze ist mit 2,7 Prozent in den letzten 18 Jahren mehr als doppelt so hoch wie die der Inlandsumsätze.
Inlands- und Auslandsumsätze: Liniendiagramm zu Umsätzen des Verarbeitenden Gewerbes 2008–2024.

Exportquoten und Auslandsumsätze für Bund, NRW und Ostwestfalen

Die Exportquote sinkt leicht in Ostwestfalen. Weiterhin liegt die Quote mit 40,6 Prozent unter dem Exportanteil in NRW (47,1 %) und des Bundes (52,3 %). Die Exportquoten des Landes und Bundes sind im Gegensatz zu Ostwestfalen leicht gestiegen.
Exportquoten und Auslandsumsätze: Balkendiagramme für Bund, NRW und Ostwestfalen.

Service für Maschinen und Anlagen im Ausland sehr gefragt

Auch wenn der für Ostwestfalen wichtige Maschinenbau knapp 12 Prozent seines Auslandumsatzes einbüßt, verzeichnen die Services in diesem Bereich ein starkes Wachstum von 31 Prozent. Die drittwichtigste Branche „elektrische Ausrüstungen“ verliert im Vorjahresvergleich mehr als ein Viertel. Der Bereich Nahrungsmittel kann leichte Zugewinne im Auslandsgeschäft verzeichnen.
Auslandsumsätze Branchen: Balkendiagramm zu stärksten und schwächsten Branchen im Auslandsumsatz.