Innovation
Kompaktes Mikroskop macht bisher Unsichtbares sichtbar
Mit einem kompakten Mikroskop wollen Bielefelder Forschende sichtbar machen, was bisher verborgen blieb, und so Krankheiten besser verstehen. Die strukturierte Beleuchtungsmikroskopie (Structured Illumination Microscopy, SIM) ist ein Verfahren in der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie, die das Auflösungslimit klassischer Lichtmikroskope von ca. 200 nm auf bis zu 100 nm verdoppelt. Dies findet zum Beispiel Anwendung zur Abbildung lebender Zellen.
Das Forschungsteam um Dr. Henning Ortkraß und Dr. Marcel Müller wird nach eigenen Angaben in Kürze ein Start-up gründen und das neuartige Mikroskop „Lightweaver“ auf den Markt bringen. Dafür werden sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 1,15 Millionen Euro aus dem Programm EXIST-Forschungstransfer gefördert.
“Für unser Mikroskop öffnen sich Anwendungsfelder in verschiedenen Branchen: In der akademischen Grundlagenforschung gibt es großes Interesse, insbesondere aufgrund der hohen Auflösung und der Verfügbarkeit von verschiedenen Abbildungsmodi in einem System. In der pharmazeutischen Industrie gibt es Anwendungsfelder u. a. im Bereich der Wirkstoffentwicklung beim High-Content Screening und dem Assays Development, ebenso wie in der Agrarindustrie beispielsweise bei der Entwicklung von Pflanzenschutzmitteln. In Bereich der klinischen Diagnostik entwickeln sich darüber hinaus zurzeit Anwendungsfelder im Bereich der Präzisionsonkologie und der personalisierten Medizin, die ein großes Wachstumspotential haben”, so Dr. Ortkraß.
