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Ungarns Industrie sucht neue Energielösungen

Ungarns Industrie steht vor einem hohen Modernisierungsbedarf. Für deutsche KMU entstehen daraus Chancen vor allem bei Energieeffizienz, Energiespeicherung, Netzstabilität und der Dekarbonisierung industrieller Wärmeprozesse.

Marktchancen für deutsche Unternehmen in Ungarn

Lokale Vertriebs-, Service- oder EPC-Partner erleichtern den Zugang zu Kunden, Ausschreibungen und Behörden. Sie unterstützen zudem bei der technischen Betreuung und der Kommunikation mit Energieversorgern und Netzbetreibern. Persönliche Kontakte und überzeugende Referenzen stärken zusätzlich das Vertrauen.
Da der industrielle Energieverbrauch bis 2030 voraussichtlich weiter zunimmt, wächst auch der Bedarf an Technologien, die Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Emissionsminderung miteinander verbinden.

Ungarn baut Photovoltaik und Energiespeicher aus

Der ungarische Energie- und Klimaplan sieht vor, die Brutto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 50 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren. Bei der Stromerzeugung setzt das Land vor allem auf Kernenergie und Photovoltaik. Solarenergie deckt bereits rund ein Viertel der inländischen Stromproduktion ab; bis 2030 soll die installierte Leistung auf zwölf Gigawatt steigen.
Der Ausbau wetterabhängiger Erzeugung stellt das Energiesystem jedoch vor neue Aufgaben. Speicher, intelligente Laststeuerung und moderne Netze gewinnen an Bedeutung. Bis 2030 strebt Ungarn eine Speicherkapazität von einem Gigawatt an.

Energiebedarf unterscheidet sich nach Industriezweigen

Aus diesen Entwicklungen ergeben sich je nach Industriezweig unterschiedliche technologische Bedarfe. In der Chemie- und Raffinerieindustrie stehen Wasserstoff, Abwärmenutzung sowie Steuerungs- und Sicherheitstechnik im Fokus. Zement-, Keramik- und Baustoffhersteller interessieren sich verstärkt für elektrifizierte Prozesse, Wärmespeicher und Lösungen zur Emissionsmessung.
Für metallverarbeitende Betriebe sind Lastmanagement, Spannungsqualität und Speicherlösungen besonders relevant. Kontinuierliche Wärmebedarfe in der Lebensmittel-, Papier- und Pharmaindustrie schaffen gute Voraussetzungen für industrielle Wärmepumpen, Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmerückgewinnung.

Wasserstoff bietet langfristige Perspektiven

Auch Wasserstofftechnologien eröffnen langfristige Perspektiven: Ungarn plant den Aufbau regionaler Wasserstoffcluster. In Százhalombatta ging 2024 eine Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff mit einer Leistung von zehn Megawatt in Betrieb.
Daraus entstehen potenzielle Anwendungsfelder für Elektrolyse, Wasseraufbereitung, Kompression, Speicherung und Sicherheitslösungen.
Mit dem technologischen Bedarf steigt auch die Nachfrage nach Planung und Systemintegration. Viele Unternehmen benötigen Unterstützung bei Energieaudits, Machbarkeitsstudien, Prozessoptimierung und der Einbindung neuer Lösungen in bestehende Anlagen.