Berufe A bis Z

Kaufmann/-frau im E-Commerce

Welche Arbeitsgebiete sind typisch für den Beruf?

Kaufleute im E-Commerce sind in Unternehmen tätig, die Waren oder Dienstleistungen online vertreiben. Der Kaufmann/-frau E-Commerce legt Angebotsregeln fest, wählt Bezahlsysteme aus, setzt Testmethoden ein und wertet diese aus. Die angehenden Fachkräfte setzen agile Arbeitsweisen ein und nehmen die Planung, Umsetzung und Auswertung von Projekten vor. Dazu gehören auch die Beschaffung und Auswertung von englischsprachigen Informationen. Weitere Schwerpunkte legt die Ausbildung auf die Kundenkommunikation über verschiedene Kanäle, die Vorbereitung und Durchführung von Maßnahmen des Online-Marketings, das Planen und Optimieren der Customer Journey sowie die Anbahnung und Abwicklung von Online-Waren- und Dienstleistungsverträgen (inkl. der Organisation von Rückabwicklungsprozessen). Zudem erwerben die angehenden Kaufleute Know-how für den Einsatz kennzahlenbasierter Instrumente der kaufmännischen Steuerung und zur Durchführung von Kundenwertanalysen. 

Welche beruflichen Fähigkeiten werden erlangt?

Die Berufsausbildung gliedert sich in:

  • Online-Vertriebskanal auswählen und einsetzen,
  • Waren- oder Dienstleistungssortiment mitgestalten und online bewirtschaften,
  • Beschaffung unterstützen,
  • Vertragsanbahnung im Online-Vertrieb gestalten,
  • Verträge aus dem Online-Vertrieb abwickeln,
  • Kundenkommunikation gestalten,
  • Online-Marketing entwickeln und umsetzen und
  • kaufmännische Steuerung und Kontrolle nutzen.
  • Berufsbildung sowie arbeits- und sozialrechtliche Vorschriften,
  • Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
  • Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
  • Umweltschutz,
  • Bedeutung und Struktur des E-Commerce,
  • Kommunikation und Kooperation und
  • projektorientierte Arbeitsweisen im E-Commerce.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Regelausbildungszeit ist 3 Jahre (36 Monate).

Nach welcher Ausbildungsordnung wird ausgebildet?

Die Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann/-frau im E-Commerce vom 13. Dezember 2017.
Inkrafttreten: 01.08.2018

Welche ist die zuständige Berufsschule?

Für Ausbildungsunternehmen in Landkreisen
Zuständige Berufsschule
Beschulungsform
Brandenburg a.d.H. (BRB)
Havelland (HVL)
Potsdam (P)
Potsdam-Mittelmark (PM)
Oberhavel (OHV)
Ostprignitz-Ruppin (OPR)
Prignitz (PR)
Teltow-Fläming (TF)
OSZ Werder
Altenkirch Weg 6 - 8
14542 Werder

Wochenblock

Wie läuft die Prüfung ab?

Die Abschlussprüfung findet in zwei zeitlich auseinanderfallenden Teilen, Teil 1 und Teil 2, im Rahmen einer gestreckten Abschlussprüfung statt.

Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung

Die Ergebnisse der gestreckten Abschlussprüfung Teil 1 gehen in das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung ein.
Prüfungsfach Dauer und Art Gewichtung
Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung
90 Minuten schriftlich
25% des Gesamtergebnisses

Teil 2 der gestreckten Abschlussprüfung

Prüfungsfach Dauer und Art Gewichtung
Geschäftsprozesse im E-Commerce
120 Minuten schriftlich
30% des Gesamtergebnisses
Kundenkommunikation im E-Commerce
60 Minuten schriftlich
15% des Gesamtergebnisses
Wirtschafts- und Sozialkunde
60 Minuten schriftlich
10% des Gesamtergebnisses
Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess im E-Commerce
20 Minuten mündlich
20% des Gesamtergebnisses

Ablauf der mündlichen Prüfung

Zur Vorbereitung auf das fallbezogene Fachgespräch hat der Prüfling zu einem festgelegten Gebiet eigenständig im Ausbildungsbetrieb eine praxisbezogene Aufgabe durchzuführen.
Eines der folgenden Gebiete ist zugrunde zu legen:
  1. Auswählen und Einsetzen eines Online-Vertriebskanals,
  2. Optimieren von Nutzungsprozessen im E-Commerce,
  3. Entwickeln und Umsetzen von Online-Marketing oder
  4. Nutzen der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle.
Der Ausbildungsbetrieb legt das Gebiet fest.
  • Zu der praxisbezogenen Aufgabe hat der Prüfling einen Report zu erstellen.
  • In dem Report hat er die Aufgabenstellung, die Zielsetzung, die Planung, das Vorgehen und das Ergebnis der praxisbezogenen Aufgabe zu beschreiben und den Prozess zu reflektieren, der zu dem Ergebnis geführt hat.
  • Der Report darf höchstens drei Seiten umfassen.
  • Den Report soll der Prüfling mit einer Anlage ergänzen.
  • Die Anlage besteht aus Visualisierungen zu der praxisbezogenen Aufgabe. (höchstens fünf Seiten)
  • Upload des Reportes im Bildungsportal
  • Genauere Informationen erhält der Prüfungsteilnehmer rechtzeitig vor der Abschlussprüfung von der zuständigen Stelle (IHK Potsdam).
  • Beachten Sie bitte die verbindlichen Vorgaben zur Erstellung der Reporte (Deckblatt, Schriftgröße etc.): siehe Downloads
  • Das fallbezogene Fachgespräch wird mit einer Darstellung der praxisbezogenen Aufgabe und des Lösungswegs durch den Prüfling eingeleitet.
  • Ausgehend von der praxisbezogenen Aufgabe und dem dazu erstellten Report entwickelt der Prüfungsausschuss das fallbezogene Fachgespräch.
  • Das fallbezogene Fachgespräch dauert höchstens 20 Minuten.
  • Bewertet wird nur die Leistung, die der Prüfling im fallbezogenen Fachgespräch erbringt. Nicht bewertet werden die Durchführung der praxisbezogenen Aufgabe, der Report und die Anlage.
  • Wird der Report nicht rechtzeitig bzw. gar nicht eingereicht, wird der Prüfungsbereich mit „ungenügend“ (0 Punkten) bewertet.
Als Orientierungsmaßstab können folgende Anforderungen für die betriebliche praxisbezogene Aufgabe zu Grunde gelegt werden: (Hinweis Checkliste)
  1. Die praxisbezogene Aufgabe soll Bezug zu den Ausbildungsinhalten des Berufsbildes „Kaufmann/-frau im E-Commerce“ haben und nach dem Grundsatz der vollständigen Handlung eine
    1. Planungs-,
    2. Vorbereitungs-,
    3. Durchführungs- sowie
    4. Auswertungsphase umfassen.
  2. Die Bearbeitung der praxisbezogenen Aufgabe soll einen Lösungsprozess erfordern und mindestens einen Teil eines realen Geschäftsprozesses abbilden. Die Umsetzung des Lösungsprozesses soll die Berücksichtigung bzw. Abstimmung mit verschiedenen Schnittstellen (z.B. vor- und nachgelagerte betriebliche Abläufe/Bereiche, Vertriebspartner, Kollegen, Vorgesetzte, Experten etc.) erfordern. Auch sollte es alternative Lösungswege und Vorgehensweisen, die der/die Auszubildende zur Bearbeitung der praxisbezogenen Aufgabe wählen bzw. selbstständig (in Absprache mit dem Ausbildungsverantwortlichen) entwickeln kann.
  3. Sie ist keine Routineaufgabe für den Auszubildenden, sondern hat herausfordernden Charakter. Bei ihrer Bearbeitung können Probleme und Konflikte bzw. veränderte Bedingungen auftreten, die eine flexible Reaktion erforderlich machen

Zusatzqualifikation

Laut Ausbildungsordnung ist keine Zusatzqualifikation möglich.

Wann findet die Prüfung statt?

Die Prüfungszeitpunkte sind in der Ausbildungsordnung geregelt:
Prüfungsteil Prüfungszeitpunkt
Teil 1 der gestreckten Abschlussprüfung
Mitte des zweiten Ausbildungsjahres
Teil 2 der gestreckten Abschlussprüfung
Am Ende der Berufsausbildung
Die Prüfungszeitpunkte werden durch die zuständige Stelle (IHK Potsdam) festgelegt. Die festgelegten Prüfungszeitpunkte werden mit Eintragungsbestätigung des Ausbildungsvertrages mitgeteilt.
Die schriftliche Prüfung findet an bundeseinheitlichen Terminen statt. Informationen zu Prüfungsterminen: Aufgabenstelle für kaufmännische Abschluss- und Zwischenprüfungen (IHK-AKA)
Die Termine der mündlichen Prüfung teilt die zuständige Stelle (IHK Potsdam) 4-6 Wochen vor Termin mit.

Wie ist der Berufsabschluss dem Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) zuzuordnen?

Dieser Abschluss ist im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) dem Niveau 4 zugeordnet.

Welche Fortbildungsmöglichkeiten habe ich?

Fortbildung Einordnung im DQR
Fachwirt/-in für Vertrieb im Einzelhandel (Geprüfte/-r)
DQR 6
Fachwirt/-in im E-Commerce (Geprüfte/-r)
DQR 6
Gepr. Fachwirt/-in für Marketing - Bachelor Professional in Marketing
DQR 6
Handelsfachwirt/-in (Geprüfte/-r)
DQR 6
Tourismusfachwirt/-in (Geprüfte/-r)
DQR 6