Ausbildung
Hinweise zur Auswahl der Fachaufgabe im Einsatzgebiet
Für die Fachaufgabe eignet sich ein zusammenhängender betrieblicher Geschäftsprozess oder Teilprozess aus dem Einsatzgebiet des Auszubildenden. Alternativ kann auch eine projektartige Aufgabe gewählt werden, bei der der Auszubildende eine betriebliche Fragestellung analysiert, eine Lösung plant und umsetzt.
Die Fachaufgabe muss so gestaltet sein, dass der Auszubildende sie im geplanten Durchführungszeitraum eigenständig bearbeiten kann. Dazu gehört insbesondere, dass er
- die Ausgangssituation analysiert,
- das Vorgehen plant,
- mehrere aufeinander aufbauende Arbeitsschritte durchführt,
- Handlungsalternativen prüft und eine begründete Entscheidung trifft sowie
- die Ergebnisse dokumentiert, reflektiert und bewertet.
Die Fachaufgabe soll daher einen zusammenhängenden betrieblichen Ablauf oder ein Projekt abbilden und darf sich nicht auf eine einzelne Routinetätigkeit oder einen isolierten Arbeitsschritt beschränken.
Eine geeignete Fachaufgabe enthält zudem eine erkennbare betriebliche Entscheidungs- und Handlungssituation, in der der Auszubildende unterschiedliche Lösungswege analysiert und eine begründete Auswahl trifft.
Was bedeutet das?
1. Es muss eine komplexe berufstypische Fachaufgabe sein
„Komplex“ bedeutet hier:
- mehrere zusammenhängende Arbeitsschritte
- keine reine Routinetätigkeit
- ein vollständiger betrieblicher Ablauf oder ein klar abgegrenztes Projekt
„Berufstypisch“ bedeutet hier:
- eine typische kaufmännische Tätigkeit von Industriekaufleuten
- eine Aufgabe aus einem kaufmännischen Geschäftsprozess, z. B. in Vertrieb, Marketing, Beschaffung, Logistik, Personalwirtschaft, Leistungserstellung, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
2. Der Prüfling muss analysieren und Entscheidungen treffen
Die Ausbildungsordnung fordert ausdrücklich: „Lösungen analysieren und daraus eine begründete Auswahl treffen.“
Das bedeutet: Der Auszubildende darf nicht nur ausführen, sondern muss Alternativen vergleichen und Entscheidungen begründen.
3. Der Prüfling muss den Prozess oder das Projekt reflektieren und bewerten
Der Auszubildende muss zeigen, dass er sein Vorgehen versteht und beurteilen kann.
Das umfasst:
- Dokumentation der Durchführung
- Reflexion des Vorgehens
- Bewertung des Ergebnisses
- ggf. Verbesserungsmöglichkeiten