IHK-Magazin
Nr. 7124010

Fachkräfte finden – über Grenzen hinweg

Das Projekt „Hand in Hand“ unterstützt Unternehmen dabei, internationale Talente zu gewinnen – und auf dem Weg in den Betrieb gut zu begleiten. Rheinhessen ist neu als Pilotregion dabei.
„Die Rekrutierung aus dem Ausland wird immer wichtiger werden“, sagt Anton Umbach, Referent für Fachkräftesicherung und Anerkennungsberatung bei der IHK für Rheinhessen. Für viele Betriebe ist das längst keine Zukunftsfrage mehr, sondern Teil ihrer aktuellen Personalstrategie. Doch wer international rekrutieren will, steht schnell vor vielen praktischen Fragen: Wo findet man geeignete Bewerberinnen und Bewerber? Wie läuft die Anerkennung ab? Wer unterstützt beim Visum, bei Sprachkursen oder beim Ankommen im Betrieb? Genau hier setzt das Projekt „Hand in Hand for International Talents“ an.
Aktuell richtet sich der Blick unter anderem nach Brasilien und Indien. Gesucht werden Fachkräfte in IHK-Berufen – etwa in Elektro, Metallverarbeitung und Mechatronik, IT sowie in der Küche. Die Rekrutierung läuft über die jeweilige Auslandshandelskammer und die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit, unterstützt von Berufs- und Sprachschulen. Während die DIHK von Berlin aus koordiniert, übernehmen die IHK vor Ort und die örtliche Arbeitsagentur die Ansprache der Unternehmen.
Rheinhessen ist als Projektregion neu dabei. Bis Ende 2027 soll das Projekt zeigen, wie das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in der Praxis funktioniert – und wo Verfahren weiter verbessert werden können. Angesprochen sind Betriebe jeder Größe. Besonders interessant ist das Angebot aber für kleine und mittlere Unternehmen, die selten eigene Ressourcen für internationale Rekrutierung haben, stellt Umbach fest. Er empfiehlt, zunächst Kontakt mit dem Welcome Center der IHK für Rheinhessen aufzunehmen. Auf der Projektwebsite sind Kurzprofile potenzieller Fachkräfte hinterlegt.
Findet ein Unternehmen ein interessantes Profil, begleitet das Welcome Center die nächsten Schritte. In der Regel folgt ein digitales Kennenlernen, meist auf Deutsch; bei Bedarf kann das Projekt eine Dolmetscherin oder einen Dolmetscher einbinden. Viele Bewerberinnen und Bewerber besuchen bereits im Herkunftsland Deutschkurse, einige sind auch schon mit der Chancenkarte nach Deutschland eingereist. „Durch die staatliche Förderung des Projekts ist es recht preisgünstig für die Unternehmen“, sagt Umbach.
Das Welcome Center selbst ist eine gemeinsame Initiative von IHK, Handwerkskammer und Landesregierung in Rheinland-Pfalz. Es berät Unternehmen und internationale Fachkräfte unentgeltlich – etwa zu Einreise- und Aufenthaltsbestimmungen, Sprachkursen oder zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Gerade hier ist die Nachfrage hoch: Viele internationale Fachkräfte suchen derzeit nach passenden Stellen.
„Wir sind in Netzwerken organisiert mit Stadt und Trägern, Arbeitsagentur und Jobcenter“, sagt Umbach. Wie groß das Interesse ist, zeigte zuletzt auch die Berufsanerkennungsmesse, die zweimal im Jahr stattfindet und mehr als 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zählte. Stark nachgefragt sind derzeit zudem Sprachkurse. Für Unternehmen gibt es unter anderem die Webinar-Reihe „Gemeinsam integrieren“ – mit Themen wie Willkommenskultur im Betrieb, Onboarding internationaler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Rekrutierung im Ausland oder dem Umgang mit privaten Personalvermittlern.
„HAND IN HAND“
Getragen wird das Projekt von der DIHK Service GmbH, der Bundesagentur für Arbeit, den Industrie- und Handelskammern vor Ort sowie den Auslandshandelskammern. Gemeinsam wollen sie den Weg zu Fachkräften aus Drittstaaten strukturieren und für Unternehmen handhabbarer machen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.
Kontakt: Anton Umbach, IHK für Rheinhessen, Telefon 06131 262-1615, Anton.Umbach@rheinhessen.ihk24.de
www.hand-in-hand-for-international-talents.de
www.ihk.mom/rheinhessen/welcomecenter

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