Medieninformation vom 18. Dezember 2025
EU-Kommission plant Lockerung des Verbrenner-Verbots: IHK begrüßt Entscheidung, mahnt aber Planungssicherheit an
Zum Vorschlag der EU-Kommission, das ursprünglich geplante vollständige Aus für Verbrennungsmotoren ab 2035 zu lockern und stattdessen eine Reduktion der Emissionen um 90 Prozent vorzusehen, äußert sich IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos. In der Region sind rund 25.000 Arbeitnehmer in der Automobilwirtschaft beschäftigt. Darunter arbeiten rund 3.700 für den klassischen Verbrennungsmotor:
„Wir begrüßen die Vorschläge der Kommission zur Anpassung der Regelung. Sie verbindet Klimaschutz mit wirtschaftlicher Realität und eröffnet Spielräume für unterschiedliche technologische Ansätze. Dass CO₂-Einsparungen aus anderen Bereichen wie umweltfreundlichem Stahl oder klimafreundlichen Kraftstoffen angerechnet werden können, ist ein Schritt hin zu einem flexibleren Übergang. Wir plädieren aber für eine praxisnahe und unternehmerfreundliche Umsetzung.“
Birgit Hakenjos setzt sich seit Langem in Stuttgart, Berlin und Brüssel für technologieoffene Lösungen ein. Die jetzt vorgeschlagene Anpassung greift genau diese Forderung auf.
Gleichzeitig kritisiert die IHK-Präsidentin die lange Entscheidungsdauer: „Für Unternehmen, die frühzeitig und zielstrebig in die Transformation investiert haben, darf das Hin und Her kein Nachteil sein. Planungssicherheit ist für die W
ettbewerbsfähigkeit entscheidend.“
Unabhängig von der finalen Ausgestaltung der EU-Regelung sieht Birgit Hakenjos die von der Kommission vorgestellten Maßnahmen zur Überarbeitung der Flottengrenzwerte und zur Dekarbonisierung von Unternehmensfahrzeugen als Schritte in die richtige Richtung. Ebenso wichtig seien die Initiativen zur Entwicklung einer europäischen Batterie-Wertschöpfungskette und zur Bürokratieentlastung für die Automobilwirtschaft.
„Unternehmen sind bereit, Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität zu ergreifen, benötigen hierfür aber Planungssicherheit. Die Politik muss klare Rahmenbedingungen setzen, aber nicht selbst zum besseren Unternehmer werden. Innovation und technologische Entwicklung gehören in die Verantwortung der Wirtschaft,“ so die Präsidentin abschließend.
