Medieninformation vom 3. Juli 2026
IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos zum Reformkonzept der Bundesregierung
Zum Reformpaket der Bundesregierung äußert sich IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos wie folgt: „Mit dem Reformpaket hat die Koalition Handlungsfähigkeit bewiesen. Vor allem beim Bürokratieabbau greift sie langjährige Forderungen der Wirtschaft auf.
Die geplante Genehmigungsfiktion, der Abbau von Berichts- und Dokumentationspflichten sowie ein praxisnäherer Umgang mit Datenschutzfragen gehen genau die Themen an, die Unternehmen seit Jahren Zeit, Geld und Wettbewerbsfähigkeit kosten. Wenn diese Vorhaben konsequent umgesetzt werden, können sie einen echten Unterschied machen und dazu beitragen, Investitionen schneller auf den Weg zu bringen und unternehmerische Freiräume zurückzugewinnen.
Ein klarer Wermutstropfen bleibt die steuerliche Gegenfinanzierung des Pakets. Die Anhebung der sogenannten Reichensteuer trifft nicht nur Spitzenverdiener, sondern auch viele erfolgreiche Familienunternehmen und Personengesellschaften des Mittelstands. Das sendet in einer Phase, in der wir dringend mehr Investitionen, mehr In
novation und mehr unternehmerischen Mut brauchen, das falsche Signal. Wer Wachstum will, muss Leistung und Unternehmertum attraktiver machen – nicht teurer. Gerade Familienunternehmen und inhabergeführte Betriebe tragen Verantwortung für Ausbildung, Beschäftigung und Wertschöpfung vor Ort.
Umso wichtiger ist es, den eingeschlagenen Reformkurs jetzt konsequent fortzusetzen. Enttäuschend ist, dass die im Koalitionsvertrag angekündigte Modernisierung des Arbeitszeitrechts weiterhin ausbleibt. Unternehmen und Beschäftigte brauchen in einer modernen und zunehmend digitalisierten Arbeitswelt mehr Gestaltungsspielräume und mehr Flexibilität. Auch bei wettbewerbsfähigen Energiepreisen und der langfristigen Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme besteht weiterhin Handlungsbedarf.
Das Reformpaket enthält wichtige Bausteine für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Entscheidend wird nun sein, daraus eine dauerhaft tragfähige Zukunftsstrategie zu entwickeln. Die Herausforderungen bei Wachstum, Fachkräftesicherung, Arbeitsmarkt und sozialen Sicherungssystemen sind eng miteinander verbunden. Sie lassen sich nur lösen, wenn wirtschaftliche Dynamik und soziale Stabilität gemeinsam gestärkt werden."
