Medieninformation vom 6. Mai 2026

Konflikte im Mittleren und Nahen Osten treffen regionale Wirtschaft / IHK-Außenwirtschaftsforum am 23. Juni

Die Konflikte im Mittleren und Nahen Osten hat für einen Großteil der Unternehmen in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg bereits jetzt spürbar negative Auswirkungen. Die IHK geht deshalb weiterhin von einer angespannten Situation insbesondere für die exportorientierte Wirtschaft aus und mahnt zur Stärkung internationaler Handelsbeziehungen und zum Bürokratieabbau.
Nach Angaben der IHK sehen sich in einer landesweiten Umfrage 85 Prozent der Betriebe branchenübergreifend durch die Konflikte beeinträchtigt. Besonders deutlich würden steigende Fracht- und Transportkosten zu Buche schlagen: Mehr als 60 Prozent der Unternehmen berichten von Belastungen, in der Industrie mit 75 Prozent und im Handel mit 78 Prozent sogar eine klare Mehrheit. Bernd Seemann, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses, verweist in diesem Zusammenhang auf Kosten in Höhe von aktuell 2.100 Euro für einen 20-Fuß-Container von China nach Deutschland. „Vor den Auseinandersetzungen im Mittleren und Nahen Osten waren es 1.800 Euro. Zwar verläuft die zentrale Handelsroute zwischen China und Europa nicht durch die Straße von Hormus – die Spannungen in der Region erhöhen jedoch die Energiekosten, verknappen die Kapazitäten und treiben damit die Transportpreise für die Unternehmen in die Höhe“, so Seemann.
Lieferengpässe seien derzeit zwar noch weniger stark ausgeprägt, doch die Risiken blieben hoch. In der Industrie berichtet bereits knapp jedes zweite Unternehmen von Einschränkungen. Erschwerend kommt für die exportorientierte Wirtschaft in der Region hinzu, dass rund 80 Prozent der Unternehmen mit Auslandstätigkeiten unter zunehmenden Handelsbarrieren und steigenden Zöllen zu kämpfen haben. „Die weiterhin ausufernde Bürokratie in allen Bereichen und die regulatorischen Anforderungen erschweren das operative Auslandsgeschäft zusätzlich“, so Seemann. Das bindet Ressourcen in Unternehmen, die eigentlich zur Erschließung alternativer Märkte benötigt werden.“
Den steigenden administrativen Aufwand für Unternehmen hatten Unternehmen zuletzt besonders kritisch bewertet. Eine Mehrheit von 51 Prozent klagten in der bundesweiten Umfrage der IHK-Organisationen über komplexe Genehmigungsverfahren, Exportkontrollen und Dokumentationspflichten, 46 Prozent über umfangreiche Berichtspflichten entlang der Lieferketten und 35 Prozent über neue Verpackungsvorgaben.
IHK-Vizepräsident Dr. Steffen P. Würth sagt: „Unsere Betriebe möchten neue Märkte erschließen, doch statt Fortschritt dominieren Formulare und Genehmigungsverfahren. Das kostet Zeit und Geld – und im schlimmsten Fall gehen sogar Aufträge verloren.“ Der Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Krieg im Mittleren und Nahen Osten machten die Lage nicht besser und brächten noch mehr Unsicherheit mit sich. „Die Situation gerade im Auslandsgeschäft bleibt daher weiterhin angespannt“, fasst Würth die aktuelle Lage zusammen.
Vor dem Hintergrund der globalen Unsicherheiten weist die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg auf ihr international ausgerichtetes Beratungs- und Informationsangebot hin. Neben regelmäßigen Formaten zur Erkundung neuer ausländischer Märkte richtet die IHK am 23. Juni im Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen ihr inzwischen 10. Außenwirtschaftsforum aus. Auf der Agenda stehen aktuelle Entwicklungen im internationalen Handel genauso wie beispielsweise künftige Einsatzmöglichkeiten von KI bei der Exportabwicklung und Neuerungen im Außenwirtschaftsrecht.
Weitere Informationen zum Programm des Außenwirtschaftsforums und zur Anmeldung sind online unter www.ihk.mom/sbh/veranstaltungen abrufbar oder über IHK-Mitarbeiterin Cristina Biljaka telefonisch unter 07721 922-122 oder per E-Mail an cristina.biljaka@vs.ihk.mom zu erfahren.