Medieninformation vom 8. Mai 2026
Herber Rückschlag: IHK zu den Zollandrohungen der US-Administration
Nach den jüngsten Anzeichen einer leichten Erholung in der Automobilwirtschaft wären erneute Zölle auch ein herber Rückschlag für viele Zulieferer aus der Region, schätzt IHK-Projektleiter Martin Schmidt die US-Drohungen ein. Nach einer in der Vergangenheit erfolgreichen Klage gegen die US-Zollpolitik gäbe es aktuell aber noch keine Grundlage zur Umsetzung der letzte Woche angedrohten Zölle. „In der Vergangenheit hat der US-Präsident in verschiedenen Kontexten wiederholt Drohungen ausgesprochen, um letztlich noch eine Einigung zu erzielen“, so Schmidt.
Gleichzeitig mache die derzeitige Androhung deutlich, dass der US-amerikanische Markt für deutsche Automobilzulieferer zunehmend volatiler wird. Klar sei, dass die Ankündigungen die deutschen und damit auch die regionalen Automobilzulieferer zu einem ungünstigen Zeitpunkt treffen. „Der deutsche Automobilmarkt steht ohnehin unter erheblichem Transformationsdruck. Zusätzlicher zollpolitischer Druck stellt in der bereits angespannten Lage eine weitere, unnötige Belastung dar, insbesondere vor dem Hintergrund eng verflochtener transatlantischer Lieferketten und laufender strategischer Anpassungsprozesse in der Branche“, erklärt Schmidt.
Als TOP-100 Automotive-Standort in Deutschland wäre die Region Schwarzwald-Baar-Heuberg mit zahlreichen kleinen und mittelständischen Automobilzulieferern besonders von neuen Zöllen betroffen. In den drei Landkreisen Rottweil und Tuttlingen sowie dem Schwarzwald-Baar-Kreis sind knapp 25.000 Beschäftigte in der direkten Produktion von Teilen und Komponenten für Pkw sowie in vor- bzw. nachgelagerten Wertschöpfungsketten tätig. Damit liegt die automobile Beschäftigungsquote der Region deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Martin Schmidt empfiehlt den Zulieferern deshalb, die Entwicklungen weiterhin genau zu beobachten und zu prüfen, ob und wie mittelfristig eine Diversifizierung von Lieferketten und die Erschließung neuer Märkte wie Mercosur oder Indien möglich sind. Die IHK bietet mit dem Außenwirtschaftsforum am 23. Juni interessierten Unternehmen eine entsprechende Plattform. Weitere Informationen zum Außenwirtschaftsforum sind abrufbar unter www.ihk.mom/sbh/veranstaltungen.
