Medieninformation vom 9. Juli 2026

10. Ausgabe des IHK-Außenwirtschaftsforums: Zoll, Sanktionen und globale Dynamiken im Fokus

Mehr Grenzen, mehr Kontrolle und weniger Vertrauen prägen zunehmend die internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Geopolitische Konflikte, neue Sanktionen, komplexere Zollverfahren und wachsende Berichtspflichten verändern die Rahmenbedingungen für exportorientierte Unternehmen spürbar. So lautet das Fazit des 10. IHK-Außenwirtschaftsforums d im Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen mit rund 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
IHK-Vizepräsident Dr. Steffen P. Würth machte in seiner Begrüßung deutlich, dass der Außenhandel heute stärker denn je von politischen Entscheidungen geprägt wird. „Der Außenhandel ist kein Selbstläufer mehr. Er war es auch nie. Aber heute ist er vor allem eines: politisch, komplex und zunehmend widersprüchlich“, erklärte Würth. Die Unternehmen seien zunehmend mit zusätzlichen Vorschriften, Nachweispflichten und Risikoprüfungen konfrontiert. „Wir erleben eine Entwicklung, bei der Unternehmen nicht an Märkten scheitern, sondern an Prozessen“, so Würth.
Unter dem Leitthema „Außenwirtschaft 2026: Zoll, Sanktionen und globale Dynamiken im Fokus“ beleuchteten zahlreiche Außenwirtschaftsexperten die wichtigsten Entwicklungen im internationalen Geschäft. Im Fokus standen geopolitische Veränderungen und ihre Auswirkungen auf die Handelspolitik, verschärfte Exportkontrollen, neue Nachhaltigkeitsanforderungen, aktuelle Reformen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht sowie die Folgen internationaler Handelskonflikte für Unternehmen. Darüber hinaus wurde diskutiert, welche Chancen und Herausforderungen sich durch die zunehmende Digitalisierung und den Einsatz Künstlicher Intelligenz im Außenhandel ergeben.
In den Vorträg en und Diskussionen wurde deutlich, dass Unternehmen heute in einem Umfeld agieren, das von zunehmender Unsicherheit und immer komplexeren regulatorischen Anforderungen geprägt ist. Gleichzeitig zeigten die Expertinnen und Experten praxisnahe Lösungsansätze auf, wie Risiken reduziert, Prozesse effizient gestaltet und internationale Geschäftsbeziehungen erfolgreich weiterentwickelt werden können.
Bernd Seemann, Vorsitzender des IHK-Außenwirtschaftsausschusses, betonte die Bedeutung des Forums für die regionale Wirtschaft: „Die internationalen Rahmenbedingungen verändern sich mit hoher Geschwindigkeit. Unternehmen benötigen deshalb aktuelle Informationen, praktische Orientierung und den Austausch mit Experten. Genau diesen Mehrwert bietet das Außenwirtschaftsforum seit vielen Jahren.“
Als Resümee des d iesjährigen Außenwirtschaftsforums kristallisierte sich bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern heraus, dass der internationale Handel nicht das Problem, sondern Teil der Lösung ist. Damit Unternehmen ihre Chancen auf den Weltmärkten nutzen können, brauchen sie wieder mehr Planbarkeit, Verlässlichkeit und Augenmaß bei politischen und regulatorischen Entscheidungen.
Das 11. Außenwirtschaftsforum findet im kommenden Jahr turnusgemäß in digitaler Form statt. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.