Medieninformation vom 17. Juli 2026
IHK-Außenwirtschaftsausschuss: Chinesische Exportkontrolle und aktuelle EU-Zollpolitik stellen Unternehmen vor Herausforderungen
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit und regulatorische Anforderungen an regionale Unternehmen standen im Mittelpunkt des jüngsten Treffens des IHK-Außenwirtschaftsausschusses. Besonders intensiv wurde über die derzeitigen und angekündigten Pläne der Volksrepublik China zu den import- und exportseitigen Exportkontrollen und über die damit verbundenen Risiken für die Wirtschaft in der Region diskutiert.
Katharina Neckel, Referatsleiterin Außenwirtschaftsrecht und Handelsvereinfachungen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) aus Berlin, erläuterte das noch relativ neue chinesische Exportkontrollrecht. In diesem Bereich stünden die Unternehmen im Spannungsfeld zwischen den USA, Europa und der Volksrepuplik China, da deutsche Waren häufig chinesische, europäische und amerikanische Bauteile enthalten. Um hier noch den richtigen Überblick zu behalten und nicht gegen Exportkontrollrecht zu verstoßen, gab Katharina Neckel praktische Tipps und schaffte Transparenz.
IHK-Zollreferentin Yvonne Schrempp informierte die Ausschussmitglieder über das neu eingeführte, volldigitalisierte eCarnet – das internationale Zollpassierscheinheft. Diese oft als „Reisepass für Waren“ bezeichneten Dokumente vereinfachen den vorübergehenden Export von Berufsausrüstung, Messegütern
und Warenmustern in Drittländer und wieder zurück in die EU. Es erspart aufwändige Zollanmeldungen sowie die Hinterlegung von teuren Kautionen oder Zöllen im Ausland. Die IHK hatte in der Vergangenheit zusammen mit dem Zoll und ausgewählten Unternehmen das digitale Verfahren getestet. Seit 1. Juni 2026 können Unternehmen nun auf das eCarnet zurückgreifen.
Der IHK-Außenwirtschaftsausschuss traf sich im Haus der Wirtschaft in Villingen-Schwenningen: Oben von links: Matthias Huber (Burger Industriewerk GmbH & Co. KG), Christoph Wojda (Wiha Werkzeuge GmbH), Thorsten Keßler (Helios Ventilatoren), Sven Wehinger (Griwecolor GmbH), IHK-Außenwirtschaftsreferent Jörg Hermle. Unten von links Jan C. Rolli (Stellv. Ausschussvorsitzender, dormakaba Deutschland GmbH), Uwe Wernz (Gast), Jutta Baumann (Heinrich Kipp Werke), IHK-Zollreferentin Yvonne Schrempp und Martin Schmidt (Stellv. IHK Geschäftsbereichsleiter).
Jan C. Rolli von dormakaba Deutschland GmbH in Villingen-Schwenningen informierte die Mitglieder als stellvertretender Ausschussvorsitzender über die neuesten Schutzmaßnahmen der Europäischen Union für bestimmte Importstahlerzeugnisse, die ab 1. Juli 2026 gelten und den Warenimport für deutsche Unternehmen erheblich verteuern. „Zusätzlich müssen ab dem 1. Oktober 2026 Nachweise für das ‚Land des Gießens und Schmelzens‘ vorgelegt werden, was die Bürokratie für die Unternehmen aufwendiger macht“, ergänzt Jan Rolli. Weitere Neuerungen gebe es bei der Zollfreiheit zahlreicher US-Importwaren, bei der künftigen Digitalisierung von Lieferantenerklärungen und beim Import von Kleinsendungen, insbesondere aus der Volksrepublik China.
Die IHK unterstützt und berät Unternehmen bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben. „Durch die Mitarbeit im Außenwirtschaftsausschuss der IHK behalten Unternehmen den Überblick über die Entwicklungen im internationalen Handel. Aktuelle Sanktionen, Exportkontrollen, Neuregelungen bei Kleinsendungen sowie die Zollpolitik der Europäischen Union sind nur eine Auswahl an aktuell relevanten Themen“, so Rolli.
Der IHK-Außenwirtschaftsausschuss ist das beratende Gremium der IHK-Vollversammlung in allen außenwirtschaftlichen Angelegenheiten. Die Mitglieder tauschen sich regelmäßig über aktuelle außenwirtschaftsrechtliche Themen aus und erarbeiten Ideen zur Stärkung der Rahmenbedingungen für Unternehmen.
