IHK-MAGAZIN
Nr. 7007672
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Bredstedt: North-Tec Biogas

Im Grenzland verschmelzen

Seit 2024 ist das Bredstedter Unternehmen North-Tec Biogas Teil der BioCirc Group aus Dänemark. Das Ziel: Kompetenzen bündeln und so die Angebote in beiden Ländern weiter ausbauen. Für ihre Zusammenarbeit wurden sie mit dem „German-Danish Newcomer oft the Year“-Preis 2025 der AHK Kopenhagen ausgezeichnet.
Portrait von Jan Momsen
Geschäftsführer Jan Momsen © North-Tec Biogas
„Einfach machen“, sagt Geschäftsführer Jan Momsen über den Markteintritt in Dänemark. Schon vor dem Zusammenschluss mit der dänischen BioCirc Group 2024 war North-Tec Biogas im Nachbarland aktiv. Neben dem Anlagenbaugeschäft gehören auch Inbetriebnahme, Engineeringund Wartung zum Service des Bredstedter Unternehmens. „2016 erreichten uns die ersten Anfragen aus Dänemark. Dadurch boten sich für uns neue Chancen, denn der Biogasmarkt hier im Norden bei uns ist begrenzt“, so Momsen.
Ganz ohne Herausforderungen ist die Arbeit im Grenzgebiet nicht. „Dahinter steckt viel Regulatorik. Ob Gewerkschaften, Steuerbehörden, Arbeitssicherheit und -schutz – es braucht einige Behördengänge, besonders wenn Mitarbeitende im Spiel sind“, weiß der Geschäftsführer. Es gebe aber für alles eine Lösung und werde mit der Zeit einfacher.
Für North-Tec Biogas überwiegen die Chancen: In Dänemark sind die Anlagen auf Effizienz und Produktion getrimmt. „In Schleswig-Holstein finden wir Biogasanlagen vorwiegend im landwirtschaftlichen Sektor. Die Anlagen sind kleiner und übersichtlicher. Die Betreiber sind oft selbst in der Lage, bei Ausfällen zu reagieren und im Notfall auch zu reparieren“, sagt der Geschäftsführer. Im Nachbarland hingegen lässt das die Größe der Anlagen schon nicht zu. So verarbeiten diese im Durchschnitt zwischen 200.000 und 500.000 Tonnen, in Deutschland liegt dieser Wert zwischen 10.000 und 30.000 Tonnen. „Dänemark ist ein spannender Marktplatz für deutsche Betriebe. Wer gute Arbeit zu attraktiven Preisen leistet, kann stark profitieren. Die höheren Mitarbeiterkosten im Nachbarland bieten uns einen Wettbewerbsvorteil. Zudem spricht sich gute Leistung schnell weiter, da die Dänen eng vernetzt sind.“
Die Dänen und wir Schleswig-Holsteiner sind uns zudem sehr ähnlich – das sorgt für eine gute Arbeitskultur.
Sich einem dänischen Partner anzuschließen, war ein Prozess. „Wir wussten, auf lange Sicht müssen wir etwas machen, um freier auf dem dänischen Markt zu sein. Über gemeinsame Kontakte sind wir schließlich auf die BioCirc Group gestoßen; einer der größten Biogasanlagenbetreiber“, so Momsen. Nach längerem Austausch folgte schließlich der Zusammenschluss. Gemeinsam möchten sie Synergien bilden: Ihr Wissen miteinander teilen, bessere Marktzugänge schaffen, Lücken in der Auslastung schließen und zusammen weiterwachsen.
Als nächstes Projekt haben die Partner das Ziel, eine Plattform auf die Beine zu stellen, die mit Einsatz von KI datenbasierte Entscheidungen treffen kann. Jan Momsen sieht der Zusammenarbeit freudig entgegen: „Gemeinsam lassen sich Investitionen leichter meistern. Die Dänen und wir Schleswig-Holsteiner sind uns zudem sehr ähnlich – das sorgt für eine gute Arbeitskultur.“
Mehr aus den Rubriken: Außenwirtschaft, Unternehmensstorys
Autorin: Joana Detlefs
Veröffentlicht: April 2026

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