Der Einzelhandel im Landkreis Göppingen
Kennzahlen und Entwicklungen
Vorbemerkungen
Alle nachfolgenden Daten wurden der IHK Region Stuttgart von der Michael Bauer Research GmbH zur Verfügung gestellt. Sie basieren auf statistischen Daten und Hochrechnungen für das Jahr 2026. Die Rechte der Veröffentlichung der Daten liegen bei der IHK Region Stuttgart.
Einzelhandelsrelevante Kaufkraft im Landkreis Göppingen – Was haben die Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung?
Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft beschreibt den Wert in Euro, den die Einwohner einer Stadt oder Kommune statistisch pro Kopf im Einzelhandel ausgeben können. Dies bedeutet, je höher dieser Wert ist, desto wohlhabender sind die Menschen, die in dieser Gemeinde leben. Dies bedeutet aber auch, dass das Geld nicht komplett in den stationären Handel fließt, sondern auch und für die stationären Einzelhändler leider spürbar immer mehr in den Onlinehandel.
Die Einwohner von Grünwald bei München verfügen seit Jahren über die höchste einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Deutschland. Diese liegt 2026 bei geschätzten 13.274 Euro pro Kopf. Zum Vergleich: Die Göppinger haben hier lediglich 8.056 Euro zur Verfügung und die Bürgerinnen und Bürger Geislingens 7.258 Euro, also lediglich 55 Prozent der Grünwalder. Ein durchschnittlicher Deutscher hat zum Vergleich 8.190 Euro für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung.
Innerhalb des Landkreises Göppingen haben wie im Vorjahr die Einwohner von Bad Überkingen das meiste Geld. Sie können 9.440 Euro pro Kopf im Einzelhandel ausgeben. Beim größeren Nachbarn Geislingen hingegen sind es pro Kopf über 2.000 Euro weniger. Damit liegen die Geislinger innerhalb des Landkreises an letzter Stelle der 37 Gemeinden. Auch die Göppinger weisen hier mit 8.056 Euro pro Kopf keinen Höchstwert aus, was lediglich Platz 32 im Kreis Göppingen bedeutet. Lediglich Salach (8.029 Euro), Wiesensteig (7.982 Euro), Kuchen (7.894 Euro) und Eislingen (7.542 Euro) liegen noch zwischen Göppingen und dem Schlusslicht Geislingen. Ganz oben sonnen sich hinter Bad Überkingen die Bürger von Bad Ditzenbach (9.190 Euro), Zell unter Aichelberg (9.157 Euro), Bad Boll (9.140 Euro) und Adelberg (9.023 Euro).
Die Einwohner von Grünwald bei München verfügen seit Jahren über die höchste einzelhandelsrelevante Kaufkraft in Deutschland. Diese liegt 2026 bei geschätzten 13.274 Euro pro Kopf. Zum Vergleich: Die Göppinger haben hier lediglich 8.056 Euro zur Verfügung und die Bürgerinnen und Bürger Geislingens 7.258 Euro, also lediglich 55 Prozent der Grünwalder. Ein durchschnittlicher Deutscher hat zum Vergleich 8.190 Euro für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung.
Innerhalb des Landkreises Göppingen haben wie im Vorjahr die Einwohner von Bad Überkingen das meiste Geld. Sie können 9.440 Euro pro Kopf im Einzelhandel ausgeben. Beim größeren Nachbarn Geislingen hingegen sind es pro Kopf über 2.000 Euro weniger. Damit liegen die Geislinger innerhalb des Landkreises an letzter Stelle der 37 Gemeinden. Auch die Göppinger weisen hier mit 8.056 Euro pro Kopf keinen Höchstwert aus, was lediglich Platz 32 im Kreis Göppingen bedeutet. Lediglich Salach (8.029 Euro), Wiesensteig (7.982 Euro), Kuchen (7.894 Euro) und Eislingen (7.542 Euro) liegen noch zwischen Göppingen und dem Schlusslicht Geislingen. Ganz oben sonnen sich hinter Bad Überkingen die Bürger von Bad Ditzenbach (9.190 Euro), Zell unter Aichelberg (9.157 Euro), Bad Boll (9.140 Euro) und Adelberg (9.023 Euro).
Einzelhandelsumsatz – Was kommt im Handel an?
Der Einzelhandelsumsatz gibt den Wert an, der im Einzelhandel – also im stationären sowie im Onlinehandel – pro Kopf ausgegeben wird. Dieser unterscheidet sich teilweise stark von der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft des jeweiligen Ortes.
Die Einkaufsstadt Göppingen als eines von zwei Mittelzentren im Landkreis Göppingen verfügt erwartungsgemäß mit 10.665 Euro pro Kopf über den höchsten Einzelhandelsumsatz aller Landkreisgemeinden. Im Vergleich dazu überraschen die relativ kleinen Gemeinden Zell unter Aichelberg (9.009 Euro) sowie Rechberghausen (8.760 Euro) auf den Plätzen zwei und drei. Geislingen (8.328 Euro), das zweite Mittelzentrum im Landkreis liegt hier trotz Outlet-Center lediglich auf dem vierten Rang. Hier lohnt ein genauerer Blick auf die Gründe für das Zustandekommen dieser Werte.
Göppingen bietet vom Möbelhaus über Baumärkte, Fahrrädern bis hin zu Bekleidung und Schuhen das volle Sortiment im Einzelhandel. Innerhalb der Region Stuttgart steht Göppingen beim Einzelhandelsumsatz auf Rang fünf. Lediglich Sindelfingen (12.725 Euro) auf Rang eins, Ludwigsburg (11.268 Euro), Steinheim an der Murr (11.202 Euro) und Backnang (11.128 Euro) weisen höhere Umsätze vor.
In Zell unter Aichelberg gibt es lediglich einen Supermarkt. Ansonsten kann man dort noch bei zwei Autohäusern Autos kaufen. Trotzdem liegt der Ort beim Einzelhandelsumsatz auf Rang zwei im Landkreis. Dies liegt an einem der beiden Autohäuser, das sehr hochpreisige Fahrzeuge zwischen 200 und 600 Tausend Euro verkauft.
Rechberghausen mit seinen rund 5.500 Einwohnern verfügt über zwei Discounter und einen Vollsortiment-Supermarkt, alle direkt an der B 297 gelegen. Hier kaufen auch die Einwohner der Umlandgemeinden sowie aus dem Göppinger Norden ein.
Die Einkaufsstadt Göppingen als eines von zwei Mittelzentren im Landkreis Göppingen verfügt erwartungsgemäß mit 10.665 Euro pro Kopf über den höchsten Einzelhandelsumsatz aller Landkreisgemeinden. Im Vergleich dazu überraschen die relativ kleinen Gemeinden Zell unter Aichelberg (9.009 Euro) sowie Rechberghausen (8.760 Euro) auf den Plätzen zwei und drei. Geislingen (8.328 Euro), das zweite Mittelzentrum im Landkreis liegt hier trotz Outlet-Center lediglich auf dem vierten Rang. Hier lohnt ein genauerer Blick auf die Gründe für das Zustandekommen dieser Werte.
Göppingen bietet vom Möbelhaus über Baumärkte, Fahrrädern bis hin zu Bekleidung und Schuhen das volle Sortiment im Einzelhandel. Innerhalb der Region Stuttgart steht Göppingen beim Einzelhandelsumsatz auf Rang fünf. Lediglich Sindelfingen (12.725 Euro) auf Rang eins, Ludwigsburg (11.268 Euro), Steinheim an der Murr (11.202 Euro) und Backnang (11.128 Euro) weisen höhere Umsätze vor.
In Zell unter Aichelberg gibt es lediglich einen Supermarkt. Ansonsten kann man dort noch bei zwei Autohäusern Autos kaufen. Trotzdem liegt der Ort beim Einzelhandelsumsatz auf Rang zwei im Landkreis. Dies liegt an einem der beiden Autohäuser, das sehr hochpreisige Fahrzeuge zwischen 200 und 600 Tausend Euro verkauft.
Rechberghausen mit seinen rund 5.500 Einwohnern verfügt über zwei Discounter und einen Vollsortiment-Supermarkt, alle direkt an der B 297 gelegen. Hier kaufen auch die Einwohner der Umlandgemeinden sowie aus dem Göppinger Norden ein.
Kaufkraftbindungsquote – Was bleibt von der Kaufkraft im Ort?
Wichtig für den Handel vor Ort ist neben der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft vor allem die Kaufkraftbindungsquote. Dies ist der Quotient aus einzelhandelsrelevanter Kaufkraft und Einzelhandelsumsatz. Ist der Umsatz höher als die Kaufkraft, liegt dieser Wert über 100 Prozent.
Göppingen hat hier seit Jahren den ersten Platz inne. Im Jahr 2026 beträgt hier der Wert 132 Prozent. Damit steht die Stadt auch innerhalb der Region Stuttgart sehr gut da. Lediglich Sindelfingen (151 Prozent), Backnang (136 Prozent) und Ludwigsburg (134 Prozent) können hier bessere Werte aufweisen. Allerdings hat sich dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Da waren es noch 134 Prozent und Göppingen lag da innerhalb der Region noch auf dem dritten Rang, gemeinsam mit Ludwigsburg. Ludwigsburg hat im Vergleich zum Vorjahr keine Einbußen hinnehmen müssen, während Sindelfingen und Backnang jeweils einen Prozentpunkt verlieren.
Auf Platz zwei bei der Kaufkraftbindungsquote im Landkreis Göppingen liegt wie in den Jahren zuvor Geislingen mit 115 Prozent und damit einem Prozent mehr als im Vorjahr. Innerhalb der Region Stuttgart bedeutet dies immerhin Rang sieben, direkt hinter Böblingen, das einen Prozentpunkt mehr aufweisen kann.
An dritter Stelle innerhalb des Landkreises findet sich Rechberghausen mit einem Wert von 101 Prozent und damit noch knapp über dem Mittelzufluss. Alle anderen Gemeinden verlieren aufgrund mangelnden Angebots Kaufkraft an das Umland bzw. die größeren Gemeinden. Alle Städte im Kreis Göppingen mit Ausnahme von Göppingen und Geislingen weisen Werte teilweise deutlich unter den Einhundertprozentmarke auf. Die drittgrößte Gemeinde Eislingen weist eine Kaufkraftbindungsquote von lediglich 94 Prozent aus. Ebersbach, die viertgrößte Gemeinde schafft es lediglich auf 56 Prozent.
Die Händler im Landkreis Göppingen werden aufgrund dieser Zahlen nicht in Jubelstürme ausbrechen. Die tatsächlichen Einnahmen sind nämlich noch deutlich geringer, weil die Kaufkraft eben auch und immer stärker in den Onlinehandel fließt.
Göppingen hat hier seit Jahren den ersten Platz inne. Im Jahr 2026 beträgt hier der Wert 132 Prozent. Damit steht die Stadt auch innerhalb der Region Stuttgart sehr gut da. Lediglich Sindelfingen (151 Prozent), Backnang (136 Prozent) und Ludwigsburg (134 Prozent) können hier bessere Werte aufweisen. Allerdings hat sich dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Da waren es noch 134 Prozent und Göppingen lag da innerhalb der Region noch auf dem dritten Rang, gemeinsam mit Ludwigsburg. Ludwigsburg hat im Vergleich zum Vorjahr keine Einbußen hinnehmen müssen, während Sindelfingen und Backnang jeweils einen Prozentpunkt verlieren.
Auf Platz zwei bei der Kaufkraftbindungsquote im Landkreis Göppingen liegt wie in den Jahren zuvor Geislingen mit 115 Prozent und damit einem Prozent mehr als im Vorjahr. Innerhalb der Region Stuttgart bedeutet dies immerhin Rang sieben, direkt hinter Böblingen, das einen Prozentpunkt mehr aufweisen kann.
An dritter Stelle innerhalb des Landkreises findet sich Rechberghausen mit einem Wert von 101 Prozent und damit noch knapp über dem Mittelzufluss. Alle anderen Gemeinden verlieren aufgrund mangelnden Angebots Kaufkraft an das Umland bzw. die größeren Gemeinden. Alle Städte im Kreis Göppingen mit Ausnahme von Göppingen und Geislingen weisen Werte teilweise deutlich unter den Einhundertprozentmarke auf. Die drittgrößte Gemeinde Eislingen weist eine Kaufkraftbindungsquote von lediglich 94 Prozent aus. Ebersbach, die viertgrößte Gemeinde schafft es lediglich auf 56 Prozent.
Die Händler im Landkreis Göppingen werden aufgrund dieser Zahlen nicht in Jubelstürme ausbrechen. Die tatsächlichen Einnahmen sind nämlich noch deutlich geringer, weil die Kaufkraft eben auch und immer stärker in den Onlinehandel fließt.
Handel im Wandel - die Abwärts-Entwicklung seit 2015
Mit Blick auf die oben genannten Werte lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung in den vergangenen Jahren ab 2015.
Hier nimmt die einzelhandelsrelevante Kaufkraft aufgrund wachsender Gehälter kontinuierlich zu. Lag diese beispielsweise in Göppingen 2015 bei 6.586 Euro liegt sie 2026 mit 8.056 Euro 1.470 Euro oder 22 Prozent darüber. Weniger gut hat sich hingegen die Kaufkraft in Geislingen entwickelt. Lag diese 2015 noch bei 6.181 Euro, hat sie sich bis 2026 lediglich um 1.077 Euro auf 7.258 Euro erhöht. Hier beträgt der Zuwachs nur 17 Prozent und liegt damit um fünf Prozent unter dem der Stadt Göppingen.
Weniger gut sieht es beim Kaufkraftindex aus. Bei diesem Wert wird die Kaufkraft einer Gemeinde mit der durchschnittlichen Kaufkraft in Deutschland ins Verhältnis gesetzt.
Hier spiegelt sich deutlich die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre im Kreis Göppingen aber auch in der Region Stuttgart wider. Göppingen verliert hier seit 2015 3,6 Punkte, Geislingen sogar 7,1. Die Region Stuttgart verschlechtert sich insgesamt um 3,1 Punkte. Damit liegen die beiden größten Gemeinden im Kreis Göppingen noch über den Verlusten der Region Stuttgart. Dies bedeutet, beide Städte sind von der negativen wirtschaftlichen Entwicklung überdurchschnittlich stark betroffen. Der Landkreis Göppingen hingegen verliert lediglich 2,4 Prozent an Kaufkraft.
Beim Einzelhandelsumsatz konnte Göppingen seit 2015 um 514 Euro zulegen. Geislingen hingegen hat 270 Euro an pro Kopf-Umsatz verloren. Innerhalb der Region Stuttgart konnten die Händler ein Umsatzplus von 731 Euro verzeichnen, genauso viel wie die Händler im Landkreis Göppingen. Zum Vergleich: Sindelfingen kann sich in diesem Zeitraum über einen Zuwachs von 2.123 Euro freuen und der Durchschnitt in Deutschland betrug plus 1.102 Euro.
Nimmt man nun den bundesweiten Durchschnitt der Umsatzentwicklung und stellt diesen ins Verhältnis zur Entwicklung der Umsätze im Kreis Göppingen sowie in der Region Stuttgart ergibt sich für Göppingen ein Minus von 23,4 Prozent. Geislingen verliert mit 28,2 Prozent dagegen noch deutlich stärker an Umsatz. Einziger Trost für Geislingen bleibt die Entwicklung in Esslingen, das zwar nicht zum Landkreis Göppingen zählt. Bei dem sich die Umsätze mit einem Minus von 30,1 Prozent allerdings nochmals schlechter entwickelt haben. Die Umsätze im Landkreis Göppingen sinken im Vergleich nur um 6 Prozent, während die in der Region Stuttgart um 7,1 Prozent sinken.
Der relative Rückgang bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft im Vergleich zum deutschen Durchschnittswert ist für viele stationäre Händler bereits eine große Herausforderung. Wirft man nun noch einen Blick auf die Zeitreihe der Kaufkraftbindungsquote wird deutlich, wie stark sich der Kaufkraftabfluss in den vergangenen Jahren zudem in Richtung Online-Handel entwickelt hat. 2015 lag die Kaufkraftbindung in der Stadt Göppingen noch bei 151 Prozent. 2026 sind es lediglich noch 132 Prozent, ein Minus von 19 Prozent. In Geislingen lag dieser Wert 2015 noch bei 135 Prozent und liegt in diesem Jahr bei nur noch 115 Prozent, ein Minus von 20 Prozent. Im Landkreis Göppingen (87 Prozent im Jahr 2015 – 82 Prozent im Jahr 2026) sowie in der Region Stuttgart (85 Prozent im Jahr 2015 und 80 Prozent im Jahr 2026) beträgt das Minus lediglich fünf Prozent.
Für viele Händler im Landkreis und auch in der Region Stuttgart bedeutete diese Entwicklung in den vergangenen Jahren bereits das Aus. Es gibt allerdings auch gegenläufige Entwicklungen. Händler, die in moderne Einrichtung investieren, um einkaufen zum Erlebnis zu machen, die auf soziale Medien setzen, um ihre Kunden zu erreichen und zu informieren, die unabhängig von Ladenöffnungszeit auch online Beratungen durchführen oder die selbst im Online-Handel tätig werden, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern.
Hier nimmt die einzelhandelsrelevante Kaufkraft aufgrund wachsender Gehälter kontinuierlich zu. Lag diese beispielsweise in Göppingen 2015 bei 6.586 Euro liegt sie 2026 mit 8.056 Euro 1.470 Euro oder 22 Prozent darüber. Weniger gut hat sich hingegen die Kaufkraft in Geislingen entwickelt. Lag diese 2015 noch bei 6.181 Euro, hat sie sich bis 2026 lediglich um 1.077 Euro auf 7.258 Euro erhöht. Hier beträgt der Zuwachs nur 17 Prozent und liegt damit um fünf Prozent unter dem der Stadt Göppingen.
Weniger gut sieht es beim Kaufkraftindex aus. Bei diesem Wert wird die Kaufkraft einer Gemeinde mit der durchschnittlichen Kaufkraft in Deutschland ins Verhältnis gesetzt.
Hier spiegelt sich deutlich die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre im Kreis Göppingen aber auch in der Region Stuttgart wider. Göppingen verliert hier seit 2015 3,6 Punkte, Geislingen sogar 7,1. Die Region Stuttgart verschlechtert sich insgesamt um 3,1 Punkte. Damit liegen die beiden größten Gemeinden im Kreis Göppingen noch über den Verlusten der Region Stuttgart. Dies bedeutet, beide Städte sind von der negativen wirtschaftlichen Entwicklung überdurchschnittlich stark betroffen. Der Landkreis Göppingen hingegen verliert lediglich 2,4 Prozent an Kaufkraft.
Beim Einzelhandelsumsatz konnte Göppingen seit 2015 um 514 Euro zulegen. Geislingen hingegen hat 270 Euro an pro Kopf-Umsatz verloren. Innerhalb der Region Stuttgart konnten die Händler ein Umsatzplus von 731 Euro verzeichnen, genauso viel wie die Händler im Landkreis Göppingen. Zum Vergleich: Sindelfingen kann sich in diesem Zeitraum über einen Zuwachs von 2.123 Euro freuen und der Durchschnitt in Deutschland betrug plus 1.102 Euro.
Nimmt man nun den bundesweiten Durchschnitt der Umsatzentwicklung und stellt diesen ins Verhältnis zur Entwicklung der Umsätze im Kreis Göppingen sowie in der Region Stuttgart ergibt sich für Göppingen ein Minus von 23,4 Prozent. Geislingen verliert mit 28,2 Prozent dagegen noch deutlich stärker an Umsatz. Einziger Trost für Geislingen bleibt die Entwicklung in Esslingen, das zwar nicht zum Landkreis Göppingen zählt. Bei dem sich die Umsätze mit einem Minus von 30,1 Prozent allerdings nochmals schlechter entwickelt haben. Die Umsätze im Landkreis Göppingen sinken im Vergleich nur um 6 Prozent, während die in der Region Stuttgart um 7,1 Prozent sinken.
Der relative Rückgang bei der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft im Vergleich zum deutschen Durchschnittswert ist für viele stationäre Händler bereits eine große Herausforderung. Wirft man nun noch einen Blick auf die Zeitreihe der Kaufkraftbindungsquote wird deutlich, wie stark sich der Kaufkraftabfluss in den vergangenen Jahren zudem in Richtung Online-Handel entwickelt hat. 2015 lag die Kaufkraftbindung in der Stadt Göppingen noch bei 151 Prozent. 2026 sind es lediglich noch 132 Prozent, ein Minus von 19 Prozent. In Geislingen lag dieser Wert 2015 noch bei 135 Prozent und liegt in diesem Jahr bei nur noch 115 Prozent, ein Minus von 20 Prozent. Im Landkreis Göppingen (87 Prozent im Jahr 2015 – 82 Prozent im Jahr 2026) sowie in der Region Stuttgart (85 Prozent im Jahr 2015 und 80 Prozent im Jahr 2026) beträgt das Minus lediglich fünf Prozent.
Für viele Händler im Landkreis und auch in der Region Stuttgart bedeutete diese Entwicklung in den vergangenen Jahren bereits das Aus. Es gibt allerdings auch gegenläufige Entwicklungen. Händler, die in moderne Einrichtung investieren, um einkaufen zum Erlebnis zu machen, die auf soziale Medien setzen, um ihre Kunden zu erreichen und zu informieren, die unabhängig von Ladenöffnungszeit auch online Beratungen durchführen oder die selbst im Online-Handel tätig werden, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern.