Formulare und Informationen zur Fachaufgabe und Dokumentation

Industriekaufmann/-frau (NEU VO 2024)

Hier finden Prüfungsteilnehmende und Unternehmen Informationen zu den Abschlussprüfungen Teil 1 und Teil 2 des neugeordneten Ausbildungsberufs Industriekaufmann/-frau (für Verträge ab dem 01.08.2024).

Schriftliche Abschlussprüfungen

Die schriftlichen Abschlussprüfungen umfassen insgesamt drei Fächer:
Abschlussprüfung Teil 1:
  • Leistungserstellung, Logistik, Beschaffung und Buchhaltung (25 %)
Abschlussprüfung Teil 2:
  • Marketing, Vertrieb, Personalwesen und kaufmännische Steuerung und Kontrolle (35 %)
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (10 %)

Mündliche Abschlussprüfung

Die mündliche Abschlussprüfung besteht aus der Fachaufgabe im Einsatzgebiet, welche mit 30 % in das Gesamtergebnis einfließt.
Die Fachaufgabe im Einsatzgebiet umfasst folgende Prüfungsbereiche:
  • Antrag zur Fachaufgabe (keine Bewertung)
  • Dokumentation (10 %)
  • Präsentation (20 %)
  • Fallbezogenes Fachgespräch (mündliche Prüfung, 70 %)

Informationen zur Fachaufgabe im Einsatzgebiet

Nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum Industriekaufmann/-frau vom 12.03.2024 ist in der Abschlussprüfung eine selbständig durchgeführte Fachaufgabe im Einsatzgebiet einschließlich Antrag, Dokumentation und Präsentation vorgesehen.
Im Prüfungsbereich „Fachaufgabe im Einsatzgebiet“ hat der Prüfling nachzuweisen, dass er in der Lage ist,
  1. eine komplexe berufstypische Fachaufgabe prozessorientiert zu planen, durchzuführen und auszuwerten,
  2. einsatzgebietsspezifische Lösungen zu analysieren und daraus eine begründete Auswahl unter Berücksichtigung rechtlicher, ökonomischer, ökologischer und sozialer Aspekte zu treffen sowie
  3. das gewählte Vorgehen zu reflektieren, zu dokumentieren sowie die Ergebnisse zu präsentieren und zu bewerten.

Informationen zum Antrag

Vor der Durchführung hat der Prüfling dem Prüfungsausschuss einen Antrag zur Genehmigung der Fachaufgabe im Einsatzgebiet vorzulegen. Der Antrag muss eine Kurzbeschreibung der Aufgabenstellung, der Zielsetzung sowie der dabei zu berücksichtigenden Prozesse enthalten.
Kriterien für die Fachaufgabe im Einsatzgebiet:
  • Das Thema muss aus dem Einsatzgebiet gewählt werden.
  • Es muss mindestens ein Geschäftsprozess analysiert werden.
  • Es müssen Schnittstellen zu anderen Prozessen erkennbar sein.
  • Die Aufgabe muss auf drei bis höchstens 5 Seiten (spätere Dokumentation) dargestellt und in höchstens 10 Minuten präsentiert werden können.
Zeitlicher Richtwert:
Für die Bearbeitung der Fachaufgabe einschließlich der Erstellung der Dokumentation (ca. 16 Stunden) und Erstellung der Präsentation (ca. 8 Stunden) empfehlen wir einen zeitlichen Rahmen von ca. 24 Stunden.
Antragsabgabe:
Die Abgabe wird elektronisch über das Azubi-Infocenter (Digitale Projektanträge) abgewickelt.
  • Der Antrag für die Fachaufgabe muss während dem von der IHK festgesetzten Zeitraum in die Online-Anwendung eingestellt werden. Nach diesem Termin ist der Zugang zum System für die Prüfungsteilnehmenden nicht mehr möglich.
Wird der Antrag ohne wichtigen Grund bis zum Abgabetermin nicht eingestellt, gilt die Prüfung als nicht bestanden.
  • Nach Ablauf des Genehmigungsverfahrens durch die Prüfungsausschüsse werden die Prüfungsteilnehmenden und Ausbildenden zeitgleich über das Ergebnis per E-Mail informiert.
  • Wird ein Antrag nicht genehmigt, so erhält der Antragstellende per E-Mail eine Begründung vom Prüfungsausschuss und muss den neuen oder überarbeiteten Antrag (Nachbesserung) während eines weiteren von der IHK festgesetzten Zeitraumes einreichen.
Die Zugangsdaten für die erstmalige Registrierung im Azubi-Infocenter werden den Prüfungsteilnehmenden von der IHK postalisch wenige Wochen nach Beginn der Ausbildung mitgeteilt.
Leitfaden für den Antrag zur Fachaufgabe:
Was ist in der Online-Anwendung in jedem Feld einzutragen?
  1. Einsatzgebiet der Fachaufgabe
    Bitte nennen Sie Ihr Einsatzgebiet.
    Die Einsatzgebiete:
    • Vertrieb
    • Marketing
    • Beschaffung
    • Logistik
    • Personalwirtschaft
    • Leistungserstellung
    • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
    Die Fachaufgabe muss fachlich exakt zu dem Einsatzgebiet passen und muss vom Prüfungsteilnehmenden eigenständig durchgeführt worden sein.
  2. Titel der Fachaufgabe
    Eine kurze, präzise, fachlich konkrete Überschrift, die den Inhalt der Fachaufgabe klar erkennbar macht.
    Anforderungen:
    • maximal 1 Satz
    • benennt was optimiert/erstellt/analysiert wird
    • benennt wozu (Nutzen/Ziel)
    Beispiele:
    „Optimierung des Warenbestellprozesses zur Reduzierung der Durchlaufzeit“
    „Analyse und Verbesserung des Recruiting Prozesses für Auszubildende“
  3. Geplanter Durchführungszeitraum
    Der Zeitraum, in dem die Erstellung der Dokumentation und Präsentation durchgeführt wird.
    Anforderungen:
    • Durchführung darf erst nach Genehmigung des Antrags beginnen
  4. Aufgabenstellung
    Die übergeordnete Aufgabe, die der Prüfungsteilnehmende bearbeiten soll.
    Anforderungen:
    • beschreibt den Auftrag des Unternehmens
    • darf nicht nur ein Teilaspekt sein
    • muss als komplexe, berufstypische Fachaufgabe erkennbar sein
    Beispiele:
    „Untersuchung und Optimierung des Lieferantenbewertungsprozesses unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten.“
    „Analyse und Neustrukturierung des internen Reklamationsprozesses.“
  5. Ist Zustand
    Die aktuelle, sachliche Ausgangssituation im Betrieb.
    Anforderungen:
    • möglichst konkret
    • realer betrieblicher Zustand
    • keine allgemeinen Unternehmensbeschreibungen
    Beispiele:
    „Der aktuelle Bestellablauf wird manuell per E-Mail abgewickelt und ist nicht standardisiert.“
    „Reklamationen werden derzeit ohne verbindliche Bearbeitungsfristen behandelt.“
  6. Problembeschreibung
    Was genau nicht optimal ist, bzw. wo Handlungsbedarf besteht.
    Anforderungen:
    • klar formuliertes Problem
    • Begründung, warum Verbesserungsbedarf besteht
    • sollte logisch aus dem Ist Zustand hervorgehen
    Beispiele:
    „Die fehlende Standardisierung führt zu langen Durchlaufzeiten und häufigen Rückfragen.“
    „Unvollständige Datenerfassung erschwert die Fehleranalyse.“
  7. Zielsetzung
    Konkrete Ziele, die durch die Fachaufgabe erreicht werden sollen.
    Anforderungen:
    • möglichst messbar (SMART)
    • qualitative + quantitative Ziele
    • Nutzen für den Betrieb
    Beispiele:
    „Reduzierung der Bestellbearbeitungszeit um 20 %“
    „Erhöhung der Prozesstransparenz durch Einführung eines strukturierten Ablaufschemas.“
  8. Schnittstellen
    Personelle und/oder technischen Bereiche, die an der Aufgabe beteiligt sind.
    Beispiele von Arten von Schnittstellen:
    • Abteilungen
    • Personen / Rollen
    • IT Systeme (ERP, CRM, Lagerverwaltung)
    • Kunden oder Lieferanten
  9. Umsetzungsvorgaben
    Alle Vorgaben, die während der Bearbeitung zwingend zu berücksichtigen sind.
    Mögliche Kategorien:
    • rechtliche Rahmenbedingungen
    • betriebliche Richtlinien
    • Kundenanforderungen
    • Budget, Lieferzeiten
    • Datenschutz & IT-Sicherheit (DSGVO)
    Beispiele:
    „Einhaltung der unternehmensinternen Einkaufsrichtlinie.“
    „Beachtung der Vorgaben zur Dokumentationspflicht gemäß DSGVO.“
  10. Anlagen
    Normalerweise muss keine Anlage eingereicht werden (nur in Ausnahmefällen als ergänzende Information). Da es sich um ein Pflichtfeld handelt, schreiben Sie dann gerne „keine Anlagen vorhanden“ in das Feld.

Informationen zur Dokumentation

Über die Fachaufgabe im Einsatzgebiet muss der Prüfungsteilnehmende eine Dokumentation erstellen, die als Basis für die Präsentation und das Fachgespräch dient. In dieser Dokumentation ist die Aufgabenstellung, die Zielsetzung, die Planung, die Durchführung und die Begründung der Vorgehensweise sowie das Ergebnis und dessen Bewertung zu beschreiben. Die Dokumentation wird mit 10 % bewertet.
Umfang der Dokumentation, eventuell benötigte Anlagen und weitere Inhalte
  • Umfang der Dokumentation:
    3 bis höchstens 5 Seiten in üblicher Schriftgröße (Schriftgrad 10–12), Zeilenabstand 1,5;
    Die maximale Seitenzahl der Dokumentation wird von der Ausbildungsordnung vorgeschrieben und muss unbedingt eingehalten werden.

    Zu den maximal 5 Seiten für die Dokumentation kommen noch hinzu:
    • Ein Deckblatt: Name des Prüfungsbewerbers, Ausbildungsberuf, Name des Ausbildungsbetriebes, Aufgabenstellung (Titel der Aufgabe)
    • Ein Inhaltsverzeichnis oder eine Gliederung
    • Bei Nutzung von KI ist verpflichtend ein Quellenverzeichnis auf der letzten Seite der Dokumentation einzufügen.
    • Ihre Anlage/n: Soweit erforderlich, betriebsübliche Unterlagen, der Umfang ist auf das Notwendigste zu beschränken; max. 3 DIN A4 Seiten
Sonstige Hinweise
  • Der Antrag zur Fachaufgabe bleibt für die Prüfer sichtbar im System und muss nicht mehr beigefügt werden.
  • Die persönliche Erklärung muss innerhalb der Onlineanwendung von jedem Prüfungsteilnehmende abgegeben werden. Ein zusätzliches Formular ist nicht mehr nötig.
  • Der Upload der Berichtshefte in der Onlineanwendung ist nicht erforderlich.
Die Dokumentation sowie die Bestätigung über die eigenständige Durchführung müssen der IHK spätestens am ersten Tag von der schriftlichen IHK-Abschlussprüfung Teil 2 in das Azubi-Infocenter eingestellt werden (siehe Terminplan). Weitere Informationen sind unter “Digitale Projektanträge” zu finden.

Wird die Dokumentation ohne wichtigen Grund bis zum Abgabetermin nicht eingestellt, gilt die Prüfung als nicht bestanden.

Informationen zur Präsentation und zum Fachgespräch

Durch die Präsentation und das Fachgespräch soll der Prüfungsteilnehmende zeigen, dass er
  • komplexe Fachaufgaben und ganzheitliche Geschäftsprozesse beherrscht und Problemlösungen in der Praxis erarbeiten kann und
  • die Sachbearbeitung in einem speziellen Geschäftsfeld beherrscht.
In der Präsentation soll der Prüfungsteilnehmende auf Grundlage der Dokumentation zeigen, dass er
  • Sachverhalte, Abläufe und Ergebnisse der bearbeiteten Fachaufgabe erläutern und
  • mit praxisüblichen Mitteln darstellen kann.
In dem Fachgespräch soll der Prüfungsteilnehmende zeigen, dass er
  • die dargestellte Fachaufgabe in Gesamtzusammenhänge einordnen, Hintergründe erläutern und Ergebnisse bewerten kann.
Bei der Ermittlung des Ergebnisses im Prüfungsbereich Einsatzgebiet hat die Dokumentation ein Gewicht von 10 %, die Präsentation von 20 % und das Fachgespräch von 70 %.
Präsentation und Fachgespräch sollen zusammen höchstens 30 Minuten und die Präsentation höchstens 10 Minuten dauern.
Die IHK stellt für die Durchführung der Präsentation Pinnwand, Flipchart und Visualizer, zur Verfügung. Werden andere Präsentationsmittel gewählt, sind diese funktionsfähig zur Prüfung mitzubringen (z. B. Laptop und Beamer).
Fremde Datenträger (z. B. USB-Sticks) dürfen im IT-Netzwerk der IHK Region Stuttgart nicht verwendet werden. Wenn Sie eine PowerPoint-Präsentation vorbereiten, müssen Sie Ihre eigenen Geräte (Laptop und Beamer) zur Prüfung mitbringen.
Bitte denken Sie auch an die verschiedenen Kabel, die Sie für den Aufbau brauchen, insbesondere an Verlängerungs- und Verbindungskabel oder HDMI-Adapter bei Apple Geräten.

Umgang mit KI-Nutzung

Transparenzpflicht bei KI-Nutzung
Die Nutzung von KI-Tools muss offengelegt und nachvollziehbar dokumentiert werden. Dazu ist verpflichtend ein Quellenverzeichnis auf der letzten Seite der Dokumentation und Präsentation einzufügen.

Terminplan

Abgabe des Antrags:
  1. Anmelden im Azubi-Infocenter
  2. Klick auf „Digitaler Projektantrag“
  3. Dann auf „Antrag einreichen“
Hochladen der Dokumentation:
  1. Anmelden im Azubi-Infocenter
  2. Klick auf „Digitaler Projektantrag
  3. Dann auf „Dokument einreichen

Zeitlicher Ablauf für die Winterprüfung 2026/27
Aktion Bearbeiter Zugangszeitraum
1. Einreichung des Antrags zur Fachaufgabe Zugang für die Prüfungsteilnehmenden 19.08. bis 15.09.2026
1. Genehmigungsverfahren durch die Prüfungsausschüsse Zugang für die Prüferinnen und Prüfer 17.09. bis 06.10.2026
2. Einreichung des Antrags zur Fachaufgabe (Nachbesserungen) Zugang für die Prüfungsteilnehmenden 08.10. bis 15.10.2026
2. Genehmigungsverfahren durch die Prüfungsausschüsse Zugang für die Prüferinnen und Prüfer 16.10. bis 22.10.2026
Einreichen der Dokumentation Zugang für die Prüfungsteilnehmenden nach der Genehmigung
bis spätestens 04.11.2026
Sichtung der Dokumentation durch die Ausschüsse. Zugang für die Prüferinnen und Prüfer 10.11. bis 03.02.2027
Schriftliche Abschlussprüfungen 03.11. bis 06.11.2026
Prüfungsergebnisse Im Azubi-Infocenter einsehbar ab 15.12.2026
Präsentation und Fachgespräch 07.01. bis 03.02.2027
Bitte beachten Sie, dass die Einreichungsfristen unbedingt eingehalten werden müssen, da
nach deren Ablauf der Zugang für die Prüfungsteilnehmer gesperrt wird. Liegt kein wichtiger Verhinderungsgrund vor, kann dies zum Nichtbestehen der Abschlussprüfung führen.