Situation Einzelhandel
Stuttgart: Viel Kaufkraft, aber Luft nach oben!
Mit mehr als 5,1 Milliarden Euro stationären Einzelhandelsumsatz ist Stuttgart nach absoluten Zahlen der wichtigste Handelsstandort im regionalen Umfeld.
Gleichzeitig zeigen aktuelle Kennzahlen, dass die Landeshauptstadt ihre hohe Kaufkraft nicht vollständig in stationären Umsatz, also im Einkauf vor Ort in Geschäften umwandelt. Gemessen an ihrem Potenzial fällt die Anziehungskraft des Handels sogar geringer aus als bei einigen vergleichbaren Einkaufsstandorten in der Region.
Zahlen für die Stadt Stuttgart
| Standort | Bevölkerung | einzelhandelsrelevante Kaufkraft 2026 | stationärer Einzelhandelsumsatz 2026 | Zentralitäts- kennziffer |
||||
| Prognose 2026 Jahres-durchschnitt |
in Mio. Euro | Euro pro Kopf |
EH-Kaufkraft-Index D = 100 |
in Mio. Euro |
Euro pro Kopf | Umsatz-kennziffer D = 100 |
2026 D = 100 |
|
| Stuttgart | 610.053 | 5.330,78 | 8.738 | 106,7 | 5.119,41 | 8.392 | 117,4 | 110,0 |
Vier Erkenntnisse zum Handelsstandort Stuttgart
1. Stuttgart verfügt über eine starke Kaufkraftbasis
Mit jährlich 8.738 Euro einzelhandelsrelevanter Kaufkraft pro Einwohner gehört Stuttgart zu den kaufkraftstarken Großstädten Deutschlands. Die Stuttgarterinnen und Stuttgarter verfügen damit über 6,7 Prozent mehr Kaufkraft für Einzelhandelsausgaben als der Bundesdurchschnitt. Dies spiegelt die wirtschaftliche Stärke der Landeshauptstadt wider, die noch von einer hohen Beschäftigung und überdurchschnittlichen Einkommen profitiert.
2. Der Handel bleibt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor
Mit einem Einzelhandelsumsatz von mehr als 5,1 Milliarden Euro ist Stuttgart der größte Handelsstandort im regionalen Umfeld. Der Umsatz je Einwohner liegt 17,4 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und unterstreicht die Bedeutung der Landeshauptstadt als zentrales Einkaufsziel für Kundinnen und Kunden aus der Region.
3. Das vorhandene Potenzial wird nicht vollständig ausgeschöpft
Die Zentralitätskennziffer von 110 zeigt, dass die Geschäfte vor Ort mehr Umsatz erzielen, als allein durch die Kaufkraft der Stadtbevölkerung zu erwarten wäre. Gleichzeitig fällt der Kaufkraftzufluss im Verhältnis zur eigenen Kaufkraftbasis geringer aus als bei anderen starken Einkaufsstandorten. Die Herausforderung liegt also nicht in der fehlenden Nachfrage, sondern darin, einen größeren Teil der vorhandenen Kaufkraft im stationären Handel zu binden.
4. Der Wettbewerbsdruck nimmt zu
Seit 2016 haben sich Kaufkraft, Einzelhandelsumsätze und Zentralität in Stuttgart schwächer entwickelt als im Bundesdurchschnitt. Die einzelhandelsrelevante Kaufkraft wuchs 3,1 Prozentpunkte langsamer als im Bund, während die Zentralität um knapp zehn Prozent zurückging. Gleichzeitig verändern der wachsende Online-Handel und neue Einkaufsangebote das Konsumverhalten.
Für den stationären Handel wird es daher immer wichtiger, die vorhandene Kaufkraft mit attraktiven Angeboten, hoher Aufenthaltsqualität und einer lebendigen Innenstadt vor Ort zu binden.
Einzelhandelsrelevante Kaufkraft 2026, TOP 10 Städte
Kaufkraft in Mio.
Kaufkraft in Mio.
Stuttgart bleibt ein starker Handelsstandort mit hoher Kaufkraft und dem größten Einzelhandelsumsatz im regionalen Umfeld. Die Herausforderung liegt also weniger in der vorhandenen Kaufkraft als in deren Ausschöpfung durch den stationären Handel.
Um diese Spitzenposition langfristig zu sichern, muss es der Landeshauptstadt gelingen, ihre Attraktivität als Einkaufsziel weiter zu steigern und noch mehr Kundinnen und Kunden aus dem Umland zu gewinnen.
Entscheidend wird sein, die Zentralität des Standorts zu stärken und die Rolle der Innenstadt als überregionalen Einkaufsmagneten weiter auszubauen.
Weitere Ergebnisse und Vergleiche zum Einzelhandel für die gesamte Region Stuttgart und Informationen zu den einzelnen Kennzahlen, finden Sie im ausführlichen Regionalbericht.