Pressemitteilung 24. Juli 2026

US-Zölle: Neue Regeln bringen punktuelle Entlastung – die Unsicherheit bleibt

IHK-Präsident Paal: Die Zollschraube wird gelockert, bleibt aber fest in der Hand der US-Regierung

Die heute von den USA angekündigte Neuregelung der Zusatzzölle sorgt aus Sicht der IHK Region Stuttgart zwar für punktuelle Entlastungen europäischer Unternehmen. Von einer Entwarnung kann jedoch keine Rede sein.
„Auf den ersten Blick ist das für viele Unternehmen eine kleine Erleichterung. Wer bisher doppelt belastet wurde, könnte künftig etwas Luft bekommen“, sagt IHK-Präsident Claus Paal. „Entscheidend ist aber nicht, ob der Zoll an der einen oder anderen Stelle etwas sinkt. Entscheidend ist, dass Unternehmen verlässlich planen können. Die Zollschraube wird vielleicht etwas gelockert – aber sie bleibt fest in der Hand der US-Regierung.“
Mit der heute in Kraft tretenden Neuregelung der US-Zölle gelten für viele Waren aus der Europäischen Union künftig günstigere Bedingungen als bislang. Zusätzliche Strafzölle werden grundsätzlich nur noch dann erhoben, wenn der reguläre US-Zollsatz unter zehn Prozent liegt. Ist der reguläre Zoll bereits höher, entfällt der zusätzliche Aufschlag. Waren, die bereits handelspolitischen Sondermaßnahmen – insbesondere Stahl und Aluminium – unterliegen, sind grundsätzlich nicht von den neuen Zöllen erfasst.
Gleichzeitig stellt die US-Regierung das Zollsystem auf eine dauerhafte Grundlage. Damit sinkt zwar die Belastung für einzelne Produkte, die handelspolitische Unsicherheit für Unternehmen bleibt jedoch bestehen.
„Die eigentliche Nachricht steckt nicht in der Zahl zehn, sondern im Systemwechsel“, betont Paal. „Die USA machen aus einer zeitlich befristeten Ausnahmeregel ein dauerhaftes handelspolitisches Instrument. Das schafft keine Sicherheit, sondern hält die Tür für neue Eingriffe jederzeit offen.“
Die IHK Region Stuttgart empfiehlt Unternehmen, die noch ausstehenden Veröffentlichungen der zuständigen US-Behörden sowie der US-Zollbehörde genau zu verfolgen und die Auswirkungen auf Zollkalkulationen, Ursprungsregeln und Lieferketten frühzeitig zu prüfen.