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Frankreich als Wachstumsmarkt: Neue Chancen für BW-Unternehmen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie

Kaum ein Wirtschaftsthema wird im Südwesten gerade so intensiv diskutiert wie die Frage, welche Rolle die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie als neuer Wachstumsmotor spielen kann.

Diversifizierung als Antwort auf die Automobilkrise

Die Automobilindustrie steht vor erheblichen strukturellen Veränderungen. Für Unternehmen aus der Zulieferindustrie kann die Sicherheits- und Verteidigungsbranche deshalb ein interessantes Feld zur Diversifizierung sein. Vor allem bestehende Kompetenzen in Präzisionsfertigung, Automatisierung, Sensorik, Elektronik und Software lassen sich auf Anwendungen in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie übertragen. Erste Unternehmen aus Baden-Württemberg erschließen bereits entsprechende Geschäftsfelder und entwickeln beispielsweise Lösungen für Drohnenabwehr und unbemannte Systeme.

Frankreich rüstet auf

Frankreich zählt zu den bedeutendsten Verteidigungsmärkten Europas und erhöht seine Investitionen deutlich. Für 2026 wird ein Anstieg des Verteidigungshaushalts um rund neun Prozent auf etwa 57 Milliarden Euro erwartet. Neben klassischen Verteidigungsbereichen fließen erhebliche Mittel in Munition, Innovation sowie neue Technologien. Auch die militärische Nutzung des Weltraums gewinnt an Bedeutung: Zwischen 2026 und 2030 sollen rund 10,2 Milliarden Euro in entsprechende Projekte investiert werden. Gleichzeitig richtet Frankreich seine Streitkräfte zunehmend auf robotisierte und autonome Systeme aus.

Einstiegspunkte für den baden-württembergischen Mittelstand

Für Unternehmen aus Baden-Württemberg ergeben sich insbesondere in technologieintensiven Bereichen vielfältige Ansatzpunkte. Maschinenbauer können ihre Erfahrung in der Präzisionsfertigung, bei hochwertigen Werkstoffen und automatisierten Produktionsprozessen beispielsweise für Komponenten von Drohnen, Robotik oder Raumfahrtanwendungen einsetzen. Elektronik- und Sensorikspezialisten profitieren von der wachsenden Nachfrage nach Lösungen für Aufklärung, Drohnenabwehr sowie Mess- und Prüftechnik. Für IT-Unternehmen und Softwareentwickler eröffnen sich zudem Chancen durch den steigenden Bedarf an künstlicher Intelligenz, vernetzten Systemen und Cybersicherheitslösungen.
Frankreich verfügt zugleich über eine leistungsfähige industrielle Basis mit international etablierten Unternehmen. Damit bietet der Markt baden-württembergischen Unternehmen nicht nur zusätzliche Absatzmöglichkeiten, sondern auch Potenzial für Kooperationen und den Einstieg in neue Geschäftsfelder der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.
Quelle: Baden - Württemberg International
Stand: Juli 2026