Aktuelle Zollankündigungen

Zoll-News

Neue EU-Zollreform in Kraft

Die EU hat die bislang größte Reform des EU-Zollrechts seit Jahrzehnten beschlossen - diese ist seit 20. September 2026 in Kraft. Im Amtsblatt der EU wurde dazu die Verordnung (EU) 2026/2108 veröffentlicht, die den Unionszollkodex (UZK) neu regelt. Die alte VO (EU) Nr. 952/2013 wurde aufgehoben. Ziel ist es, den Zoll an den stark wachsenden Online-Handel anzupassen (EU-weite Bearbeitungsgebühr für Kleinsendungen), die Einrichtung einer neuen EU-Zollbehörde ("EU Customs Authority“) und die Zollabwicklung stärker zu digitalisieren (EU Custom Data Hub). Einzelheiten stehen über die nachfolgenden Weblinks bereit:

EU und die Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen

Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Ziel ist der Abbau von Zöllen auf beiden Seiten sowie die Verbesserung des jeweiligen Marktzugangs. Nach der grundsätzlichen Einigung müssen sich beide Seiten nun noch über die Umsetzung und technische Details verständigen. Einzelheiten enthält eine Pressemeldung der EU-Kommission vom 22.09.2026.

EU-Indien-Abkommen: Kommission veröffentlicht "Tariff Schedules“

Indien gewährt der EU im Rahmen des Abkommens umfangreichere Zollsenkungen als anderen Handelspartnern. Die Europäische Kommission hat nun die Vertragstexte einschließlich der Tariff Schedules (Zollabbaupläne) veröffentlicht. Diese enthalten die konkreten Zeitpläne für die Reduzierung und Abschaffung von Zöllen auf zahlreiche Warenkategorien nach Inkrafttreten des Abkommens. Die veröffentlichten Zolltabellen geben einen wichtigen Einblick in die zukünftigen Marktzugangsbedingungen und zeigen, in welchen Bereichen Zollsenkungen unmittelbar greifen und wo ein schrittweiser Abbau vorgesehen ist. Einzelheiten stehen über die nachfolgenden Weblinks bereit:

EU-Kommission legt Rat EU-Ecuador-Abkommen vor

Die Europäische Kommission hat dem Rat am 11. September 2026 ihren Vorschlag für das Abkommen zwischen der EU und Ecuador zur Erleichterung nachhaltiger Investitionen (SIFA) zur Unterzeichnung und zum Abschluss vorgelegt. Das SIFA-Abkommen zwischen der EU und Ecuador soll es EU-Unternehmen erleichtern, in Ecuador zu investieren und ihre Geschäftstätigkeit dort auszuweiten. Einzelheiten stehen auf der Webseite der EU-Kommission bereit.

EU‑SADC‑Abkommen: Neue Vorgaben zur Ursprungskumulierung

Das Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (WPA) zwischen der EU und den WPA-Staaten der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC-WPA-Staaten) sieht gemäß Art. 4 Abs. 2 und 6 des Protokolls Nr. 1 Kumulierung in den SADC-WPA-Staaten vor. Die EU-Kommission hat bezüglich Mosambik eine Bekanntmachung (ABl. C vom 8. September 2026) veröffentlicht. Kumulierung ist seit 24. Juli 2026 mit folgenden Ländern zulässig: Kamerun, Kenia, Madagaskar, Mauritius, Seychellen, Simbabwe, Papua-Neuguinea, Botsuana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia und Südafrika. Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit.

EU-Antidumpingmaßnahmen: Aktuelle Entwicklungen

Zitronensäure mit Ursprung in China

Auf Einfuhren von Zitronensäure mit Ursprung in China bestehen Antidumpingmaßnahmen, die die Europäische Kommission nach Abschluss einer Auslaufüberprüfung mit Durchführungsverordnung (EU) 2021/607 verlängerte. Mehr Informationen/Quelle: Germany Trade and Invest GmbH

Regaleinheiten aus Stahl mit Ursprung in China

Im Juni 2026 leitete die EU-Kommission ein Antidumpingverfahren ein, das Schraub- und Steckregale mit Ursprung in China betrifft. Nun gibt sie die Berichtigung der Warendefinition bekannt. Die Untersuchung betrifft verschraubte und schraubenlose Regaleinheiten aus Stahl und deren Bauteile, nämlich Stahlständer mit zwei flachen Verbindungsflächen und Stahlträger ohne angeschweißte vertikale Verbindungselemente, sofern die Regaleinheit eines dieser Bauteile enthält, auch mit Regalböden (unabhängig von deren Material). Die zollamtliche Erfassung erfolgt seit dem 12. September 2026. Mehr Informationen/Quelle: Germany Trade and Invest GmbH

Betonstahlmatten mit Ursprung in China

Die Europäische Kommission ordnete zum 12. September 2026 die zollamtliche Erfassung der betroffenen Einfuhren an. Die Untersuchung betrifft auch Einfuhren aus der Türkei. Mehr Informationen/Quelle: Germany Trade and Invest GmbH

Flacherzeugnisse mit Ursprung in China und Taiwan

Bei den derzeit geltenden Maßnahmen handelt es sich um einen endgültigen Antidumpingzoll, der mit der Durchführungsverordnung (EU) 2021/1438 verlängert wurde. Nun leitet die EU-Kommission erneut eine Auslaufüberprüfung ein. Mehr Informationen/Quelle: Germany Trade and Invest GmbH

Flacherzeugnisse mit Ursprung in Indien/Indonesien

Die Einfuhren von kaltgewalzten Flacherzeugnissen aus nicht rostendem Stahl mit Ursprung in Indien und Indonesien unterliegen sowohl Antisubventions- als auch Antidumpingmaßnahmen, die mit den Durchführungsverordnungen (EU) 2022/433 sowie 2021/2012 eingeführt wurden. Im Juni 2026 gab die EU-Kommission das bevorstehende Außerkrafttreten der Antidumpingmaßnahmen zum 19. November 2026 bekannt. Nun leitet sie eine Auslaufüberprüfung ein. Mehr Informationen/Quelle: Germany Trade and Invest GmbH

EU-Dual-Use-Verordnung: Aktualisierung der Güterliste

Die Liste der Güter mit doppeltem Verwendungszweck wird regelmäßig aktualisiert, um die Einhaltung internationaler Verpflichtungen sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund kündigt die Europäische Kommission eine Aktualisierung von Anhang I der Dual-Use-Verordnung (EU) 2021/821 an. Nach Abschluss aller Formalitäten wird die Delegierte Verordnung im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Sie soll voraussichtlich Ende November 2026 in Kraft treten. Die Pressemitteilung der Generaldirektion Handel vom 14. September 2025 enthält eine Übersicht über die Änderungen im Vergleich zur vorherigen Liste. Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit: EU-Dual-Use-Verordnung - Aktualisierung der Güterliste

EU plant einheitliches Entsendeportal

Die EU plant die Einführung eines freiwilligen, einheitlichen digitalen Meldeportals für Entsendungen ("e-Declaration“). Deutschland hat sich gemeinsam mit Griechenland, Irland, Litauen, Polen, Portugal, Slowenien, Tschechien und Ungarn bereit erklärt, das Portal künftig zu nutzen. Ziel ist es, den bürokratischen Aufwand für Unternehmen bei grenzüberschreitenden Mitarbeitereinsätzen zu verringern. Die formale Verabschiedung auf EU-Ebene steht noch aus. Weitere Mitgliedstaaten können sich dem System anschließen. Mehr Informationen stehen auf der Webseite des Europäischen Rates bereit: Rat und Parlament einig über digitales Meldesystem für entsandte Arbeitnehmer

Neu: Der Schiedsgerichtshof bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (SGH)

Internationale Geschäfte bieten große Chancen, können im Konfliktfall jedoch auch rechtliche Herausforderungen mit sich bringen. Mit dem neuen Schiedsgerichtshof bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (SGH) steht Unternehmen nun eine moderne, digitale und effiziente Alternative zu staatlichen Gerichtsverfahren zur Verfügung. Das gemeinsame Angebot der IHKs und des weltweiten AHK-Netzwerks ermöglicht eine vertrauliche, schnelle und international vollstreckbare Streitbeilegung – besonders bei grenzüberschreitenden Wirtschaftsbeziehungen. Erfahren Sie mehr über die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten des neuen Schiedsgerichtshofs für international tätige Unternehmen unter: SGH_Informationsbroschuere.pdf

Zoll-Portal: Neuerungen

Mit dem aktuellen Release wurden einige Neuerungen eingeführt, diese sind unter anderem:
  • Dienstleistungen als Favoriten markieren
  • Profil vervollständigen
  • Vorgang erscheint mit Nachrichtenverlauf
Einzelheiten zu allen Neuerungen stehen auf der Webseite der Zollverwaltung (zoll.de) bereit. Zoll online - Fachmeldungen

Allgemeine Genehmigung (AGG) Nr. 48: Verlängerung

Mit Bekanntgabe vom 10. September 2026 wurde die AGG Nr. 48 verlängert. Sie ist nunmehr zeitlich befristet bis zum 15. September 2027 gültig. Die AGG Nr. 48 für bestimmte Rüstungsgüter an die Golfstaaten und die Ukraine wurde im März 2026 eingeführt und gilt für die Ausfuhr oder Verbringung mit anschließender Ausfuhr von Gütern zur Verwendung zur Luftverteidigung und zur Marineverteidigung (einschließlich Maßnahmen zum Schutz vor oder Beseitigung von Seeminen) nach Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate sowie die Ukraine, soweit alle Voraussetzungen der AGG Nr. 48 vorliegen. Einzelheiten stehen auf der Webseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bereit: BAFA - Allgemeine Genehmigungen

ATLAS-Ausfuhr: Ausgangsbestätigungen aus Frankreich

Der Zoll teilt in seiner ATLAS-INFO 0988/2026 mit:
„Für deutsche Ausfuhrvorgänge unterbleibt teilweise weiterhin die Übermittlung der Ausgangsbestätigungen aus Frankreich (vgl. ATLAS-Info 0786/25 vom 16. Mai 2025). Folglich kann ein Ausgangsvermerk (Nachricht "Mitteilung zur Ausfuhr“ (E_EXP_NOT)) von der Ausfuhrzollstelle erst nach alternativer Erledigung des Ausfuhrvorgangs im Rahmen des Nachforschungsverfahrens gemäß Kapitel 4.9.5 Verfahrensanweisung zum IT-Verfahren ATLAS an den Teilnehmer übermittelt werden. Ein nicht unerheblicher Anteil ausbleibender Ausgangsbestätigungen betrifft den Ausgang über Calais mit dem Bestimmungsland Vereinigtes Königreich (GB).“

Messevisa: Bis zu elf Monate Wartezeit

Wartezeiten für Aussteller und Besucher aus dem visumpflichtigen Ausland, die an Messen in Deutschland teilnehmen wollen, bleiben eine Herausforderung. Gerade in der Türkei sind die Wartezeiten lang und schwer planbar. Das zeigt die aktuelle Messevisa-Umfrage des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA unter den Auslandsvertretungen deutscher Messeveranstalter. Zu den größten Problemen zählen fehlende oder schwer planbare Termine zur Visumbeantragung. Dies führt beispielsweise dazu, dass Delegationsreisen nach Deutschland, Länderpavillons oder Messeteilnahmen hierzulande nur eingeschränkt oder sogar gar nicht stattfinden können. Einzelheiten stehen auf der Webseite des Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V. bereit: Messevisa: Bis zu elf Monate Wartezeit

Südkorea erweitert Exportkontrolle auf KI-Chips und Halbleitertechnik

Südkorea hat zum 1. September 2026 seine Dual-Use-Liste um strategische Güter erweitert und rund 80 Aktualisierungen der vier multilateralen Exportkontrollregime Wassenaar Arrangement, Australia Group, Nuclear Suppliers Group und MTCR übernommen. Neu in die Exportkontrolle aufgenommen werden unter anderem leistungsfähige integrierte Schaltungen für KI sowie bestimmte Anlagen zur Halbleiterherstellung. Für deutsche Unternehmen mit entsprechenden Lieferketten können sich daraus indirekte Konsequenzen ergeben. Da koreanische Zulieferer nun für Sendungen von entsprechender Technologie beziehungsweise von betroffenen Anlagen eine Ausfuhrgenehmigung benötigen, können zusätzliche Daten oder Erklärungen erforderlich werden oder auch zeitliche Verzögerungen auftreten. Mehr Informationen unter: Amendments to the Public Notice on Trade of Strategic Items

In Südkoreas Halbleiterindustrie zählt Geschwindigkeit

Südkorea festigt seine zentrale Stellung in der globalen Halbleiterproduktion. Die Regierung unterstützt die Branche durch gezielte Anreize, zum Beispiel steuerliche Fördermaßnahmen für Erweiterungsinvestitionen, Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Ausrüstung. Deutschland lieferte 2025 Halbleiter im Wert von 722 Millionen US$ nach Südkorea, die bisher größten Bezüge gab es 2022 für rund 1 Milliarde US$. Die Nachfrage nach deutschen Ausrüstungen stieg im 1. Quartal 2026 rasant. Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit: In Südkoreas Halbleiterindustrie zählt Geschwindigkeit

Taiwans Robotiksektor gewinnt durch Physical AI an Dynamik

Taiwan baut ein Physical-AI-Ökosystem mit Schwerpunkt Robotik auf. Der Begriff bezeichnet KI-Systeme (künstliche Intelligenz), die nicht nur Daten verarbeiten, sondern in physischen Umgebungen handeln. Dazu zählen Roboter, autonome Fahrzeuge, Drohnen und Anwendungen der industriellen Automatisierung. Für deutsche Unternehmen bieten sich zahlreiche Anknüpfungspunkte: So punktet die Hightechinsel nicht nur mit technischer Kompetenz in Elektronik, Komponenten und Maschinenbau - auch taiwanische Produktionsunternehmen, insbesondere große Auftragsfertiger, sind interessante Kunden für deutsche Ausrüstung. Zudem besteht bei Industrierobotern eine wachsende Nachfrage. Gefragt sind unter anderem Sensoren, Antriebs- und Vakuumtechnik, industrielle Steuerungen, Spezialmaterialien sowie Anlagen und Verfahren für deren Herstellung. Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit: Taiwans Robotiksektor gewinnt durch Physical AI an Dynamik

USA planen mehr Lieferdaten bei der Einfuhr

Die US-Zollbehörde CBP erwägt, bei Einfuhren künftig deutlich mehr Informationen abzufragen. Dazu zählen zusätzliche Angaben zu beteiligten Unternehmen und zur Produktion, ausländische Steuer- und Unternehmenskennungen sowie bestimmte Exportdokumente. Damit sollen unter anderem Ursprung, Produktsicherheit, Zwangsarbeit und mögliche Umgehungsgeschäfte besser kontrolliert werden. Bis 1. Dezember 2026 läuft zunächst ein Konsultationsverfahren. Anschließend muss CBP entscheiden, welche Anforderungen tatsächlich in einen verbindlichen Regelungsvorschlag übernommen werden. Mehr Informationen unter: Federal Register: Heightened Import Disclosures for Supply Chain Visibility

USA: Humanoide Robotik bietet Absatz- und Liefermöglichkeiten

Mittlerweile tauchen die ersten Humanoiden in Autofabriken auf. Rund die Hälfte der Produktionskosten entfällt mittlerweile auf die Aktuatoren – also die künstlichen Muskeln, die für die Bewegungen der Roboter sorgen. Hieraus ergeben sich auch für deutsche Unternehmen zahlreiche Geschäftschancen, denn Humanoide könnten zu einem der größten Industriemärkte der kommenden Jahrzehnte werden. Davon würden nicht nur die Roboterhersteller profitieren. Auch für Zulieferer eröffnet sich ein Markt von erheblicher Größenordnung. Daneben gelten auch Handel, Gastronomie und Gesundheitswesen als vielversprechende Einsatzfelder. Mit weiter fallenden Kosten werden Humanoide zukünftig auch für private Haushalte erschwinglich.Mehr Informationen stehen auf der Webseite der Germany Trade and Invest GmbH bereit: Humanoide Roboter: Wachstumsmarkt USA für Zulieferer

VAE führen eCarnet ein

Die Internationale Handelskammer (ICC) in Paris informiert, dass das digitale Carnetverfahren (eCarnet A.T.A.) in den Vereinigten Arabischen Emiraten zum 9. November 2026 offiziell eingeführt wird. Ab diesem Zeitpunkt werden Carnetinhaber bei der Einfuhr in die VAE aufgefordert, einen QR-Code vorzulegen. Ausführliche Informationen zum eCarnet stehen auf der Webseite der IHK Düsseldorf bereit. Carnet A.T.A. - leicht durch den Zoll
Quelle: Newsletter der IHK Düsseldorf 1. Oktober 2026