Betriebliches Mobilitätsmanagement

Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Steigende Verkehrsbelastung, Fachkräftemangel und Klimaschutzanforderungen machen deutlich: Wer langfristig erfolgreich sein will, muss Mobilität strategisch planen. Dieser Leitfaden zeigt, wie Unternehmen durch gezielte Maßnahmen Kosten senken, Mitarbeitende entlasten und gleichzeitig nachhaltiger wirtschaften können.
Sowohl das Land Baden-Württemberg mit seinem Klimaschutzgesetz als auch die Bundesrepublik Deutschland mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz setzen verbindliche Ziele zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045. Unternehmen stehen damit zunehmend in der Verantwortung, ihren Beitrag zu leisten und betriebliche Mobilität nachhaltiger zu gestalten.

Was ist Betriebliches Mobilitätsmanagement?

Das Betriebliche Mobilitätsmanagement (BMM) umfasst alle Maßnahmen, mit denen Unternehmen die Mobilität ihrer Mitarbeitenden, Kunden und Geschäftsprozesse effizient gestalten.
Im Fokus stehen dabei:
  • Arbeitswege (Pendlerverkehr)
  • Dienstreisen und Geschäftsfahrten
  • Fuhrparkmanagement
  • Erreichbarkeit des Unternehmensstandorts
Ziel ist es, Verkehrsaufkommen zu reduzieren, Ressourcen effizient einzusetzen und nachhaltige Alternativen zu fördern.

Warum ist BMM für Unternehmen wichtig?

Ein durchdachtes Mobilitätskonzept bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile:

Kosten senken und Effizienz steigern

  • Reduzierung von Fuhrpark- und Reisekosten
  • Weniger Bedarf an Parkflächen
  • Optimierte Abläufe im Unternehmen

Nachhaltigkeit und Klimaschutz stärken

Mitarbeitende gewinnen und binden

  • Attraktive Mobilitätsangebote steigern die Arbeitgeberattraktivität
  • Weniger Stress durch flexible Pendeloptionen
  • Förderung von Gesundheit und Zufriedenheit

Maßnahmen im Betrieblichen Mobilitätsmanagement

Ein erfolgreiches BMM kombiniert verschiedene Maßnahmen zu einem ganzheitlichen Konzept:

Nachhaltige Arbeitswege fördern

Förderung nachhaltiger Arbeitswege können beispielsweise Maßnahmen wie Fahrrad-Leasing mit sicheren Abstellanlagen sowie die Organisation von Fahrgemeinschaften sein.
Zuschüsse für die Mitarbeiter gibt es durch den öffentlichen Nahverkehr zum Beispiel über das Deutschland-/Jobticket. Ein Jobticket kann über verschiedene Dienstleister bezogen werden. In der IHK Region Bodensee-Oberschwaben gibt es zwei Verkehrsverbünde, die das Job Ticket anbieten.
Über das reine Job-Ticket hinaus bietet bodo noch folgende Vorteile:
  • das bodo-Upgrade für 9,90 Euro im Monat - damit ist das D-Ticket Job übertragbar, andere Personen können damit im bodo-Verbund unterwegs sein. Werktags nach 18 Uhr und am Wochenende gibt es die Mitnahmeregel: Es können bis zu fünf Personen im bodo-Gebiet fahren. Damit ist das Ticket auch für Leute im Home-Office oder mit schlechterer Pendel-Verbindung attraktiv.
  • das bodo-Fahrrad Upgrade für 19,30 Euro im Monat - damit lassen sich Räder auch zur Rushhour an Bord unserer Züge nehmen. Auch das ist ein interessanter Mehrwert für Pendler, die mit Fahrrad und Bahn sehr gut zur Arbeit kommen und damit auch noch körperliche Bewegung bekommen.
Arbeitgeber können das Job-Ticket (zum Beispiel Deutschlandticket) steuerfrei bezuschussen oder komplett übernehmen, wenn dies zusätzlich zum Gehalt erfolgt. Erhält das Ticket einen Arbeitgeberzuschuss von mindestens 25 Prozent (mindestens 15,75 Euro bei 63 Euro Preis), gewähren Verkehrsunternehmen 5 Prozent Rabatt. Der Zuschuss ist für Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei.

Dienstreisen effizient gestalten

  • Einsatz von Video- und Online-Meetings
  • Bahnreisen statt Kurzstreckenflügen
  • Richtlinien für nachhaltige Geschäftsreisen

Fuhrpark modernisieren

Infrastruktur verbessern

  • Ladepunkte für E-Autos
  • Ladepunkte für E-Bikes
  • Fahrradfreundliche Ausstattung (Duschen, Umkleiden)
  • Intelligentes Parkraummanagement

Kommunikation und Anreize schaffen

  • Interne Kampagnen zur Sensibilisierung
  • Bonusprogramme für nachhaltige Mobilität
  • Mobilitätstage und Informationsangebote

Einführung von BMM im Unternehmen

Die Einführung eines Betrieblichen Mobilitätsmanagements erfolgt in mehreren Schritten:

1. Analyse

Erhebung des Mobilitätsverhaltens im Unternehmen (zum Beispiel durch Mitarbeitendenbefragungen).

2. Strategie und Ziele

Definition konkreter Ziele wie CO₂-Reduktion oder Kostensenkung.

3. Maßnahmenplanung

Auswahl passender Maßnahmen je nach Standort und Unternehmensgröße.

4. Umsetzung

Schrittweise Einführung der Maßnahmen und interne Kommunikation.

5. Kontrolle und Optimierung

Regelmäßige Auswertung und Anpassung der Strategie.

Fazit: Mit BMM Wettbewerbsvorteile sichern

Betriebliches Mobilitätsmanagement ist ein zentraler Baustein moderner Unternehmensstrategie. Es verbindet wirtschaftliche Effizienz mit Nachhaltigkeit und steigert gleichzeitig die Zufriedenheit der Mitarbeitenden. Unternehmen, die frühzeitig in nachhaltige Mobilität investieren, profitieren langfristig von geringeren Kosten, einem besseren Image und einer höheren Attraktivität als Arbeitgeber.

Informationen zu Lehrgängen

Die IHK Bodensee-Oberschwaben bietet den Lehrgang „Fachexperte für Elektromobilität (IHK)“ an. Dort lernen Sie, wie Sie den Mobilitätsbedarf Ihres Unternehmens analysieren, eine passende E-Mobilitätslösung entwickeln, Kosten und Emissionen senken und den Aufbau sowie Betrieb der Ladeinfrastruktur erfolgreich steuern. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Webseite: Fachexperte für Elektromobilität (IHK)
Immer mehr Unternehmen ändern ihren Kurs in Richtung Klimaneutralität. Doch damit die vielschichtigen Änderungen gelingen, brauchen die Betriebe eigene Expertinnen und Experten, die eine passende Klimastrategie erarbeiten und umsetzen können. Der Lehrgang “Betrieblicher Klimamanager (IHK) - Wege zur CO2-Neutralität entwickeln, Chancen nutzen” vermittelt das hierfür erforderliche Praxis-Know-how. Informationen finden Sie auf unserer Webseite: Betrieblicher Klimamanager (IHK)