EMAS: Ein aktiver Beitrag zum Klima- und Umweltschutz
EMAS ist ein europäisches Umweltmanagementsystem für Unternehmen. Erfahren Sie, wie EMAS Registrierung, Klimaschutz und Ressourceneffizienz unterstützt.
Was ist EMAS?
Ziel des Umweltmanagements nach EMAS (Eco Management and Audit Scheme; EG-Öko-Audit) ist die kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes und damit verbunden die nachhaltige Reduzierung der Umweltauswirkungen durch die unternehmerische Tätigkeit. Bestandteile sind neben wiederkehrenden Umweltprüfungen die Umwelterklärungen mit Umweltpolitik und -zielen. Die Registrierung der Validierung wird in Deutschland durch die IHKs durchgeführt. Deutschlandweit nehmen mehr als 1.100 Unternehmen und Organisationen teil. Die ISO 14001 ist vollständig in das Umweltmanagementsystem von EMAS integriert. Die Anforderungen der ISO 14001 an ein Umweltmanagementsystem bilden den Kern von EMAS.
Die EMAS-Registrierung - Ablauf und Voraussetzungen
Unternehmen und Organisationen können sich über die zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) im EMAS-Register eintragen lassen. Gemäß dem deutschen Öko-Audit-Gesetz (Umweltauditgesetz, UAG) sind die IHKs verantwortlich, ein Register über alle validierten Betriebe zu führen. Ein Umweltmanagement Unternehmen gilt als validiert, wenn die Umwelterklärung durch den Umweltgutachter geprüft und dann veröffentlicht wurde. Die Aufgaben von Umweltgutachtern hat der Umweltgutachterausschuss in der Leitlinie „Prüfung nach EMAS“ zusammengefasst.
Folgende Unterlagen müssen für die EMAS Registrierung IHK eingereicht sein:1941970
- Das ausgefüllte Antragsformular (kann bei der IHK angefordert werden)
- Die validierte Umwelterklärung
- Die unterzeichnete Erklärung des Umweltgutachters (Art. 25 Abs. 9 i. V. mit Anhang VII der Verordnung 1221/2009).
Die eingereichten Unterlagen werden von der Registrierungsstelle geprüft und die zuständigen Behörden über die Registrierung zur Abgabe einer Stellungnahme informiert. Bei einer positiven Äußerung der Behörden nach vier Wochen bekommt die Organisation eine Registrierungsnummer zugeteilt und wird in das EMAS-Register eingetragen. Das EMAS-Nutzerhandbuch stellt die Europäische Union online zur Verfügung.
Zusätzlich gibt der neue Leitfaden „Einstieg ins Umweltmanagement EMAS“ hilfreiche Tipps, wie Sie Klima- und Umweltschutz im eigenen Unternehmen systematisch und wirksam anpacken. Die Registrierung erfolgt in Kooperation mit der IHK Südlicher Oberrhein oder nutzen Sie unseren digitalen Service zur EMAS Registrierung.
Vorteile von EMAS für Unternehmen: Rechtssicherheit und regulatorische Erleichterungen
Die Bedeutung rechtskonformen Verhaltens im Umweltschutz hat sowohl intern zur Vermeidung unliebsamer Folgeschäden als auch extern für das Ansehen von Unternehmen und Organisationen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Bestätigung der Einhaltung der Rechtsvorschriften ist ein entscheidender Mehrwert, den ein Umweltmanagementsystem bietet.
Dadurch erhöht sich die Rechtssicherheit, während Haftungsrisiken reduziert werden – dies sind wesentliche EMAS Vorteile Unternehmen. Ein Kurzfilm des Umweltbundesamtes zeigt anhand von zwei Beispielen den Mehrwert für Unternehmen, Behörden und die Umwelt.
EMAS bringt sowohl bei umwelt- als auch bei energierechtlichen Vorgaben Erleichterungen: Mit EMAS können die Unternehmen Voraussetzungen zu Begrenzungen von Umlagen im Energiefinanzierungsgesetz erfüllen und die Vorgaben im Energieeffizienzgesetz. Auch die Verpflichtung für große Unternehmen aller Branchen zur Durchführung von Energieaudits wird durch diese Umweltmanagement Zertifizierung abgedeckt. Die EMAS-Umwelterklärung kann als Teil der Nachhaltigkeitsberichterstattung, wie zum Beispiel nach dem Handelsgesetzbuch, genutzt werden. Darüber hinaus findet EMAS in vielen weiteren Rechts- und Verwaltungsvorschriften Berücksichtigung.
Der Flyer "Gute Gründe für ein Umweltmanagement nach EMAS" steht Ihnen ebenfalls auf dem deutschen EMAS-Portal als Download zur Verfügung.
Klimaschutz und Nachhaltigkeit
EMAS ist ein effektives Instrument für Unternehmen, um Klimaschutz und nachhaltiges Umweltmanagement systematisch umzusetzen. Hierzu gehört unter anderem auch die Verbesserung der Energieeffizienz. Die Erfüllung der Anforderungen der DIN EN ISO 50001 „Energiemanagementsysteme“ durch EMAS hat der Umweltgutachterausschuss in einer Broschüre zusammengefasst.
EMAS-registrierte Organisationen besitzen eine hervorragende Basis für die Erweiterung des Umwelt- zu einem umfassenden, nachhaltiges Umweltmanagement. Die Umwelterklärung kann dabei als Grundlage für die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes genutzt werden.
Auch die Themen EMAS Lieferkette und nachhaltiges Lieferkettenmanagement bilden eine breite Schnittmenge: Mit EMAS betrachten Organisationen die gesamten ökologischen Auswirkungen ihrer Produkte oder Dienstleistungen, angefangen bei Rohstoffgewinnung, Beschaffung, Entwicklung und Design über die Produktion bis hin zur endgültigen Beseitigung am Ende des Lebenszyklus. Weitere Informationen zur Lieferkettensorgfaltspflicht finden Sie auf unserer Webseite.
Weltweit ist die Biodiversität bedroht. Nur eine Wirtschaft, die Biodiversität achtet, hat eine Zukunft. Den Leitfaden zu EMAS und Biodiversität finden Sie auf der Webseite der DIHK.
Die ISO 14001:2026
Die ISO 14001:2026 wurde am 15. April 2026 veröffentlicht und ersetzt die bisherige ISO 14001:2015. Für bereits zertifizierte Unternehmen gilt eine Übergangsfrist von 36 Monaten – Zertifikate nach 2015 müssen spätestens bis 14. April 2029 auf die neue Ausgabe umgestellt werden.
Die wichtigsten Unterschiede zur ISO 14001:2015
Die Revision ist keine komplette Neuschreibung. Die Grundstruktur (High Level Structure) und die meisten Anforderungen bleiben erhalten. Neu sind vor allem Präzisierungen und ein stärkerer Fokus auf tatsächliche Umweltleistung.
| Bereich | ISO 14001:2015 | ISO 14001:2026 |
|---|---|---|
| Klimawandel | Ergänzung durch Amendment 2024 | Voll integriert und erweitert |
| Biodiversität | Kaum erwähnt | Als relevantes Umweltthema aufgenommen |
| Kreislaufwirtschaft | Indirekt über Lebenszyklus | Deutlich stärker berücksichtigt |
| Change Management | Implizit | Eigene, klarere Anforderungen |
| Umweltleistung | System im Vordergrund | Nachweisbare Ergebnisse stärker betont |
| Lieferkette | Lebenszyklusdenken | Wertschöpfungskette umfassender betrachtet |
Was ist konkret neu?
Klimawandel ist jetzt fest verankert
Was 2024 noch als Amendment eingeführt wurde, ist nun Bestandteil der Norm. Unternehmen müssen systematisch bewerten:
- ob Klimarisiken und -chancen relevant sind,
- welche Anforderungen interessierte Parteien zum Klima haben,
- und wie diese Themen in Planung und Ziele einfließen.
Biodiversität und Ressourcen werden wichtiger
Die Norm nennt heute ausdrücklich Themen wie:
- Biodiversität,
- Ökosysteme,
- Ressourceneffizienz,
- Kreislaufwirtschaft.
Das bedeutet nicht, dass jedes Unternehmen Biodiversitätsprogramme einführen muss – aber die Relevanz muss bewertet und begründet werden.
Stärkeres Change Management
Neu ist ein deutlich strukturierter Umgang mit Veränderungen, zum Beispiel:
- neue Prozesse,
- Anlagenänderungen,
- Standorterweiterungen,
- organisatorische Änderungen.
Umweltaspekte sollen bereits vor der Umsetzung von Änderungen bewertet werden.
Fokus auf messbare Umweltleistung
2015 lag der Schwerpunkt stark auf dem Managementsystem. 2026 fordert klarer den Nachweis, dass das System tatsächlich zu besseren Umweltleistungen führt – etwa durch geeignete Kennzahlen, Zielerreichung und Wirksamkeitsbewertung.
Was bedeutet das für Unternehmen mit ISO 14001:2015?
Wenn dein Umweltmanagementsystem bereits gut gepflegt ist, sind meist keine grundlegenden Umbauten nötig. Typischerweise sind diese Punkte anzupassen:
- Kontextanalyse um Klima, Biodiversität und Ressourcen ergänzen.
- Interessierte Parteien hinsichtlich Klimaanforderungen überprüfen.
- Risiken und Chancen aktualisieren.
- Change-Management-Prozess dokumentieren.
- Umweltziele und KPIs auf Wirksamkeit überprüfen.
- Lebenszyklus- beziehungsweise Lieferkettenbetrachtung erweitern.
Aufwand der Umstellung (Praxis)
Gering (1–3 Tage)
Dienstleister oder Bürounternehmen mit reifem UMS.
Mittel (3–10 Tage)
Produktionsunternehmen mit mehreren Umweltaspekten.
Höher
Wenn Biodiversität, Lieferkette oder Klimarisiken bisher kaum betrachtet wurden.
Die Umstellung erfolgt in der Regel im Rahmen eines Überwachungs- oder Rezertifizierung Audits innerhalb der Übergangsfrist.
Ressourceneffizienz
Gerade für Unternehmen im produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungssektor bietet EMAS große Potenziale zur Verbesserung der Ressourceneffizienz. Das ermöglicht, den Verbrauch von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, das Abfallaufkommen, den Energieverbrauch und damit die Kosten zu senken. Weitere Informationen zur Steigerung der Energieeffizienz oder zu Förderprogrammen erhalten Sie von uns.
Die Entwicklung von EMAS in Deutschland
Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums von EMAS hat der Umweltgutachterausschuss eine Broschüre veröffentlicht, in der Erfahrungen und Standpunkte von Unternehmen, Verbänden und Umweltgutachtern zusammengefasst wurden. Die Broschüre finden Sie auf dem deutschen EMAS-Portal.
EMAS und EU Green Deal
Im Rahmen des EU Green Deals werden in den nächsten Jahren zu allen wesentlichen Umweltaspekten neue Anforderungen auf die Unternehmen zukommen. EMAS ist geeignet, in allen wesentlichen Strategiefeldern durch die Umwelterklärung Transparenz über die Leistungen der Organisation zu schaffen. EMAS wird sich auch zukünftig weiterentwickeln, um sich an ändernde klima- und umweltpolitische Anforderungen anzupassen. Nähere Informationen zum Green Deal finden Sie auf unserer Webseite.
