Nachhaltige Verpackungen

Die neue EU-Verpackungsverordnung verschärft die Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Wiederverwendbarkeit und den Einsatz nachhaltiger Materialien. Für Unternehmen bedeutet das: Nachhaltige Verpackungen aus beispielsweise PEF sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern helfen auch, regulatorische Pflichten zu erfüllen.

Bedeutung nachhaltiger Verpackungen

  • Verpackungen machen einen erheblichen Anteil des Kunststoffverbrauchs aus. Nachhaltige Alternativen senken CO₂-Emissionen und reduzieren Abfall.
  • Die neue Verordnung verschärft die Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteile und Wiederverwendbarkeit von Verpackungen. Unternehmen müssen ihre Verpackungsstrategien entsprechend ausrichten.
  • Das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz regelt die nationale Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung in Deutschland. Unternehmen müssen weiterhin ihre Pflichten zur erweiterten Herstellerverantwortung erfüllen, insbesondere die Registrierung im Verpackungsregister LUCID und – sofern erforderlich – die Beteiligung an einem dualen System.
  • Das Gesetz verpflichtet zur Abfallvermeidung und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Biobasierte und recyclingfähige Verpackungen unterstützen Unternehmen dabei, künftige Recyclingquoten zu erfüllen.
  • Größere Unternehmen unterliegen erweiterten Berichtspflichten. Aspekte wie Kreislauffähigkeit und Ressourceneffizienz rücken stärker in den Fokus.

Nutzen für Unternehmen

  • Unternehmen die früher umstellen, erfüllen kommende Vorgaben leichter und vermeidet Strafzahlungen oder teure Umrüstungen.
  • Nachhaltige Verpackungen sind sichtbare Beweise für verantwortungsvolles Handeln und steigern die Attraktivität bei Kunden und Geschäftspartnern.
  • Nachhaltige Verpackungen sind ein Differenzierungsmerkmal, das Unternehmen von Mitbewerbern abhebt.

Herausforderungen

  • Biobasierte Materialien sind derzeit teurer als fossile Kunststoffe.

Biobasierte Materialien – ein Baustein nachhaltiger Verpackungslösungen

  • Erste Alternativen für Lebensmittel- und Konsumgüterverpackungen. Ein besonders vielversprechender Werkstoff ist PEF (Polyethylenfuranoat). PEF wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt, bietet bessere Barriereeigenschaften als fossilbasiertes PET, verlängert die Haltbarkeit von Getränken und Lebensmitteln und ist vollständig recyclingfähig. Damit gilt PEF als möglicher „Gamechanger“ in der Verpackungsindustrie.
  • Regional verfügbar, gut recycelbar und vielseitig einsetzbar.
  • Das Myzel „verklebt“ das Material zu einer festen, leichten Form – ähnlich wie Styropor.

Praxisbeispiele

  • Pilotprojekte mit PEF-Flaschen zeigen, abhängig von Produktionsprozess und Rohstoffbasis, dass CO₂-Emissionen deutlich gesenkt werden können.
  • Verpackungen aus Zellulose oder PLA werden bereits für frische Produkte eingesetzt.

Leitfaden für Unternehmen: Nachhaltige Verpackungen gezielt auswählen und einsetzen

Auch wenn viele Unternehmen Verpackungen nur einkaufen, ist eine strategische Auswahl und Nutzung entscheidend, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, Kosten zu optimieren und die Marke zu stärken.
  • Welche Materialien werden eingesetzt?
  • Wie recyclingfähig sind sie?
  • Welche gesetzlichen Anforderungen betreffen das Unternehmen? Zum Beispiel: EU-Verpackungsverordnung (PPWR), Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).
  • Technische Anforderungen: Barriere, Stabilität, Haltbarkeit.
  • Lieferantenkompetenz und Zuverlässigkeit.
  • Neben Materialkosten auch Lebenszykluskosten berücksichtigen.