Nachhaltige Verpackungen
Die neue EU-Verpackungsverordnung verschärft die Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Wiederverwendbarkeit und den Einsatz nachhaltiger Materialien. Für Unternehmen bedeutet das: Nachhaltige Verpackungen aus beispielsweise PEF sind nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern helfen auch, regulatorische Pflichten zu erfüllen.
Bedeutung nachhaltiger Verpackungen
Ökologische Verantwortung:
- Verpackungen machen einen erheblichen Anteil des Kunststoffverbrauchs aus. Nachhaltige Alternativen senken CO₂-Emissionen und reduzieren Abfall.
Rechtliche Orientierung:
EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Verordnung (EU) 2025/40)
- Die neue Verordnung verschärft die Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteile und Wiederverwendbarkeit von Verpackungen. Unternehmen müssen ihre Verpackungsstrategien entsprechend ausrichten.
Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG)
- Das Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz regelt die nationale Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung in Deutschland. Unternehmen müssen weiterhin ihre Pflichten zur erweiterten Herstellerverantwortung erfüllen, insbesondere die Registrierung im Verpackungsregister LUCID und – sofern erforderlich – die Beteiligung an einem dualen System.
Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG)
- Das Gesetz verpflichtet zur Abfallvermeidung und zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Biobasierte und recyclingfähige Verpackungen unterstützen Unternehmen dabei, künftige Recyclingquoten zu erfüllen.
- Größere Unternehmen unterliegen erweiterten Berichtspflichten. Aspekte wie Kreislauffähigkeit und Ressourceneffizienz rücken stärker in den Fokus.
Nutzen für Unternehmen
Regulatorische Sicherheit:
- Unternehmen die früher umstellen, erfüllen kommende Vorgaben leichter und vermeidet Strafzahlungen oder teure Umrüstungen.
Markenstärkung:
- Nachhaltige Verpackungen sind sichtbare Beweise für verantwortungsvolles Handeln und steigern die Attraktivität bei Kunden und Geschäftspartnern.
Wettbewerbsvorsprung:
- Nachhaltige Verpackungen sind ein Differenzierungsmerkmal, das Unternehmen von Mitbewerbern abhebt.
Herausforderungen
Kosten:
- Biobasierte Materialien sind derzeit teurer als fossile Kunststoffe.
Technik:
- Anforderungen an Produktsicherheit und Lebensmittelsicherheit müssen erfüllt werden.
Biobasierte Materialien – ein Baustein nachhaltiger Verpackungslösungen
Biobasierte Kunststoffe (PLA, PHB, Bio-PE und PEF):
- Erste Alternativen für Lebensmittel- und Konsumgüterverpackungen. Ein besonders vielversprechender Werkstoff ist PEF (Polyethylenfuranoat). PEF wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt, bietet bessere Barriereeigenschaften als fossilbasiertes PET, verlängert die Haltbarkeit von Getränken und Lebensmitteln und ist vollständig recyclingfähig. Damit gilt PEF als möglicher „Gamechanger“ in der Verpackungsindustrie.
Naturfasern (Zellulose, Hanf, Algen):
- Regional verfügbar, gut recycelbar und vielseitig einsetzbar.
Innovationen (zum Beispiel: Pilzmyzel):
- Das Myzel „verklebt“ das Material zu einer festen, leichten Form – ähnlich wie Styropor.
Praxisbeispiele
Region Bodensee-Oberschwaben:
- Unternehmen arbeiten gemeinsam mit Hochschulen, Universitäten und Start-ups, um Reststoffe aus der Landwirtschaft für die Entwicklung biobasierter Verpackungen zu nutzen und so marktfähige Lösungen schneller umzusetzen.
Getränkeindustrie:
- Pilotprojekte mit PEF-Flaschen zeigen, abhängig von Produktionsprozess und Rohstoffbasis, dass CO₂-Emissionen deutlich gesenkt werden können.
Lebensmittelhersteller:
- Verpackungen aus Zellulose oder PLA werden bereits für frische Produkte eingesetzt.
Leitfaden für Unternehmen: Nachhaltige Verpackungen gezielt auswählen und einsetzen
Auch wenn viele Unternehmen Verpackungen nur einkaufen, ist eine strategische Auswahl und Nutzung entscheidend, um gesetzliche Vorgaben zu erfüllen, Kosten zu optimieren und die Marke zu stärken.
1. Status quo analysieren
- Welche Materialien werden eingesetzt?
- Wie recyclingfähig sind sie?
- Welche gesetzlichen Anforderungen betreffen das Unternehmen? Zum Beispiel: EU-Verpackungsverordnung (PPWR), Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD).
2. Materialien und Lieferanten gezielt prüfen
- Technische Anforderungen: Barriere, Stabilität, Haltbarkeit.
- Lieferantenkompetenz und Zuverlässigkeit.
3. Wirtschaftlichkeit ganzheitlich bewerten
- Neben Materialkosten auch Lebenszykluskosten berücksichtigen.
4. Förderung und Kooperation nutzen
- Öffentliche Förderprogramme können Kosten senken und Innovation beschleunigen.
5. Ergebnisse transparent kommunizieren
- Nachhaltige Verpackungslösungen in die Nachhaltigkeitsberichterstattung integrieren.
