Positionspapier Bodensee-Airport Friedrichshafen
Die Vollversammlung der IHK Bodensee-Oberschwaben hat in ihrer Sitzung am 11. März 2026 ein Positionspapier zum Bodensee-Airport verabschiedet. Darin fordert sie den Erhalt und die Weiterentwicklung des Bodensee-Airports als für die regionale Wirtschaft wichtige Verkehrsinfrastruktur.
- Flughafen als Standortfaktor einer wirtschaftsstarken Innovationsregion
- Infrastruktur als öffentliche Aufgabe
- Verlässliche Finanzierung: Infrastruktur ist kein Zuschussgeschäft, sondern Zukunftsinvestition
- Innerdeutsche Verbindungen erhalten und Konnektivität wieder ausbauen
- Wertschöpfung und Strahlkraft für andere Branchen
- Nachhaltige Transformation des Flughafen Friedrichshafen
- Die IHK Bodensee-Oberschwaben fordert
Der Bodensee-Airport Friedrichshafen ist ein wesentlicher Bestandteil der regionalen Verkehrsinfrastruktur und ein strategischer Knotenpunkt für die Grenzregion Bodensee-Oberschwaben im Dreiländereck Deutschland–Österreich–Schweiz, die zu den wirtschaftlich stärksten und exportorientiertesten Regionen Deutschlands zählt. Für die ansässige Industrie, mittelständische Betriebe aller Branchen, die Messe Friedrichshafen und zahlreiche Forschungseinrichtungen ist der Flughafen ein entscheidender Standortfaktor.
Flughafen als Standortfaktor einer wirtschaftsstarken Innovationsregion
Mit rund 45 Prozent Anteil des produzierenden Gewerbes an der regionalen Bruttowertschöpfung und einer Exportquote von etwa 50 Prozent der Industrie – im Bodenseekreis sogar über 60 Prozent – ist Bodensee-Oberschwaben ein industrielles und innovationsgetriebenes Zentrum. Darüber hinaus ist der Bodenseekreis einer der Hotspots der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie, des Maschinenbaus und der Automobilzulieferindustrie. Gleichzeitig trägt die Anbindung über Straße und Schiene der tatsächlichen Wirtschaftskraft der Region nicht ausreichend Rechnung. Der Flughafen ist daher in unserer Region ein wichtiger Baustein, um diese Infrastrukturlücken zu schließen.
Der Bodensee-Airport steht in der langen Tradition deutscher Luftfahrtpioniere: Schon die Dornier Flugzeugwerke und später die Zeppelin-Reederei haben hier Technik, Innovation und Flugleidenschaft geprägt. Heute bietet er als Regionalflughafen weiterhin die notwendige Flexibilität für Innovationen, insbesondere im klimaneutralen Luftverkehr mit elektrischen Antrieben, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien. Damit ist der Flughafen nicht nur heutige Verkehrsinfrastruktur, sondern eine strategische Zukunftsinvestition, die regionale Innovationen fördert und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichert.
Der Bodensee-Airport steht in der langen Tradition deutscher Luftfahrtpioniere: Schon die Dornier Flugzeugwerke und später die Zeppelin-Reederei haben hier Technik, Innovation und Flugleidenschaft geprägt. Heute bietet er als Regionalflughafen weiterhin die notwendige Flexibilität für Innovationen, insbesondere im klimaneutralen Luftverkehr mit elektrischen Antrieben, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien. Damit ist der Flughafen nicht nur heutige Verkehrsinfrastruktur, sondern eine strategische Zukunftsinvestition, die regionale Innovationen fördert und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichert.
Infrastruktur als öffentliche Aufgabe
Es ist Aufgabe der öffentlichen Hand, den ländlichen Raum zu fördern und die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse anzustreben, wozu auch eine Teilkompensation der Mobilitätsnachteile infolge der geografischen Randlage über eine Unterstützung des Flughafens gehört. Die Wirtschaft leistet durch die Gewerbesteuer einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung kommunaler Aufgaben. Allein in den Jahren 2019 bis 2023 konnten die Kommunen in der Region trotz Corona-Pandemie und Ukraine-Krieges fast zwei Milliarden Euro an Gewerbesteuern vereinnahmen. Diese Mittel sind auch dafür vorgesehen, kommunale Infrastruktur sowie Standort- und Wettbewerbsbedingungen zu sichern und weiterzuentwickeln. Die Unterstützung eines Regionalflughafens ist daher eine zielgerichtete Investition in einen zentralen Standortfaktor, der Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen und Arbeitsplätze stärkt und damit langfristig auch das kommunale Gewerbesteueraufkommen absichert.
Zugleich zeigt sich in Friedrichshafen das besondere Engagement der regionalen Wirtschaft im „Förderverein Flughafen Friedrichshafen“, der auch finanziell unterstützt, um neue Flugverbindungen zu realisieren und den Standort langfristig zu sichern. Viele Unternehmen investieren dabei Kapital und Ressourcen und gehen in Vorleistung. Die regionale Wirtschaft hat hier zuletzt ein deutliches Signal gesetzt: Mehrere Unternehmen der Region haben gemeinsam ein Darlehen über 2,5 Millionen Euro als Startkapital für die AIR UNIQON GmbH bereitgestellt und so die Realisierung innerdeutscher Flugverbindungen ermöglicht. Dies zeigt, dass regionale Unternehmen den Bodensee-Airport als Standortvorteil, der zur Wettbewerbsfähigkeit beiträgt, ansehen.
Zugleich zeigt sich in Friedrichshafen das besondere Engagement der regionalen Wirtschaft im „Förderverein Flughafen Friedrichshafen“, der auch finanziell unterstützt, um neue Flugverbindungen zu realisieren und den Standort langfristig zu sichern. Viele Unternehmen investieren dabei Kapital und Ressourcen und gehen in Vorleistung. Die regionale Wirtschaft hat hier zuletzt ein deutliches Signal gesetzt: Mehrere Unternehmen der Region haben gemeinsam ein Darlehen über 2,5 Millionen Euro als Startkapital für die AIR UNIQON GmbH bereitgestellt und so die Realisierung innerdeutscher Flugverbindungen ermöglicht. Dies zeigt, dass regionale Unternehmen den Bodensee-Airport als Standortvorteil, der zur Wettbewerbsfähigkeit beiträgt, ansehen.
Verlässliche Finanzierung: Infrastruktur ist kein Zuschussgeschäft, sondern Zukunftsinvestition
Eine verlässliche, planbare Finanzierung der Flughafeninfrastruktur ist daher unabdingbar, um solche Initiativen zu ermöglichen, die strategische Infrastruktur aufrechtzuerhalten und die Mobilität, Standortvorteile sowie die wirtschaftliche Dynamik der Region dauerhaft zu sichern.
Infrastruktur ist aufgrund ihres volkswirtschaftlichen Nutzens eine wesentliche Voraussetzung für regionale Wertschöpfung. Der positive Wertschöpfungsbeitrag des Flughafens Friedrichshafen wurde eingehend untersucht. Es gibt keinen Regionalflughafen in Deutschland, der allein aus dem Flugbetrieb heraus wirtschaftlich arbeitet. Jedoch generieren Regionalflughäfen als immens wichtige Infrastruktur ein Vielfaches ihrer eigenen Kosten an Wertschöpfung in der Region. Dies trifft auch auf den Flughafen Friedrichshafen zu.
Es bedarf einer sachlichen Diskussion über den Zuschussbedarf und die faire Verteilung der Lasten zwischen öffentlicher Hand und privaten Akteuren. Ziel muss sein, den Flughafen in seiner jetzigen Betriebsstruktur zu erhalten. Durch neue Destinationen und Fluggesellschaften könnte dies mittel- bis langfristig erreicht werden.
Vor diesem Hintergrund ist die Verstetigung der Bundesmittel für die Flugsicherung im Gebührenbereich 2 über das Jahr 2026 hinaus von zentraler Bedeutung. Ohne diese Unterstützung wären Regionalflughäfen wie Friedrichshafen existenziell gefährdet, während große Flughäfen diese hoheitliche Aufgabe weiterhin vollständig finanziert bekommen – eine klare Wettbewerbsverzerrung.
Wenn die Systematik der Flugsicherungskosten insgesamt modernisiert wird und damit der Prozess effizienter gestaltet, werden kann, findet das unsere Unterstützung.
Infrastruktur ist aufgrund ihres volkswirtschaftlichen Nutzens eine wesentliche Voraussetzung für regionale Wertschöpfung. Der positive Wertschöpfungsbeitrag des Flughafens Friedrichshafen wurde eingehend untersucht. Es gibt keinen Regionalflughafen in Deutschland, der allein aus dem Flugbetrieb heraus wirtschaftlich arbeitet. Jedoch generieren Regionalflughäfen als immens wichtige Infrastruktur ein Vielfaches ihrer eigenen Kosten an Wertschöpfung in der Region. Dies trifft auch auf den Flughafen Friedrichshafen zu.
Es bedarf einer sachlichen Diskussion über den Zuschussbedarf und die faire Verteilung der Lasten zwischen öffentlicher Hand und privaten Akteuren. Ziel muss sein, den Flughafen in seiner jetzigen Betriebsstruktur zu erhalten. Durch neue Destinationen und Fluggesellschaften könnte dies mittel- bis langfristig erreicht werden.
Vor diesem Hintergrund ist die Verstetigung der Bundesmittel für die Flugsicherung im Gebührenbereich 2 über das Jahr 2026 hinaus von zentraler Bedeutung. Ohne diese Unterstützung wären Regionalflughäfen wie Friedrichshafen existenziell gefährdet, während große Flughäfen diese hoheitliche Aufgabe weiterhin vollständig finanziert bekommen – eine klare Wettbewerbsverzerrung.
Wenn die Systematik der Flugsicherungskosten insgesamt modernisiert wird und damit der Prozess effizienter gestaltet, werden kann, findet das unsere Unterstützung.
Innerdeutsche Verbindungen erhalten und Konnektivität wieder ausbauen
Für die Wirtschaft sind zeitsparende Direktverbindungen wie nach Düsseldorf, Berlin oder Hamburg von hohem Wert, denn dadurch sind Ein-Tages-Geschäftsreisen möglich. Diese wurden Anfang 2026 nur durch ein erhebliches finanzielles Engagement aus der Wirtschaft in Kooperation mit der AIR UNIQON GmbH wieder realisiert. Das Angebot des Flughafens erspart lange Anreisezeiten zu anderen Flughäfen (Stuttgart, Zürich, München). Die für Geschäftsreisende wichtigen Ein-Tages-Geschäftsreisen sind mit Anreisezeiten von über zwei Stunden über diese Flughäfen nahezu unmöglich. Dies betrifft sowohl Großunternehmen als auch viele kleine und mittlere Unternehmen. Auch Kunden und Partnerunternehmen der hiesigen Unternehmen sind auf den Flughafen angewiesen. Aufgrund der Zeitersparnis und der kürzeren Wege zum Flughafen werden entsprechend höhere Flugticketpreise als an den Großflughäfen in Kauf genommen.
Wertschöpfung und Strahlkraft für andere Branchen
Der Flughafen ist nicht nur Bestandteil der Infrastruktur, sondern selbst ein wirtschaftlicher Motor für die Region. Geschäftsreisende und Unternehmen sparen aufgrund der regionalen Nähe Reisekosten und Zeit. Zudem entstehen indirekte Wertschöpfungseffekte in der Region, etwa in der Hotellerie oder durch Auftragsvergaben an regionale Dienstleister, Handwerksbetriebe und andere Unternehmen.
Darüber hinaus ist der Bodensee-Airport Arbeitgeber: rund 1.000 Menschen sind beim und am Flughafen beschäftigt. Dazu zählen Mitarbeitende der Flughafengesellschaft, der hier tätigen Behörden (Bundespolizei, Landespolizei, Zoll), Sicherheitsunternehmen, Fluggesellschaften, der Zeppelin-Reederei, Unternehmen der Flugzeuginstandhaltung, Autovermieter, Reisebüros, Gastronomen, Duty-Free-Anbieter sowie die Flugsicherung. Mit dieser Beschäftigung entstehen erhebliche wirtschaftliche Effekte über Lohn- und Steuerzahlungen.
Darüber hinaus ist der Bodensee-Airport Arbeitgeber: rund 1.000 Menschen sind beim und am Flughafen beschäftigt. Dazu zählen Mitarbeitende der Flughafengesellschaft, der hier tätigen Behörden (Bundespolizei, Landespolizei, Zoll), Sicherheitsunternehmen, Fluggesellschaften, der Zeppelin-Reederei, Unternehmen der Flugzeuginstandhaltung, Autovermieter, Reisebüros, Gastronomen, Duty-Free-Anbieter sowie die Flugsicherung. Mit dieser Beschäftigung entstehen erhebliche wirtschaftliche Effekte über Lohn- und Steuerzahlungen.
Sicherung des Messestandorts:
Für die Messe Friedrichshafen ist der Bodensee-Airport insbesondere bei Messen wie der Fakuma ein wichtiges Argument, um im harten Standortwettbewerb zu bestehen. Die effiziente Erreichbarkeit ist hierbei von hoher Bedeutung. Die AERO als weltweit führende Fachmesse für die Allgemeine Luftfahrt wäre ohne die Nutzung der Flughafeninfrastruktur in dieser Form nicht durchführbar.
Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt:
Als eine der Schwerpunktregionen für die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie haben sich hier Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu einem regionalen Branchennetzwerk zusammengeschlossen. In diesem Sektor sind rund 100 Unternehmen mit nahezu 10.000 Beschäftigten tätig – etwa die Hälfte aller Beschäftigten der Branche in Baden-Württemberg.
Sicherheit und Verteidigung:
Nach dem umfassenden Rückbau der Infrastruktur nach dem Ende des Kalten Krieges ist im Verteidigungs- oder Bündnisfall von einem deutlich erhöhten Bedarf an Luftverkehrsinfrastruktur auszugehen, insbesondere im Hinblick auf den Erhalt der Lieferketten für Wirtschaft, Versorgung und Gesamtverteidigung. Der Erhalt regionaler Flughäfen wie des Flughafens Friedrichshafen ist daher von hoher strategischer Bedeutung.
Stärkung des Tourismus:
Touristische Flugverbindungen stärken die regionale Tourismuswirtschaft und sind für die Vierländerregion Bodensee von großer Bedeutung. Internationale Veranstaltungen wie das Weltwirtschaftsforum in Davos oder die Nobelpreisträgertagung in Lindau profitieren ebenfalls von der Anbindung über den Bodensee-Airport Friedrichshafen.
Stärkung des Tourismus:
Touristische Flugverbindungen stärken die regionale Tourismuswirtschaft und sind für die Vierländerregion Bodensee von großer Bedeutung. Internationale Veranstaltungen wie das Weltwirtschaftsforum in Davos oder die Nobelpreisträgertagung in Lindau profitieren ebenfalls von der Anbindung über den Bodensee-Airport Friedrichshafen.
Nachhaltige Transformation des Flughafen Friedrichshafen
Trotz der verursachten CO₂-Emissionen des Flughafens Friedrichshafen bieten sich Chancen für eine Weiterentwicklung hin zu einem klimaneutralen Transformationsprozess. Die nachhaltige Entwicklung erfordert künftig eine Kombination aus strategischen Entscheidungen und technologischen Innovationen. Digitalisierung und intelligente Systeme können den Flughafenbetrieb optimieren und den Energieverbrauch effizienter steuern. Die Integration erneuerbarer Energien ist hierfür entscheidend. Darüber hinaus kann der Flughafen als regionales Innovationszentrum genutzt werden, um nachhaltige Luftfahrt mit alternativen Antrieben und klimaneutralen Treibstoffen voranzutreiben. Klimaneutrales Fliegen wird nach Einschätzung vieler Experten zunächst an kleineren regionalen Flughäfen stattfinden.
Die IHK Bodensee-Oberschwaben fordert
- den Erhalt und die Weiterentwicklung des Bodensee-Airports als für die regionale Wirtschaft wichtige Verkehrsinfrastruktur,
- eine faire öffentliche Diskussion über die Finanzierung des Bodensee-Airports – auch andere Verkehrsträger oder Infrastruktureinrichtungen sind nicht in der Lage, ihre Kosten vollständig selbst zu tragen,
- die Unterstützung des Landes bei den notwendigen Investitionen des Bodensee-Airports, wie es bei anderen Flughäfen zu beobachten ist und
- einen dauerhaften Zuschuss zu den Flugsicherungskosten der Regionalflughäfen.
