Der einfache digitale Weg zu passenden Informationen

Region Bodensee-Oberschwaben / Weingarten:
Die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) stellte in Weingarten die neue Informations- und Beratungsplattform SUITable der Wirtschaft vor. Das innovative Pilotprojekt der IHK wird als Leuchtturmprojekt von Land und EU gefördert und erschließt nicht nur neue Wege der digitalen Beratung, sondern auch des Wissenstransfers und der regionalen Innovationsförderung.
Mit dem Go-Live der Plattform SUITable hat die IHK Bodensee-Oberschwaben eine Vorreiterrolle übernommen und den nächsten Entwicklungsschritt hin zu einem KI-gestützten Ökosystem für Beratung und Interessenvertretung vollzogen. Die neue Plattform mache das Erfahrungswissen aus der IHK-Beratung systematisch digital nutzbar und schaffe damit die Grundlage für proaktive KI-Agenten sowie neue Möglichkeiten der datenbasierten politischen Interessenvertretung, so IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Sönke Voss.
Die Nutzung der Plattform ist unkompliziert und niederschwellig: Nach dem Einstieg über suitable-beratung.de führt SUITable dialogbasiert Schritt für Schritt zu den Informationen und Angeboten, die für den jeweiligen Nutzer relevant sind. Dieser kann so die für ihn passenden Onlineinformationen direkt abrufen, Kontakt zu IHK-Beratern aufnehmen oder seine Fragestellungen mithilfe einer thematisch fokussierten KI vertiefen. Die Texte, Informationen und Angebote werden kontinuierlich aktualisiert und optimiert. Die Plattform ist nicht nur für Unternehmen und Gründer interessant, sondern bietet auch regionalen Akteuren wie Wirtschaftsförderungen und Dienstleistern einen Mehrwert.
Das der Plattform zugrundeliegende Datenmodell bilde das implizite Wissen erfahrener Berater der IHK und weiterer Akteure der Wirtschaftsförderung ab und ermögliche verschiedene Anwendungsfälle, so Projektleiter Michael Schmid. Jede durch den Nutzer beantwortete Frage präzisiere den entsprechenden Beratungsbedarf und eröffne damit verbundene individualisierte Themenfelder. „SUITable bietet ein individuelles Lösungspaket. Dieses kann klassisch über Websites nachvollzogen oder als Basis für einen Dialog mit KI verwendet werden“, so Schmid. Die besondere Stärke von SUITable zeige sich insbesondere bei komplexeren Beratungssituationen. Hier bilde die Plattform digital die Fähigkeit ab, auch nicht naheliegende Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Fachgebieten zu erkennen und weitere relevante Themen proaktiv einzubeziehen. Das Einbeziehen von nicht offensichtlich mit der ursprünglichen Fragestellung zusammenhängenden Themen sei auch der wesentliche Unterschied zu den allgemein verfügbaren Chatbots. Aktuell sind laut Schmid etwa 400 Informationen vorhanden. Diese werden auf 75 definierte „Lebenslagen“ von Unternehmen angewendet – zum Beispiel Gründung, Krise, Wachstum, Übergabe oder Berichtspflichten. Dazu Schmid: „Viele Beratungsplattformen funktionieren innerhalb eines Fachgebiets hervorragend, kommen bei fachgebietsübergreifenden Inhalten aber an ihre Grenzen. Ein wesentlicher Bestandteil des geförderten Projekts war daher auch die Entwicklung fachgebietsübergreifender Vorgehensweisen, Arbeits- und Datenmodelle.“
Hintergrundinformationen zum Projekt und zur Förderung:
Der Name SUITable steht für Serviceorientierte Unternehmensförderung, Innovation und Transformation als En(able)r für das regionale Innovationssystem. Im Juli ging SUITable an den offiziellen Start. Das Projekt wurde im Rahmen des Landeswettbewerbs „Regio-WIN 2030“ als eines von 24 Leuchtturmprojekten ausgewählt und durch das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus gefördert sowie aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert. Das Projekt wurde mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert. Gestartet wurde das bis zum 30. September 2026 laufende Projekt am 1. Januar 2023. Ein Projektteam mit Portfoliomanagern aus allen IHK-Geschäftsbereichen, mit Leitern der IHK-Bereiche Recht, Weiterbildung und Unternehmensförderung sowie zwei Back-Office-Mitarbeitern und der Projektleitung kümmerte sich um die Schaffung des digitalen Beratungsangebots. Darüber hinaus waren zahlreiche Akteure aus anderen IHKs, aus Wirtschaftsförderungen und weiteren Institutionen eingebunden. Die Architektur der Plattform ermöglicht zusätzliche Funktionalitäten auf dem neusten Stand der KI-Technologien. Geplante Erweiterungen sind beispielsweise proaktive Assistenz- und Beratungsfunktionen für Unternehmen. Das Grundkonzept basiert auf bereits vor rund zehn Jahren eingeführten digitalen Plattformen der IHK Bodensee-Oberschwaben, wodurch umfangreiche Erfahrungswerte zu Bedarfen, Fallzahlen und Wirtschaftlichkeit digitaler Beratungsassistenten vorlagen.
Medieninformation Nr. 76/2026