Unternehmen treiben Digitalisierung voran

Region Bodensee-Oberschwaben:
Laut einer aktuellen Digitalisierungsumfrage 2025 der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter bundesweit knapp 5.000 Betrieben schneiden Unternehmen in der Region Bodensee-Oberschwaben besser ab als der Landes- und Bundesdurchschnitt.
Mit einer Durchschnittsnote von 2,6 bewerten die Unternehmen der Region Bodensee-Oberschwaben ihren Digitalisierungsgrad höher als im Vorjahr (Durchschnittsnote 2,9). Auch im Vergleich mit Baden-Württemberg und Gesamtdeutschland (beide mit der Durchschnittsnote 2,8) liegt der regionale Wert höher. „Die Betriebe in unserer Region investieren konsequent in digitale Prozesse und Technologien. Dass wir uns weiter verbessert haben und über dem Landesdurchschnitt liegen, ist ein starkes Signal für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“, sagt Dr. Sönke Voss, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK).
Ein zentraler Treiber der Entwicklung ist die Künstliche Intelligenz (KI). In der Region Bodensee-Oberschwaben nutzen laut Umfrage bereits 34 Prozent der Unternehmen KI-Anwendungen, weitere 31 Prozent planen die Einführung dieser Zukunftstechnologie. Nur 34 Prozent geben an, weder KI einzusetzen noch entsprechende Planungen zu verfolgen. „Gerade beim Thema Künstliche Intelligenz sehen wir eine große Offenheit im regionalen Mittelstand. Viele Unternehmen erkennen das Potenzial – sei es in der Kundenkommunikation, in der Qualitätssicherung oder zur Effizienzsteigerung interner Abläufe“, so Voss. „Jetzt kommt es darauf an, die Betriebe bei der konkreten Umsetzung weiter zu unterstützen.“
Kritik an Verwaltungsdigitalisierung
Der Breitbandausbau in der Region Bodensee-Oberschwaben zeigt Wirkung: Bereits 74 Prozent der befragen Unternehmen geben an, über einen ausreichenden Internetanschluss zu verfügen. Deutlich kritischer fällt mit der Note 4,2 ihre Bewertung der öffentlichen Verwaltungsdigitalisierung aus. Viele Verfahren und Prozesse laufen aus Sicht der Wirtschaft noch zu langsam, zu kompliziert oder nicht vollständig digital ab. „Wenn Genehmigungen oder Antragsverfahren nicht konsequent digital funktionieren, kostet das Zeit, Geld und Innovationskraft“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Hier brauchen wir deutlich mehr Tempo und verbindliche digitale Prozesse.“
Hemmnisse durch Zeitmangel und Komplexität
Trotz der positiven Entwicklung sehen sich die Unternehmen mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Als größte Hemmnisse für die weitere Digitalisierung nennen die Betriebe in der Region fehlende Zeit (56 Prozent) und zu hohe Komplexität (56 Prozent). Auch Finanzierungsprobleme (40 Prozent) sowie Sicherheitsrisiken (37 Prozent) bremsen weitere Digitalisierungsschritte. Um Digitalisierungsvorhaben insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen zu erleichtern, sind aus Sicht der Wirtschaft verbesserte und unbürokratische Förderprogramme notwendig. Auch die Frage der digitalen Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern beschäftigt die Unternehmen zunehmend. Themen wie Datensicherheit, Cloud-Lösungen und Softwareabhängigkeiten gewinnen an strategischer Bedeutung. „Digitale Souveränität wird zu einem entscheidenden Standortfaktor“, so Voss. „Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, sichere Infrastrukturen und praxisnahe Unterstützung – nur so kann die Region ihre starke Position im Wettbewerb nachhaltig sichern.“
Zwei Veranstaltungstipps: In einem kostenfreien Webinar am 19. März, 10.30 bis 11.30 Uhr, vermittelt die IHK Bodensee-Oberschwaben wichtige Informationen zu gesetzlichen Anforderungen zur digitalen Barrierefreiheit (Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, BFSG) und zur konkreten Umsetzung der Vorgaben. Am 6. Mai, 10 bis 11.30 Uhr bietet die IHK ein kostenfreies Seminar zu aktuellen Fördermittelprogrammen für KMU an, speziell für die Förderung von Produktentwicklungen und Digitalisierung.
Medieninformation Nr. 13/2026