Zahlen, Daten und Fakten zur Fachkräfteentwicklung

Die anhaltend schwierige konjunkturelle Situation ist auch auf dem Lausitzer Arbeitsmarkt angekommen. In allen Branchen hat sich der Bedarf an Personal reduziert. Trotz allem herrschen stabile Beschäftigungsverhältnisse. Das zeigt die aktuelle Konjunkturbefragung der IHK Cottbus aus dem Herbst 2025.

Unternehmen stellen weniger ein

Die Umfrage zeigt branchenübergreifend eine geringe Einstellungsbereitschaft. Insgesamt nur 14 Prozent der befragten Südbrandenburger Unternehmen planen Neueinstellungen, demgegenüber stehen 26 Prozent, die ihren Personalstand reduzieren werden. Für 65% der Unternehmen haben die Arbeitskosten als Risiko deutlich an Bedeutung zugenommen und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit.

Mindestlohn zeigt Auswirkungen

Zur Steigerung der Arbeitskosten trägt auch die beschlossene schrittweise Erhöhung des Mindestlohnes bei. Auf Die Frage welche Auswirkungen die Unternehmer infolge der Erhöhung des Mindestlohnes erwarten, antworteten die Unternehmen folgendermaßen: 55 Prozent der Südbrandenburger Unternehmen planen eine Erhöhung ihrer Preise infolge der von der Bundesregierung beschlossenen Mindestlohnerhöhung von 13,90 Euro pro Stunde ab 1. Januar 2026 und auf 14,60 Euro ab 1. Januar 2027. Infolgedessen werden 47 Prozent der Firmen (auch) den Lohn für höhere Lohngruppen erhöhen müssen. 12 Prozent der Firmen geben an, ihre Produktions- bzw. Dienstleistungsangebote einschränken zu müssen.

Wir fragten: “Welche Auswirkungen erwarten Sie infolge der Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns?”

Auswirkungen Mindestlohn-Konjunktur_SB HB 2025
Der Beschluss basiert auf einer Empfehlung der Mindestlohnkommission, die alle zwei Jahre über Anpassungen entscheidet, und wird per Verordnung umgesetzt – ohne Zustimmung von Bundestag oder Bundesrat. Laut Statistischem Bundesamt profitieren mehr als sechs Millionen Beschäftigte von der Erhöhung. Für Arbeitgeber werden zusätzliche Lohnkosten in Höhe von rund 2,2 Milliarden und im Jahr darauf um rund 3,4 Milliarden Euro erwartet. Mehr Informationen zum Mindestlohn finden Sie auf der Seite der Bundesregierung.

Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt in Brandenburg bis 2035?

Der Arbeitsmarkt von morgen lässt sich nicht exakt vorhersagen – aber er lässt sich aktiv gestalten. Seit jeher verfolgen Akteurinnen und Akteure das Ziel, frühzeitig auf Veränderungen zu reagieren und Entwicklungen vorauszudenken. Auch wenn die Zukunft offenbleibt, bietet gerade diese Offenheit die Chance, Rahmenbedingungen bewusst zu beeinflussen. Eine fundierte Auseinandersetzung mit möglichen Entwicklungen ist dabei ein wichtiger Schritt.

Vor diesem Hintergrund hat die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern des Landes Brandenburg eine Arbeitsmarktprojektion entwickelt. Sie liefert eine verlässliche, datenbasierte Grundlage für den Dialog über zukünftige Trends und Herausforderungen am Arbeitsmarkt – und unterstützt damit eine vorausschauende Fachkräftesicherung.

Die Projektion des Fach- und Arbeitskräfteangebots basiert auf aktuellen Bevölkerungsvorausberechnungen für Brandenburg. Dabei werden alters- und geschlechtsspezifische Erwerbsquoten auf die zukünftige Bevölkerungsstruktur übertragen, um ein differenziertes Bild der verfügbaren Arbeitskräfte zu zeichnen.
Der zukünftige Bedarf an Fach- und Arbeitskräften wird auf Grundlage bisheriger Entwicklungen geschätzt. Die Modellannahme: Die Dynamiken der letzten Jahre setzen sich fort. So entsteht ein plausibles Szenario, das aufzeigt, wie sich Angebot und Nachfrage bis zum Jahr 2035 entwickeln könnten.

Die Ergebnisse werden sowohl für das Land Brandenburg insgesamt als auch für die drei IHK-Kammerbezirke (Ostbrandenburg, Cottbus und Potsdam) dargestellt. Sie bieten Einblicke in den gesamten Arbeitsmarkt ebenso wie in einzelne Berufsgruppen und Qualifikationsniveaus – und schaffen damit eine wertvolle Grundlage für strategische Entscheidungen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung.
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