Effizienter, technologieoffener, internationaler

Energiekosten sind eine Herausforderung für Wettbewerbsfähigkeit und Standortqualität

Um Klimaneutralität zu erreichen, bedarf es einer massiven Transformation der Wirtschaft. Damit diese gelingen kann und auch bezahlbar bleibt, müssen die Maßnahmen für einen verbesserten Klimaschutz überprüft sowie effizienter und wirksamer gestaltet werden.
In Studien, Grundsatzpositionen und Umfragen hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) skizziert, worauf es aus Sicht der Industrie- und Handelskammern ankommt, damit die Unternehmen die Transformation auch stemmen können. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass der bisher eingeschlagene Weg der Energiewende nicht ausreicht, um das Ziel zu erreichen, und wirtschaftlich kaum tragfähig ist", erklärt DIHK-Präsident Peter Adrian. “Viele Betriebe geraten angesichts hoher Kosten, langer Verfahren, Unklarheiten bei der Entwicklung neuer Infrastrukturen und international ungleicher Rahmenbedingungen an ihre Belastungsgrenzen.”
Studie “Neue Wege für die Energiewende ('Plan B')”
Frontier Economics hat im Auftrag der DIHK bewertet, wie teuer die aktuelle Energiepolitik langfristig wird. Die Analyse zeigt erstmals ein vollständiges Bild aller relevanten Systemkosten der Energiewende: Von Investitionen in Energieerzeugung, Netzen und Infrastruktur bis hin zu Energieimporten und Betriebskosten. In derStudie kommen die Experten zu einem klaren Ergebnis: Die Energiewende in ihrer aktuellen Ausgestaltung führt langfristig zu massiven Kostenbelastungen bis zu 5,4 Billionen Euro, die mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland nur schwer vereinbar sind. Bei Fortführung der aktuellen Energiepolitik müssten sich die jährlichen privaten Investitionen in den Sektoren Energie, Industrie, Gebäude und Verkehr mehr als verdoppeln – von rund 82 Milliarden Euro im Mittel der Jahre 2020 bis 2024 auf mindestens 113 bis 316 Milliarden Euro im Jahr 2035.
SIHK-Position zum Klimaschutz beschlossen
Die DIHK-Vollversammlung hat auf der Studie basierendVorschläge für eine effizientere Klimapolitik verabschiedet. Konkret plädiert die DIHK dafür, Klimaziele stärker international zu koordinieren und jahresscharfe Vorgaben in ein flexibleres CO2-Budget umzuwandeln. Die SIHK hat diese Vorschläge für eine Weiterentwicklung der Energiewende im Ausschusses für Industrie, Umwelt und Energie zur Diskussion gestellt. Dabei zeigte sich eine überwiegende Zustimmung, es gab aber auch weitergehende Forderungen. Der Budgetansatz wird grundsätzlich positiv bewertet, da er technologischen Spielraum eröffnet. Allerdings sollten neue Technologiepfade und -sprünge einem Monitoring unterzogen werden, um ihre Wirksamkeit realistisch zu bewerten. Ergänzend wurden flankierende Anreizsysteme für klimafreundliche Produkte und Prozesse gefordert. Gleichzeitig sollte die Innovationspolitik stärker darauf ausgerichtet werden, zentrale Klimaschutztechnologien auch in Deutschland zur Marktreife zu bringen. Auf Grundlage dieser ergänzenden Forderungen hat die Vollversammlung die SIHK-Position zum Klimaschutz im April 2026 beschlossen.