News
Nr. 7202156
Stimme der Wirtschaft 36, 15. Oktober 2026

Rösten statt Rosten mit Heribert Schamong

"Statt Muttermilch gab es bei uns Kaffee", sagt Heribert Schamong in unserem Video-Podcast "Stimme der Wirtschaft".
Seine Eltern haben 1949 auf der Venloer Straße ihre eigene Kaffeerösterei eröffnet, 1984 übernahm sein Bruder Fred Schamong das Geschäft, seit 2008 führt Heribert Schamong das Unternehmen mit seinem Sohn Mirko. Der Laden an der Venloer Straße ist wohl der bekannteste, seit 2022 gibt es mit "Schamong Factory" noch einen zweiten Standort, am dem vor allem produziert wird und die moderner ist. Das Geschäft läuft gut, die Schamongs sind derzeit auf der Suche nach einem dritten Standort.
Für Heribert Schamong ist ein Tag ohne Kaffee nicht vorstellbar. Wenn er unterwegs ist, sucht er immer nach Röstereien und dem besten Kaffee. Das Getränk hat für ihn auch etwas Verbindendes. Dabei war es gar nicht von Anfang an klar, dass er einmal sein Geld mit Kaffee verdienen würde, denn seine Lehre machte er im Stahlhandel Otto Wolff in Köln. Später ging es dann nach Berlin, Düsseldorf und Frankreich. 1981 wechselte er in den Schrotthandel, "weil ich da das doppelte Gehalt und ein Auto mit Autotelefon bekam, das hatte keiner", erinnert sich Schamong. Auch hier kam er wieder viel herum, unter anderem nach Frankreich, Schweiz, Polen, Russland, Türkei und USA. Als 2008 seine Mutter starb, kehrte er nach Köln zurück und übernahm gemeinsam mit seinem Sohn die Familienrösterei von seinem Bruder.
"Das ist in vielen Familienunternehmen so, gerade in so traditionsreichen Familienunternehmen, dass man auch den Kindern sagt: Mach' erstmal was anderes, lern' mal was Vernünftiges, in Anführungsstrichen, und komm' dann mit der Expertise, die du da gesammelt hast und schau auch, dass du in unseren Eigenbetrieb dann auch vielleicht neue Ideen bringst", sagt IHK-Präsidentin Dr. Nicole Grünewald. Sich ein bisschen durch die Welt zu bewegen, bringe frischen Wind und neue Ideen.
Die Aufgaben im Unternehmen sind zwischen ihm und seinem Sohn klar aufgeteilt:
Er macht das Geschäft und ich mache zum Beispiel die Banken, die Steuerberater, die IHK, die politische Landschaft. Ich trinke den Kaffee und lade die Leute ein.
Seit zwei Jahren ziehe er sich mehr und mehr aus dem Tagesgeschäft zurück. Nicole Grünewald sagt dazu: "Das ist wirklich die Königsdisziplin: Wie gibt man Familienunternehmen in die nächste Generation?"
Nicht immer funktioniere die Übergabe reibungslos. "Als IHK helfen wir da natürlich auch bei," macht sie deutlich, da es fantastisch sei, wenn Unternehmen über mehrere Generationen in der Familie blieben. "Das ist auch das, was Deutschland auszeichnet im Vergleich zu anderen Ländern. Und das ist auch das, was uns so stark macht. Dass wir halt wirklich starke Familien haben, die auch oft sieben Tage die Woche für ihr Unternehmen da sind und wirklich mit Herz und Seele in ihrem Unternehmen sind." Und weiter: “Wir sind sehr stolz, dass es gerade hier in Köln so viele gibt und auch, dass ihr dazu gehört und das immer wieder schafft.”

Die neue Folge von "Stimme der Wirtschaft" sehen Sie hier:

Die "Stimme der Wirtschaft" als Audio-Podcast

Jörg Löbker
Pressesprecher | Kommunikation
Tanja Wessendorf
Kommunikation | Multimedia-Redakteurin