ihkmagazin-IHK_06_26

Sind Sie durch die bürokratische Belastung darauf angewiesen, eine der folgenden Maßnahmen zu ergreifen? (Mehrfachnennung möglich) Einstellung von zusätzlichem Personal (n = 212) Inanspruchnahme externer Dienstleister (n = 345) Umverteilung bestehender Personalkapazitäten (n = 258) Verschieben von Investitionsentscheidungen (n = 190) Einschränkung der Innovationsfähigkeit (n = 231) Sonstiges (und zwar:) (n = 80) *n = Zahl der Unternehmen Umfrage ≥ Mehr Infos: www.ihk.mom/osnabrueck (Nr. 6541424) Bürokratielast ist weiter stark spürbar Die Bürokratie bleibt für viele Unternehmen in der Region eine der größten Herausforderungen im betrieblichen Alltag. Das zeigen die Ergebnisse einer IHK-Umfrage zur Bürokratiebelastung deutlich. Die Mehrheit der Betriebe berichtet von einer spürbaren Zunahme administrativer Anforderungen in den vergangenen fünf Jahren. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass notwendige Entlastungen politisch zwar angekündigt, in der Praxis aber bislang nur un­ zureichend umgesetzt werden. Besonders deutlich fällt der Blick der Unternehmen auf die Ent­ wicklung der vergangenen Jahre aus: Rund 56 % der befragten Betriebe sprechen von einer „deutlichen Mehrbelastung“, weitere 33 % sehen ebenfalls eine zunehmende Belastung. Demgegenüber stehen lediglich knapp 1 % der Unternehmen, die von einer gerin­ geren Belastung berichten, sowie weniger als ein Prozent, die sogar eine deutliche Entlastung wahrnehmen. Nur sieben Prozent sehen keine Veränderung. Damit zeigt die Umfrage klar: Für die über­ wältigende Mehrheit der Betriebe hat der bürokratische Aufwand spürbar zugenommen. Die Folgen sind im Unternehmensalltag längst konkret spürbar. Rund die Hälfte der Unternehmen gibt an, externe Dienstleister in Anspruch nehmen zu müssen, um bürokratische Anforderungen bewältigen zu können. Etwa 37 % verteilen bestehende Personal­ kapazitäten um, während rund 31 % zusätzliches Personal einstel­ len müssen. Besonders kritisch ist aus Sicht der IHK, dass die Bürokratielast zu­ nehmend Auswirkungen auf Zukunftsentscheidungen hat. Rund ein Drittel der Unternehmen sieht die eigene Innovationsfähigkeit eingeschränkt. Zudem verschieben etwa 28 % der Betriebe Inves­ titionsentscheidungen aufgrund administrativer Belastungen. Damit wird deutlich: Bürokratie bindet nicht nur Zeit und Geld, sondern beeinträchtigt zunehmend auch die wirtschaftliche Ent­ wicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Bürokratieabbau weiterhin eine zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe bleibt. Zwar werden auf politischer Ebene regelmäßig Entlastungen angekündigt und erste Maßnahmen auf den Weg gebracht. In der Wirtschaft besteht je­ doch weiterhin eine gewisse Skepsis, ob daraus tatsächlich spür­ bare Verbesserungen im betrieblichen Alltag entstehen. Viele Unternehmen wünschen sich schnellere Verfahren, weniger Doku­ mentationsp ichten und insgesamt mehr Vertrauen statt zusätz­ licher Nachweisp ichten. Die IHK sieht hierin ein klares Signal an die Politik: Gerade ange­ sichts von Fachkräftemangel, Transformation und schwacher Kon­ junktur benötigen Unternehmen mehr Freiräume für Innovation und Investitionen. Entscheidend wird sein, angekündigte Entlas­ tungen konsequent umzusetzen und neue Regelungen stärker auf ih re Praxistauglichkeit zu prüfen. (alf) 33% 30% 36% 13% 54% 41% 17 | IM FOKUS | Bürokratieabbau – jetzt!

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