ihkmagazin-IHK_06_26
Bauberufe werden neu geordnet Zum 1. August 2026 wird die Ausbildung in 19 Bauberufen neu geregelt. Unter ande- rem werden künftig digitale Arbeitsprozesse, der Umgang mit modernen Maschinen sowie der Einsatz neuer Baustoffe verbindlich Bestandteil der Ausbildung. Wir haben nachgefragt, wo Betriebe Vorteile sehen und wie sie die Änderungen umsetzen. Sehen die praktischen Vorteile der modernisierten Bauberufe: Die Ausbilderinnen Carolin Sulmann (Mainka Bau, l.) und Astrid Kappen (Janning Tiefbau). Für Astrid Kappen, Ausbilderin bei Janning Tiefbau GmbH in Twist, ist ein positiver Aspekt dieser: „Weil die Struktur der Berufe überarbeitet wurde, sind einzelne Ausbildungsinhalte besser auf einander abgestimmt. Auszubildende lernen künftig weniger iso lierte Themen kennen, sondern werden Arbeitsabläufe verstehen.“ Auch seien die Anforderungen klarer formuliert: „So wissen Aus zubildende und Betriebe, was erwartet wird.“ Eine zentrale Änderung betrifft die Prüfungen, da in den dreijähri gen Berufen die Zwischenprüfung entfällt. Stattdessen gibt es künftig eine gestreckte Abschlussprüfung. Der erste Teil ndet dann bereits nach zwei Jahren statt und zählt mit 40 % zur Ge samtnote. Der zweite Teil folgt am Ausbildungsende. „Für uns heißt das, dass wir die Auszubildenden früher gezielt auf prüfungsrele vante Inhalte vorbereiten müssen“, sagt Astrid Kappen. Unverän dert wichtig bleibt die überbetriebliche Ausbildung, die ein ver gleichbares Quali kationsangebot sichert. Vermittelt werden Inhalte, die nicht jeder Betrieb selbst abdecken kann. Etwa die Arbeiten mit bestimmten Maschinen. Dass die Reform Teil einer regelmäßigen Anpassung der betrieb lichen Ausbildung ist, sagt IHKMitarbeiterin Dr. Maria Deuling auf einer InfoVeranstaltung: „Damit Unternehmen bei den Neuerun gen nicht auf sich allein gestellt sind, unterstützt unsere IHK etwa bei der Anpassung von Ausbildungsplänen.“ (car) Alle Infos: IHK, Frank Isdepsky, Tel. 0541 353474 oder isdepsky@ osnabrueck.ihk.mom LINGEN | Ein Unternehmen, das sich an die Neuordnung anpassen muss, ist die Mainka Bau GmbH & Co. KG aus Lingen. Dort ist Carolin Sulmann als Ausbilderin tätig. Sie sagt: „Themen wie die digitale Vermessung, automatisierte Bauverfahren und neue Mate rialien nehmen jetzt mehr Raum ein als bisher. Wir stellen daher aktuell unsere Ausbildungspläne um. Gleichzeitig helfen die mo dernisierten Inhalte dabei, junge Fachkräfte gezielter auf die An forderungen heutiger Baustellen vorzubereiten.“ Hintergrund der Änderungen sind konkrete Entwicklungen im Bauwesen: Auf Baustellen werden zunehmend digitale Baupläne genutzt, Maschinen arbeiten automatisierter, und andere Materia lien kommen zum Einsatz. Außerdem wird in der Ausbildung stär ker vermittelt, wie energieef zient gebaut wird und welche Maß nahmen für Klimaschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz konkret erforderlich sind. „Die neuen Ausbildungsstrukturen ma chen all dies transparenter“, sagt Carolin Sulmann, „und sie bieten bessere Entwicklungsmöglichkeiten für Auszubildende.“ Positive Effekte könnte dies auch auf die Nachwuchsgewinnung in der Bau wirtschaft haben: „Denn die neuen Strukturen sind so aufgebaut, dass sie Übergänge erleichtern, wenn es z. B. um Weiterbildungen oder Spezialisierungen geht.“ Neu ist ab August zudem, dass die sogenannte Stufenausbildung durch ein Anrechnungsmodell ersetzt wird. Das bedeutet konkret, dass Auszubildende weiterhin exibel zwischen zweijährigen und dreijährigen Abschlüssen wechseln können, ihnen bereits erbrachte Leistungen dabei angerechnet werden. | 32 AUS DEN REGIONEN Osnabrück | Emsland | Grafschaft Bentheim | Juni 2026 Emsland
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