Eine blonde Frau sitzt vor einem Computer. Vor sich hat sie ein Notizbuch und ein Handy.
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Regional verankert

Vom Coaching zum Auszeit-Haus

Wie geht es weiter? Diese Frage beschäftigt die Menschen, die zu Vesna Szalatzky kommen. Manche stehen beruflich an einem Wendepunkt, andere vor einer persönlichen Entscheidung. Die Unternehmerin begleitet sie dabei, Klarheit zu gewinnen – und hat dafür gemeinsam mit ihrem Mann auf dem Darß einen besonderen Ort geschaffen: ein Auszeit-Haus, in dem Coaching, Rückzug und Natur miteinander verbunden sind.
Eine Woche lang verlassen die Gäste ihren Alltag. Statt Terminen, Verpflichtungen und gewohnten Routinen stehen Einzelcoachings, Gespräche, Natur, Essen nach ganzheitlichem Konzept und Zeit für sich selbst auf dem Programm. Am Ende soll eine Entscheidung stehen, mit der die Gäste zurück in ihr Leben gehen können.
„Ich war vorher noch nie im Norden und habe festgestellt, dass mein Nervensystem hier viel schneller zur Ruhe kommt als woanders und ich durch die Weite sehr schnell neue Perspektiven erkennen kann.
„Es geht oft um persönliche Probleme wie die Frage, ob die Person sich von ihrem Partner trennen soll oder nicht. Aber auch berufliche Konflikte stehen oft im Mittelpunkt“, erzählt Szalatzky. Ihre Kunden kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Dass das Konzept funktioniert, führt sie auch auf die besondere Umgebung zurück.

Ein Umweg in den Norden

Dass die gebürtige Slowenin einmal Unternehmerin auf dem Darß werden würde, war nicht vorgezeichnet. Szalatzky ist seit 1994 selbstständig und arbeitete viele Jahre in Bayern. Der Weg nach Norddeutschland begann schließlich mit einem Urlaub.
„Ich war vorher noch nie im Norden und habe festgestellt, dass mein Nervensystem hier viel schneller zur Ruhe kommt als woanders und ich durch die Weite sehr schnell neue Perspektiven erkennen kann“, erzählt sie. Aus dem persönlichen Eindruck entstand eine unternehmerische Idee. Szalatzky folgte ihrem Gefühl und baute mit ihrem Mann – ohne zunächst zu wissen, ob ihre Coachingkunden bereit wären, für sie in den Norden zu reisen – das Auszeit-Haus auf dem Darß.
Der Schritt passt zu einer Entwicklung, die sich durch ihre gesamte berufliche Laufbahn zieht. Das Unternehmertum wurde Szalatzky praktisch in die Wiege gelegt. Ihr Vater leitete eine Marketingagentur, die sie später übernahm. Trotzdem wollte sie nicht einfach die altbekannten Wege weitergehen.
„Marketing war mir immer nicht die sympathischste Branche. Ich habe mir dann gesagt, wenn ich die Firma übernehme, dann gehe ich es anders an. Mich interessiert der Mensch und mich interessieren gelebte Werte und nicht nur das, was auf einer Imagebroschüre steht.“
Aus dem Interesse an Kommunikation entwickelte sich eine intensive Beschäftigung mit menschlicher Psyche, Werten und Unternehmenskultur sowie ganzheitlicher Gesundheit. Später machte sich Szalatzky als Mentorin selbstständig und beriet Unternehmen und Führungskräfte unter anderem zu Arbeitskultur und interner Kommunikation.

Ein persönlicher Wendepunkt

Eine besonders prägende Zäsur erlebte sie nach dem Tod ihres ersten Ehemanns. Die Erfahrung veränderte auch ihren Blick auf die eigene Arbeit. „Ich wollte das machen, worin ich intrinsisch gut bin und nicht gut durch Fleiß und Leistung“, sagt Szalatzky.
Der Satz beschreibt zugleich die Entwicklung ihres heutigen Geschäftsmodells. Im Auszeit-Haus verbindet sie ihre beruflichen Erfahrungen mit einem Ansatz, der stärker auf den einzelnen Menschen ausgerichtet ist. Die Gäste bekommen nicht nur ein Coaching, sondern ein Umfeld, das Abstand vom gewohnten Alltag ermöglichen soll.
Das Haus bietet neben den Coachingräumen auch einen Meditationsraum und zahlreiche Bücher zu psychologischen und persönlichen Entwicklungsthemen. Spaziergänge und Ausflüge in die Natur gehören ebenfalls zum Konzept.
Dabei geht es nicht ausschließlich um private Fragen. Auch berufliche Entscheidungen und Konflikte spielen eine wichtige Rolle. Gerade die räumliche Distanz zum gewohnten Umfeld könne dabei helfen, schneller zu einer Lösung zu kommen, sagt Szalatzky. Die Kombination aus Coaching und Rückzug habe sich für sie als besonders wirksam erwiesen.

Zwischen Ferienhaus und persönlicher Entwicklung

Das Auszeit-Haus ist allerdings nicht das ganze Jahr über ausschließlich Coachingort. In der Sommersaison, wenn der Darß viele Urlauber anzieht, vermieten die Szalatzkys die Unterkunft auch als Ferienhaus. Die Coachings finden persönlich vor Ort, bevorzugt in der Nebensaison, statt. „Dann ist es hier sehr voll mit Touristen und das bringt meine Kunden nicht zur Ruhe. In der Nebensaison haben wir da bessere Voraussetzungen.“
Für die Hauptsaison bietet die Unternehmerin ihren Kunden deshalb die Möglichkeit, ihre Kunden online zu begleiten. So ist ein Gesamtkonzept entstanden, das persönliche Auszeit, individuelle Begleitung und die Flexibilität von Onlineterminen miteinander verbindet.
Es ist zwar keine Pension im klassischen Sinn, aber ein Ort, an dem die Menschen für eine Weile Abstand von ihrem Alltag bekommen.
Doch auch die klassischen Übernachtungsgäste finden im Haus Angebote, die über den gewöhnlichen Urlaub hinausgehen. Meditation, psychologische Literatur und die Möglichkeit, sich bewusst mit den eigenen Fragen auseinanderzusetzen, gehören zum Konzept.
Damit schließt sich für Szalatzky ein Kreis. „Ich wollte schon immer eine kleine Pension haben“, sagt sie. Mit dem Auszeit-Haus konnte sie sich diesen Wunsch erfüllen. „Es ist zwar keine Pension im klassischen Sinn, aber ein Ort, an dem die Menschen für eine Weile Abstand von ihrem Alltag bekommen.“
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