Pressemitteilung

Leicht statt kompliziert, effizient statt bürokratisch: Was sich von Polen lernen lässt

Rostock, 6. August 2026. Beim 25. Hanse Sail Business Forum (HSBF) im Vienna House Sonne ging der Blick zu Deutschlands östlichem Anrainer. Das Forum, das traditionell am Eröffnungstag der Hanse Sail über 200 Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreter aus Politik und Wissenschaft versammelt, stand dieses Jahr unter dem Titel „Wachstumschampion Polen – was machen unsere Nachbarn anders?.
Dazu begrüßte der Initiativkreis der Wirtschaft - bestehend aus der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern (HWK), dem Unternehmerverband Rostock-Mittleres Mecklenburg (UV), der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK) sowie dem Enterprise Europe Network M-V (EEN) - Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sowie Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger, die ein Grußwort hielten.
„Polen ist für Mecklenburg-Vorpommern weit mehr als ein direkter Nachbar – Polen ist ein starker Wirtschaftspartner. Wenn wir die Chancen im Ostseeraum konsequent nutzen, voneinander lernen und grenzüberschreitend zusammenarbeiten, schaffen wir Wachstum, sichern Arbeitsplätze und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region“, sagte Frank Oestreich, Präsident des Unternehmerverbandes Rostock – Mittleres Mecklenburg e. V.
Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, konkretisierte: „Polen zeigt, wie wirtschaftliche Dynamik entstehen kann: durch eine hohe Investitionsbereitschaft in Infrastruktur, Digitalisierung, Energie und Verteidigung sowie durch vergleichsweise geringe bürokratische Hürden. Besonders bei der Unternehmensgründung und im digitalen Verwaltungswesen nimmt Polen eine Vorreiterrolle ein. Davon können wir lernen. Unsere Betriebe sind bereit zu investieren, auszubilden und die Transformation mitzugestalten – sie müssen dafür aber auch den nötigen Freiraum erhalten.“
„Das polnische Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen ist in den vergangenen fünf Jahren um 12,9 Prozent gewachsen, während der Wert für Deutschland bei mehr als mageren 0,7 Prozent lag. Dass unsere östlichen Nachbarn etwas deutlich besser machen, liegt auf der Hand und wir sollten jede Gelegenheit nutzen, um aus den polnischen Erfahrungen zu lernen.“, pflichtet Klaus-Jürgen Strupp als Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock seinem Handwerkskollegen bei.
Drei Impulsvorträge beleuchteten:
  • die deutsch-polnische Zusammenarbeit im aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Kontext. Jan Tombiński, Geschäftsträger der Republik Polen in Deutschland, ging insbesondere darauf ein, dass Polen und Deutschland mehr als 20 Jahre nach dem EU-Beitritt Polens einen gemeinsamen Wirtschaftsraum darstellen. Die Leistungsfähigkeit der polnischen Wirtschaft drücke sich unter anderem darin aus, dass zunehmend polnisches Kapital in Deutschland investiert werde. Im vergangenen Jahr waren bereits 25.000 Menschen in polnischen Unternehmen in Deutschland beschäftigt.
  • den Wohnungsbau in Polen – besonders die aktuelle Lage und Zukunftsperspektiven. Władysław Walawko von Calbud machte deutlich, warum in Polen schneller gebaut wird und weshalb dort mehr Menschen Wohneigentum besitzen als in Deutschland.
  • den Aufbau der Arbeitskräfte von morgen im Bereich Schiffbau unter dem Titel „Building Tomorrow’s Workforce: Competency Needs in the Yacht and Shipbuilding Industry by 2030“. Kamila Zimińska von Elektryka Morska erklärte, dass der Fachkräftemangel im polnischen Schiffbau eine große Herausforderung sei und man von den Vorteilen der dualen Berufsausbildung in Deutschland lernen könne. Zugleich betonte sie, wie wichtig es sei, Frauen den Zugang zu traditionellen Industrien wie dem Schiffbau zu ermöglichen und sie zu ermutigen, diesen Berufsweg einzuschlagen.