Konjunkturumfrage Frühjahr 2026
Stimmung im Allgäu trübt sich deutlich ein
Die wirtschaftliche Stimmung im Allgäu hat sich im Frühjahr 2026 deutlich verschlechtert. Der IHK-Konjunkturindex für die Region sinkt gegenüber der Vorumfrage zum Jahresbeginn um zehn Punkte auf nunmehr 101 Punkte. Damit liegt die Region nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 100 Punkten und deutlich unter ihrem langjährigen Durchschnitt.
„Die Unternehmen im Allgäu spüren zunehmend die Folgen der schwachen Inlandsnachfrage, hoher Kosten und fehlender wirtschaftspolitischer Impulse“, erklärt Dr. Stefan Topp, kommissarischer Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Kempten und Oberallgäu. „Die wirtschaftliche Unsicherheit bremst Investitionen und belastet die Erwartungen vieler Betriebe.“ Rolf Thomann, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Lindau-Bodensee, ergänzt: „Unsere Unternehmen verfügen zwar weiterhin über eine hohe Innovationskraft und starke internationale Netzwerke. Dennoch fehlt vielen Unternehmen derzeit das notwendige Vertrauen in die Politik.“ Peter Leo Dobler, Vorsitzender der IHK-Regionalversammlung Kaufbeuren und Ostallgäu, fordert deshalb „wachstumsfördernde wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und größere Freiräume für die Unternehmen“. Andrea Thoma-Böck, Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Memmingen und Unterallgäu, mahnt zudem: „Die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland muss wieder stärker in den Mittelpunkt politischen Handelns rücken.“
Im April 2026 hat die IHK Schwaben einen repräsentativen Querschnitt ihrer Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zur aktuellen Geschäftslage, zu ihren Erwartungen sowie zu den größten konjunkturellen Risiken befragt. Rund 860 Unternehmen aus Bayerisch-Schwaben haben sich beteiligt, davon annähernd 360 aus dem Allgäu.
Lindau ist der stabilste Landkreis im Allgäu
Mit einem IHK-Konjunkturindex von 118 Punkten zeigt sich die Region Lindau-Bodensee weiterhin vergleichsweise robust. Gegenüber der Vorumfrage bleibt die Stimmung stabil. Zwar hat sich die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage im Vergleich zum Jahresbeginn etwas verschlechtert, doch wird diese durch etwas optimistischere Erwartungen kompensiert.
Oberallgäu und Kempten verlieren deutlich
Besonders stark eingetrübt hat sich die Stimmung in Kempten und im Oberallgäu. Der IHK-Konjunkturindex sinkt dort um elf Punkte auf rund 104 Punkte.
Viele Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter als noch zu Jahresbeginn. Gleiches gilt für die Geschäftserwartungen, die ebenfalls spürbar nachlassen.
Viele Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage deutlich schlechter als noch zu Jahresbeginn. Gleiches gilt für die Geschäftserwartungen, die ebenfalls spürbar nachlassen.
Ostallgäu und Kaufbeuren: Stimmung unter Druck
Auch in Kaufbeuren und dem Ostallgäu verschlechtert sich die wirtschaftliche Stimmung spürbar. Der IHK-Konjunkturindex verliert acht Punkte und liegt nun bei rund 102 Punkten.
Zwar beurteilen die Unternehmen im östlichen Allgäu ihrer aktuelle Geschäftslage etwas besser als zu Beginn des Jahres, doch wird diese Entwicklung durch die deutlich schlechteren Erwartungen weit übertroffen.
Zwar beurteilen die Unternehmen im östlichen Allgäu ihrer aktuelle Geschäftslage etwas besser als zu Beginn des Jahres, doch wird diese Entwicklung durch die deutlich schlechteren Erwartungen weit übertroffen.
Unterallgäu und Memmingen mit stärkstem Rückgang
Am deutlichsten fällt der Rückgang in Memmingen und dem Unterallgäu aus. Der IHK-Konjunkturindex sinkt um 15 Punkte auf nur noch rund 89 Punkte und liegt damit deutlich unter der Wachstumsschwelle. Sowohl die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage als auch der Erwartungen haben sich im Vergleich zum Jahresbeginn verschlechtert, die Geschäftserwartungen sogar deutlich.
Dienstleistungen bleiben wichtigste Stütze
Wie bereits in den vergangenen Umfragen erweisen sich die Dienstleistungen (106 Indexpunkte) als wichtigste Stütze der regionalen Konjunktur. Vor allem die unternehmensnahe Dienstleistungen zeigen sich weiterhin vergleichsweise stabil. Dagegen bleiben Industrie (101 Indexpunkte) und Handel (89 Indexpunkte) deutlich schwächer. Hoffnung macht dagegen der für das Allgäu so wichtige Tourismus, der sich robust zeigt.
Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Die Vorsitzenden der IHK-Regionalversammlungen im Allgäu fordern deshalb entschlossene wirtschaftspolitische Reformen. „Die Unternehmen benötigen wieder mehr Vertrauen in die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“, betont Peter Leo Dobler. Dazu gehörten wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Genehmigungsverfahren, leistungsfähige Verkehrs- und Datennetze sowie eine spürbare Entlastung bei Bürokratie und Abgaben. Andrea Thoma-Böck ergänzt: „Das Allgäu verfügt weiterhin über starke mittelständische Strukturen, innovative Unternehmen und hohe industrielle Kompetenz. Dieses Potenzial muss durch bessere Standortbedingungen unterstützt werden.“
