Konjunkturumfrage Frühjahr 2026
Stimmung der Unternehmen im Wirtschaftsraum Augsburg trübt sich ein
Der zu Jahresbeginn erhoffte wirtschaftliche Aufschwung ist ausgeblieben. Im Frühjahr 2026 trübt sich die Stimmung der Unternehmen im Wirtschaftsraum Augsburg weiter ein. Grund dafür sind die im Vergleich zum Jahresbeginn pessimistischeren Geschäftserwartungen. Der IHK-Konjunkturindex, der sowohl die Erwartungen als auch die aktuelle Geschäftslage abbildet, verliert gegenüber der Vorumfrage vier Punkte und liegt nun bei 107 Punkten.
„Der IHK-Konjunkturindex für den Wirtschaftsraum Augsburg übertrifft zwar die Wachstumsschwelle von 100 Punkten, bleibt allerdings deutlich hinter seinem langjährigen Durchschnitt von 115 Punkten zurück. Der erhoffte Aufbruch ist abgesagt“, stellt Ellen Dinges-Dierig, Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Augsburg-Stadt, fest. Ramona Meinzer, IHK-Regionalvorsitzende für Augsburg-Land, ergänzt: „Im Vergleich der bayerisch-schwäbischen Regionen nimmt der Wirtschaftsraum Augsburg zwar den ersten Platz ein, doch ein glaubwürdiger Weg aus der wirtschaftlichen Krise zeichnet sich auch hier nicht ab.“ Die Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung Aichach-Friedberg, Katrin Krauß-Herkert, fordert daher „schnelle und spürbare Strukturreformen der Bundesregierung“.
Im April 2026 hat die IHK Schwaben einen repräsentativen Querschnitt ihrer Mitgliedsunternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen zur aktuellen Lage, zu ihren Erwartungen sowie zu den größten konjunkturellen Risiken befragt. Rund 860 Unternehmen haben geantwortet, davon mehr als 230 aus der Stadt Augsburg, dem Landkreis Augsburg und dem Wittelsbacher Land.
Aichach-Friedberg: Zugpferd der regionalen Konjunktur
Der IHK-Konjunkturindex für das Wittelsbacher Land hat sich seit Jahresbeginn lediglich um einen Punkt auf nun 111 Punkte verschlechtert. Zwar hat sich auch im Landkreis Aichach-Friedberg die aktuelle Geschäftslage etwas eingetrübt. Dieser Rückgang wird jedoch durch optimistischere Erwartungen annähernd kompensiert.
Augsburg-Stadt: Deutlicher Stimmungsverlust
In der Bezirkshauptstadt hat sich der IHK-Konjunkturindex deutlich verschlechtert: Er sank um elf Punkte auf nunmehr 109 Punkte. Gründe für diese negative Entwicklung sind, dass die Unternehmen sowohl ihre künftige Geschäftslage als auch ihre aktuelle Situation spürbar schlechter einschätzen als noch zu Jahresbeginn 2026.
Augsburg-Land: Stimmung hellt sich leicht auf
Die Stimmung im Landkreis Augsburg bildet zwar weiterhin das Schlusslicht im Wirtschaftsraum Augsburg, hellt sich jedoch leicht auf. Der IHK-Konjunkturindex für Augsburg-Land liegt nun bei 104 Punkten und damit wieder über der Wachstumsschwelle. Die aktuelle Geschäftslage wird deutlich besser eingeschätzt als zu Jahresbeginn 2026. Problematisch bleibt jedoch, dass der Ausblick weiterhin wenig Anlass zum Optimismus bietet.
Dienstleistungen bleiben Stimmungsmotor
Die Dienstleistungsbranche (117 Punkte) bleibt der Stimmungsmotor im Wirtschaftsraum Augsburg. „Die Stadt Augsburg ist ein starker Dienstleistungsstandort, denn die Dienstleistungsunternehmen profitieren teilweise auch von Aufträgen aus Industrie und Handel. Von der Konzentration dieser Branche im urbanen Umfeld profitiert die gesamte Region“, sagt Ellen Dinges-Dierig. Mit deutlichem Abstand folgen der Handel (100 Punkte), dessen Stimmung sich gegenüber der Vorumfrage nicht verändert hat, sowie die Industrie (ebenfalls 100 Punkte), die im Vergleich zum Jahresbeginn leicht an Boden gewinnen konnte.
Investitionen treten auf der Stelle – Beschäftigung sinkt
„Die geringe Inlandsnachfrage bei gleichzeitig steigenden Kosten drückt auf die Investitionsbereitschaft am Standort“, stellt Ramona Meinzer fest. In Summe droht die wirtschaftliche Substanz der Region zu schwinden. Sichtbar wird dies auch an den rückläufigen Beschäftigungsplänen der Unternehmen. Die Unternehmerin sieht darin ein deutliches Warnsignal für die künftige Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsraums Augsburg.
Wirtschaftswende soll Wachstum ermöglichen
Katrin Krauß-Herkert erklärt: „Die erhoffte Trendwende bleibt aus. Die Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen im Wirtschaftsraum Augsburg können sich von der deutschlandweit schlechten Stimmung nicht abkoppeln. Umso wichtiger ist es, die politischen Rahmenbedingungen sowohl in der Stadt Augsburg als auch in den beiden Landkreisen so zu gestalten, dass wirtschaftliches Wachstum wieder möglich wird. Das beginnt bei wettbewerbsfähigen Steuer- und Abgabesätzen, setzt sich bei einem schnellen und unbürokratischen Verwaltungshandeln fort und reicht bis hin zu einer leistungsfähigen Infrastruktur – etwa beim Straßen- und Schienenbau, beim Ausbau der Datennetze oder bei Bildungseinrichtungen. Der Wirtschaftsraum Augsburg hat weiterhin großes Potenzial. Dieses zu fördern, muss das Ziel aller politischen Akteure sein.“
