14. Januar 2026

IHK-Präsident Reinhold Braun zu den Erbschaftsteuervorschlägen der SPD: Ein Irrweg

„Der geplante Griff der SPD in die Substanz der Unternehmen ist ein absoluter Irrweg und eine weitere Kampfansage an das Unternehmertum und unseren Wirtschaftsstandort. Die Erbschaftsteuer erzeugt genau dort Unsicherheit, wo Unternehmen Verantwortung übernehmen und in die Zukunft investieren müssen – in der Unternehmensnachfolge. Ein Freibetrag von 5 Millionen Euro ist für viele Betriebe in Industrie, Handel und Dienstleistungen völlig realitätsfern. Grundstücke, Produktionshallen, Ladengeschäfte, Lagerhallen oder Hotels in Bayerisch-Schwaben sind schnell höher bewertet, ohne dass dafür Liquidität vorhanden ist.
Wenn die SPD aus einer falschen Umverteilungsdiskussion heraus die Substanz der Wirtschaft noch mehr besteuert, zwingt sie die Unternehmen dazu, auf Investitionen zu verzichten oder ins Ausland zu verlagern. Das Kapital muss wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen folgen – und diese würden mit den SPD-Plänen am Standort Deutschland noch weiter geschwächt werden. Die Folge wäre nicht mehr Steuergerechtigkeit, sondern weniger Investitionen, weniger Wachstum, noch mehr Betriebsaufgaben oder Insolvenzen und am Ende weniger Arbeitsplätze in unserem Land. Im Ergebnis zeugt der verfehlte Vorschlag von sozial- und wirtschaftspolitischer Ignoranz.“
Zum Status quo:
  • Die heutige Behandlung von Betriebsvermögen ist differenziert und komplex.
  • Betriebsvermögen wird bei Fortführung des Unternehmens weitgehend verschont.
  • Ziel: Sicherung von Investitionen, Arbeitsplätzen und unternehmerischer Kontinuität.
Die Pläne der SPD:
  • Unternehmensfreibetrag von 5 Mio. Euro, darüber progressive Besteuerung.
  • Abschaffung bewährter Verschonungsmechanismen für größere Betriebsvermögen.
  • Steuerzahlung über lange Zeiträume gestreckt (Stundung).
Die Betroffenheit der regionalen Unternehmen:
  • Rund 18.000 Mitgliedsunternehmen der IHK Schwaben stehen zeitnah zur Übergabe an, da der Inhaber bzw. die Inhaberin älter als 65 Jahre ist.
  • Die Zahl der bayerisch-schwäbischen Unternehmensinsolvenzen (2024: 374) steigt. In der Region sind rechnerisch von jeder Insolvenz sechs Arbeitsplätze betroffen.
  • Annähernd vier von zehn IHK-Mitgliedsunternehmen planen schon heute ihre Investitionen im Inland zu senken oder ganz einzustellen, während nur jedes fünfte Unternehmen diese steigern möchte. Investitionen werden mehrheitlich im wettbewerbsfähigeren Ausland getätigt.