9. Juni 2026
Ausbildung: In diesen Berufen stehen die Chancen gut
In knapp drei Monaten startet das neue Ausbildungsjahr. Schwabenweit sind bislang rund 4.000 neue Ausbildungsverträge bei der IHK Schwaben eingegangen. Noch ist viel Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt. „Während die Unternehmen in den vergangenen Jahren händeringend nach guten Bewerberinnen und Bewerbern gesucht haben, hat die Konkurrenz um bestimmte Ausbildungsplätze deutlich zugenommen“, berichtet Dr. Christian Fischer, stellvertretender Leiter des Bereichs Bildung bei der IHK Schwaben. Trotzdem stehen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in Bayerisch-Schwaben weiter gut. Besonders viele Möglichkeiten haben Jugendliche, die bei Beruf und Branche flexibel sind, betont der IHK-Experte anlässlich des bayernweiten Tags der Ausbildung am heutigen Mittwoch, 10. Juni 2026.
Am 1. September startet das neue Ausbildungsjahr in den fast 4.300 IHK-Ausbildungsbetrieben in Bayerisch-Schwaben. Täglich gehen derzeit neu geschlossene Verträge bei der IHK Schwaben ein. Auch im IHK-Ausbildungsatlas, der regionalen Lehrstellenbörse für Bayerisch-Schwaben, sind noch mehr als 1.700 offene Stellen quer durch alle Branchen zu finden. „Wer in diesem Jahr in eine Ausbildung starten möchte, hat nach wie vor viele Optionen“, sagt Fischer. Der IHK-Ausbildungsexperte geht davon aus, dass etliche Real- und Mittelschüler, die erst Ende Juni mit ihren Abschlussprüfungen beginnen, danach noch auf Lehrstellensuche gehen werden.
IHK rechnet mit vielen zusätzlichen Verträgen in den letzten Wochen
Knapp drei Monate vor dem offiziellen Ausbildungsstart sind bei der IHK Schwaben rund 4.000 Ausbildungsverträge eingetragen, das sind etwa drei Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. „Dieser Anstieg zeigt deutlich, dass viele Betriebe trotz einer wirtschaftlich schwierigen Lage Verantwortung für den Fachkräftenachwuchs tragen“, betont Fischer. 2025 waren insgesamt rund 8.500 junge Menschen in Bayerisch-Schwaben in eine Ausbildung gestartet. Fischer geht davon aus, dass man zum offiziellen Ausbildungsstart auch in diesem Jahr auf einem ähnlichen Niveau liegen wird.
Unternehmen spüren Auswirkungen der wirtschaftlichen Krise
Während in den vergangenen Jahren Lehrstellen zum Teil unbesetzt geblieben waren, weil geeignete Bewerber fehlten, stellt sich die Situation in diesem Jahr anders dar. „Ein Selbstläufer ist die Lehrstellensuche für junge Menschen derzeit nicht mehr“, sagt Fischer. Denn auch in der Region haben sich die wirtschaftlichen Erwartungen der Unternehmen eingetrübt. Konjunkturelle Schwierigkeiten, geopolitische Unsicherheiten und die nach wie vor ungelösten Strukturprobleme machen sich auch auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar. „Vor allem die Industrie steht unter Druck“, berichtet Fischer. „Etliche Betriebe haben signalisiert, in diesem Jahr weniger ausbilden zu wollen.“ Das betrifft vor allem gewerblich-technische Berufe, aber auch Industrie-Ausbildungsplätze im kaufmännischen Bereich. Hier ist aktuell ein Rückgang bei den Neuverträgen zu verzeichnen. In anderen Berufen gibt es dagegen starke Zuwächse, etwa im Hotel- und Gaststättengewerbe, in der Logistik oder im Bankenwesen. „Diese Branchen haben nach wie vor einen hohen Fachkräftebedarf“, erklärt Fischer.
In diesen Jobs stehen die Chancen gut
Fischer rät jungen Menschen, die noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, sich breit aufzustellen. Die gefragtesten Berufe sind traditionell die der Industriekaufleute, Verkäufer, Industriemechaniker, Kaufleute für Büromanagement, Fachinformatiker und Mechatroniker. Auch in diesem Jahr entfallen die meisten Verträge bislang auf diese Klassiker. „Allerdings ist in diesen Berufen die Konkurrenz unter den Jugendlichen besonders hoch“, sagt Fischer. Sein Tipp: den Blick auch auf die anderen 250 IHK-Ausbildungsberufe zu richten. „Vor allem in der Lagerlogistik, in der Gastronomie oder bei einigen Kaufleuten sind nach wie vor viele Stellen offen.“ Eine duale Ausbildung sei gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der optimale Einstieg ins Berufsleben, betont der IHK-Experte. „Weil gut ausgebildete Fachkräfte nicht nur über theoretisches Wissen verfügen, sondern sich direkt in der Praxis erprobt haben.“
IHK Schwaben unterstützt mit zahlreichen Angeboten
Die IHK Schwaben unterstützt interessierte Jugendliche und deren Eltern bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das Expertenteam der IHK Schwaben hilft unter der Hotline 0821 3162-100. Darüber hinaus gibt es zahlreiche digitale Info-Angebote. Im IHK-Ausbildungsatlas unter derausbildungsatlas.de kann nach offenen Ausbildungsplätze in der Region gesucht werden.
