Start des Bahnverkehrs zwischen Hamburg und Schwerin wichtig für Wirtschaft, doch es braucht mehr Verlässlichkeit

Die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin begrüßt die schrittweise Rückkehr des Bahnverkehrs auf der Strecke Hamburg – Berlin. Doch mit Blick auf die weiteren Planungen, fordert die IHK zu Schwerin regionale Strecken nicht zugunsten des Hochleistungsnetzes zu vernachlässigen und angesammelte Regionalisierungsmittel bei Ersatzverkehren einzusetzen.

Aufnahme Bahnverkehr Schwerin - Hamburg

Ab dem 15. Mai verkehren wieder Züge zwischen Schwerin und Hamburg, darunter auch die wichtige ICE-Verbindung. Der vollständige reguläre Zugverkehr auf der Gesamtstrecke ist für den 14. Juni vorgesehen. Dann halten auch in Ludwigslust wieder ICEs in Richtung Hamburg und Berlin.
Dazu erklärt Matthias Belke, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin:
„Ob für Fachkräfte, Pendler, den Tourismus oder die Logistik selbst: Für die Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern ist eine verlässliche Erreichbarkeit der Region von zentraler Bedeutung. Die Wiederaufnahme des Verkehrs zwischen Hamburg und Berlin ist dafür ein wichtiges Signal. Doch entscheidend ist und bleibt, dass die Verlässlichkeit und Leistungsfähigkeit der Bahn insgesamt wieder hergestellt wird. Die Stabilisierung des bestehenden Angebots muss dabei Vorrang haben. Nicht zuletzt müssen auch für den Güterverkehr auf der Schiene – beispielsweise für den Seehafen in Wismar – wieder verlässliche Rahmenbedingungen gelten.“
Die IHK zu Schwerin verweist auf die erheblichen Belastungen der vergangenen Monate. Kurzfristige Streckensperrungen, Verspätungen, Zugausfälle und Verzögerungen bei Baumaßnahmen haben die Verlässlichkeit des Verkehrsträgers Bahn in der Region massiv beeinträchtigt.

Verkehrspolitische Forderungen der IHKs in Mecklenburg-Vorpommern

Mit Blick auf die weiteren Planungen fordern die IHKs in Mecklenburg-Vorpommern, die Sanierung des Hochleistungsnetzes nicht zulasten regionaler Strecken durchzuführen. Baustellen und Einschränkungen müssten frühzeitig kommuniziert, Ersatzverkehre verlässlich organisiert werden und das Baustellenmanagement auch zwischen Schiene und Straße verbessert werden, um eine gleichzeitige Belastung zukünftig zu vermeiden. Zudem sollten die vom Land angesammelten Regionalisierungsmittel auch zur Finanzierung der zusätzlichen Kosten eingesetzt werden, die durch die Aufrechterhaltung der Verbindungen entstehen.