Transport- und Verkehr, Frühsommer 2026

Lage stabil, Erwartungen brechen ein – Energiekosten als Toprisiko

Der Verkehrssektor steht unter besonderem Druck. Der Lageindikator notiert mit 7 Punkten auf dem Niveau des Jahresbeginns. Die Geschäftserwartungen verlieren rund 13 Punkte und stehen jetzt bei minus 23 Punkten. Im Vordergrund stehen die durch den Iran-Konflikt gestiegenen Kraftstoffpreise, die in einer Branche mit hohem Energiekostenanteil unmittelbar auf die Margen durchschlagen. Die Energiekosten werden von 82 Prozent der teilnehmenden Verkehrsunternehmen als Risiko genannt – ein Anstieg um 24 Prozentpunkte gegenüber dem Jahresbeginn. Der Spielraum, diese Kosten an die Auftraggeber weiterzugeben, ist eng. Und der Fachkräftemangel insbesondere bei Berufskraftfahrern begrenzt die Leistungsfähigkeit dauerhaft. Dies führt zu einem Absinken der Ertragslage, welche nun bei minus 11 Punkten verweilt.
Bei den Investitionen ergibt sich ein leicht freundlicheres Bild: Der Saldo verbessert sich von minus 3 auf 1 Punkte. Die Beschäftigungserwartung bleibt unverändert auf einem klar negativen Niveau (minus 15 Punkte). 27 Prozent der Verkehrsunternehmen rechnen mit einem Beschäftigungsabbau.
Auf der Risikoseite rangierten die Energiepreise schon vor dem Iran-Konflikt weit oben im Transportgewerbe. Die CO2-Steuer ließ Diesel und Benzin teurer werden. Globale Engpässe ließen die Preise nun nach oben schnellen. Seit dem 1. Mai greift die Senkung der Energiesteuern auf Diesel und Benzin. Ein Preisnachlass von knapp 17 Cent pro Liter resultiert daraus. Auch wenn dieser anfangs nicht vollständig an die Kunden weitergegeben worden ist, konnte er für eine gewisse Entlastung an den Tankstellen sorgen. An nächster Stelle folgen die Arbeitskosten mit 63 Prozent der Nennungen. Sie stellen mit den Treibstoffkosten einen der größten Ausgabenbereiche in der Branche. Die geopolitischen Spannungen folgen mit 51 Prozent (+18 Prozentpunkte), und der Fachkräftemangel mit ebenfalls 51 Prozent. Trotz Beschäftigungsabbau wird also qualifiziertes Personal gesucht. Diese Knappheit im qualifizierten Bereich hebt dort die Löhne. Die schwache Inlandsnachfrage wird von 50 Prozent der Verkehrsunternehmen genannt und gibt um 8 Prozentpunkte gegenüber dem Jahresbeginn nach. Als Reaktion auf die schwierige Lage reduzieren mittelständische Transportunternehmen ihre Kapazitäten, was kurzfristig Kosten stabilisiert, aber das Risiko von Lieferengpässen und zusätzlichen Preissteigerungen erhöht, sollte die gesamtwirtschaftliche Nachfrage anziehen.