Konjunktur im Handel Herbst 2026
Großhandel zuversichtlich, Einzelhandel skeptisch
Die Konjunktur im regionalen Handel bleibt auch im Herbst 2026 zweigeteilt. Während der Großhandel im Sog der Industrie optimistisch nach vorn schaut, verharrt der Einzelhandel aufgrund der anhaltenden Kaufzurückhaltung seiner Kundschaft in Skepsis.
Der Großhandel bewertet seine aktuelle wirtschaftliche Situation etwas ungünstiger als im Frühjahr. Während es unverändert einem Viertel der Unternehmen gut geht, ist der Anteil der Betriebe mit schlecht laufenden Geschäften von 28 auf 29 gestiegen. Im Schmitt der Branche dümpeln die Inlandsumsätze weiterhin vor sich hin. Bei den internationalen Geschäften sieht es besser aus, hier ist der Anteil der Großhändler mit schrumpfenden Erlösen von 29 auf sieben Prozent zurückgegangen. Der Kostendruck bleibt jedoch hoch.
sind aktuell nur noch knapp neun Prozent davon betroffen. Da sich der Anteil der Betriebe mit steigender Nachfrage bei rund einem Viertel gehalten hat, füllen sich in Summe die Auftragsbücher im Großhandel. Der Bestelleingangsindikator hat sich von -14 Punkten im Frühjahr auf aktuell 17 Punkte verbessert. Das hebt die Stimmung kräftig. Der Anteil der Optimisten hat sich auf 54 Prozent fast verdoppelt. Pessimistisch blicken nur noch acht Prozent auf die nächsten zwölf Monate, im Frühjahr waren noch 31 Prozent der Großhändler pessimistisch.
Diese Zuversicht spiegelt sich auch in den Investitions- und Beschäftigungsplänen im Inland nieder, die beide wider leicht aufwärts tendieren. Der Abwärtstrend ist damit vorerst gestoppt. Jedoch bremsen zahlreiche Risiken die Erwartungen. Insbesondere die Inlandsnachfrage gefolgt wird von drei Viertel der Großhändler als Risiko gesehen. Die Energie- und Arbeitskostenentwicklung bereit 58 bzw. 50 Prozent der Betriebe Sorgen.
Der regionale Einzelhandel hat dagegen weiterhin zu kämpfen. Trotz der schlechten Verbraucherstimmung – hohe Spritpreise, steigende Zinsen und Inflation lassen keine Kauflaune aufkommen – hat sich ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau die Lage in der Branche verbessert. Der Umsatzschwund hat sich verlangsamt, die Ertragslage hat sich stabilisiert. Von der Zufriedenheitsschwelle ist der Einzelhandel jedoch noch ein gutes Stück entfernt. 30 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als gut, 36 Prozent geht es weiterhin schlecht.
Zuversicht kommt trotz dieser Erfolge im Einzelhandel nicht auf. Über drei Viertel der Betriebe registrieren ein zurückhaltendes Kaufverhalten seiner Kundschaft, noch etwas mehr als im Frühjahr (73 Prozent). Kauffreudige Kunden meldet kein Einzelhändler. Entsprechend sehen in etwa genauso viele Unternehmen der Branche in der Inlandsnachfrage ein Geschäftsrisiko. Noch häufiger werden die Energiekosten als Risikofaktor genannt (82 Prozent). Bei der Hälfte der Einzelhändler drückt der Schuh bei den Arbeitskosten.
Anders als in Industrie und Großhandel können die meisten Einzelhändler weiterhin kein Licht am Ende des Tunnels erkennen. Kleine Erfolge beim Versuch, die Profitabilität in den Griff zu kriegen, werden oft im nächsten Moment durch erneute Kostenschübe wieder in Frage gestellt. Folglich fällt der Blick nach vorn noch etwas skeptischer aus als im Frühjahr. Zwar hat sich die Zahl der Pessimisten verringern, der Anteil der Optimisten ist jedoch noch stärker zurückgegangen. Die Mehrheit der Einzelhändler (61 Prozent) rechnet mit stagnierenden Geschäften. Unter diesen ungünstigen Umständen leiden auch die Inlandsinvestitions- und Beschäftigungspläne, die sich beide kräftig eingetrübt haben.
