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Clearingstelle wird als sinnvoller Ansatz wahrgenommen. Dort werden Gesetze und Verfahren stärker auf ihre Praxistauglichkeit überprüft. Dies gilt aber nur für neue Regelungen. Und schon heu- te ist der Gesetzesdschungel fast undurchschaubar. Und so kommt es, dass die Bürokratie bisweilen Unternehmen und ganze Branchen nicht nur behindert, sondern auch in ihrer Exis- tenz bedroht. Insbesondere dann, wenn die Bürokratie sich in sich selbst verhakt. Ganze Branche im Niedergang Ein Beispiel: Tarek Din ist Geschäftsführer der Panorama GmbH aus Nordhorn. Die Panorama GmbH verwertet Alt-Textilien, sor- tiert und bereitet sie wieder auf und gibt diese dann in den Export. Gerade in der Textilbranche ist der wirtschaftliche Druck hoch und die bürokratischen Hürden beinahe unermesslich. „Bürokratische Vorgaben gehen oft an der Realität vorbei. Wir werden mit billigen und oft schlecht verarbeiteten Textilien aus Übersee überschwemmt. Diese sind für eine Wiederverwertung nicht geeignet, sollen aber nach EU-Vorgaben wiederverwertet werden. Eine Vernichtung ist hingegen verboten und wir werden gezwungen ein Verlustgeschäft zu machen. So können wir kein Geld verdienen.“ Tarek Din sieht wegen dieser Regelungen seine ganze Branche im Niedergang. Un- zählige Unternehmen und damit auch Arbeitsplätze verschwänden aktuell. Berichte wie der von Tarek Din sind es, die von immer mehr Unter- nehmerinnen und Unternehmern erzählt werden. Das Bild zeigt einen Staat, der immer neue Regelungen erlässt und dabei außer empfang 2026 zu, dass alle Berichts- und Dokumentationsp ichten im Land auf den Prüfstand kommen. Was nicht zwingend durch Bundes- oder EU-Vorgabe notwendig sei, werde abgeschafft. Inzwischen ist genau dieses Vorhaben durch das Landeskabinett gegangen. Die Ministerien tragen nun alle Regelungen, die unter die Abschaffung fallen könnten, zusammen. Ausgang offen. Ein solcher Befreiungsschlag wäre aber dringend nötig. Denn besonders belastend sind nach Ansicht vieler Unternehmen nicht einzelne Regelungen, sondern die Summe der Anforderungen. Jede Behörde verlange andere Nachweise, oft sogar dieselben Infor- mationen mehrfach. Das kostet die Unternehmen enorme Ressour- cen. Bitte weniger Berichtspflichten! Besonders häu g fordern die Betriebe deshalb einfachere Verfahren und weniger Berichtsp ichten. Fast alle Befragten einer IHK- Umfrage aus dem vergangenen Herbst sprechen sich dafür aus, Nachweis- und Dokumentationsp ichten stärker durch Selbst- erklärungen zu ersetzen. Und 69% sehen in einer konsequenten Digitalisierung von Verwaltungsprozessen einen zentralen Hebel für Entlastung. Dass Digitalisierung tatsächlich helfen kann, zeigt sich bereits in einzelnen Bereichen. In Niedersachsen gibt es inzwischen durchaus positive Ansätze. Die Landesregierung hat mit Praxischecks, digi- talen Verwaltungsprojekten und dem Austausch mit Wirtschafts- verbänden erste Schritte eingeleitet, um Verfahren mittelstands- freundlicher zu gestalten. Auch die Arbeit der niedersächsischen „Erleben keine spürbare Bürokratieentlastung“: Das sagt Hanna Sandmann (l.) von der Purplan GmbH in Wallenhorst. Im Bürokratie-Meer bremsen insbesondere Nachweis- und Dokumentationspflichten die Unternehmen aus. | 12 Osnabrück | Emsland | Grafschaft Bentheim | Juni 2026 IM FOKUS | Bürokratieabbau – jetzt!
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