Österreich

Brenner und Fernpass: Hürden im Alpen-Transit

An dieser Stelle informieren wir fortlaufend (neueste Nachrichten oben) über die Sanierung der Brenner-Autobahn, den Bau des Brenner-Basistunnels sowie die Pläne für die Bahn-„Zulaufstrecke” auf deutscher Seite, außerdem über die Planungen für den Ausbau des Fernpasses zwischen dem Ende der Autobahn A 7 und Innsbruck. Diese Projekte haben erhebliche Auswirkungen auf den Güter- und Personenverkehr zwischen Süddeutschland und Norditalien.
Die aktuellen Herausforderungen:
  • Die Luegbrücke am Brenner aus dem Jahr 1968, mit 1,8 Kilometern die längste Brücke der Brenner-Autobahn, muss generalsaniert bzw. durch einen Neubau ersetzt werden. Sie hat nach Darstellung der österreichischen Autobahnbetreiber-Gesellschaft Asfinag „das Ende ihres Lebenszyklus erreicht.“
  • Der Brenner-Basistunnel wird frühestens 2032 in Betrieb gehen; die Realisierung der Brenner-Zulaufstrecke auf deutscher Seite (Aus- und Neubau der Bahnstrecke München–Rosenheim–Kufstein) ist noch nicht absehbar. Die bisherige Bahnstrecke ist bereits heute sehr hoch ausgelastet. Der Widerstand gegen alle Varianten einer Neubaustrecke ist vor Ort enorm.
  • Für eine weitgehende Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene fehlen ohne Brenner-Basistunnel bislang noch die Kapazitäten. Auch lassen sich nach Angaben der Branche viele Transporte nicht auf die Bahn verlagern, weil sie „zeitkritisch“ seien, weil die Relationen nicht oder nicht sinnvoll auf der Schiene bedient werden könnten oder die Güter nicht „bahnaffin“ seien.
Die aktuellen Meldungen im Einzelnen (absteigend nach Datum):

Die ersten Blockabfertigungen" für 2027

21. August 2026: Die Tiroler Landesregierung hat den „Dosierkalender" für das erste Quartal 2027 veröffentlicht. Wegen des zu erwartenden hohen Lkw-Aufkommens werde es die „Dosierung" – in Deutschland als „Blockabfertigung" bezeichnet – an allen Montagen vom 11. Januar bis einschließlich 15. März geben, außerdem am Tag nach „Dreikönig", Donnerstag, 7. Januar. An diesen Tagen werde die Polizei „an einem eigens eingerichteten Checkpoint auf der A12 bei Kufstein Nord den Schwerverkehr ab 05.00 Uhr in Fahrtrichtung Innsbruck so verlangsamen, dass die Aufrechterhaltung der Sicherheit, Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs auf der A12 und der A13 gewährleistet ist", teilte die Landesregierung mit. Die Dosierung werde „auf das unbedingt notwendige Ausmaß beschränkt bzw. umgehend eingestellt, wenn sie sich als nicht mehr erforderlich erweist." Die „Dosierkalender" für die Inntal-Autobahn sind hier auf der Seite der Landesregierung Tirol veröffentlicht.

Durchschlag am Brenner-Basistunnel geschafft

28. Juli 2026: Ein historischer Moment, gefasst in große Worte: Wo sich Europa unter den Alpen die Hand reicht” ist die Mitteilung der Brenner-Basistunnel SE (BBT SE) zum Durchschlag der Tunnelröhren 1400 Meter unter dem Brenner-Pass am Dienstag, 28. Juli 2026 überschrieben (mit Fotos vom Durchstich). Österreich und Italien sind damit nun auch unter der Erde verbunden; aus zwei Baustellen werden eine. Der Südtiroler Landesrat für Infrastrukturen und Mobilität, Daniel Alfreider, sprach von einem „Meilenstein für ein vereintes Europa auf Schienen und für die Mobilität der Menschen”. Der Brennerbasistunnel und die dazugehörigen Zuleitungsstrecken in Bayern, Tirol und Italien sollen die historische Bahn über den Brenner-Pass (InnsbruckBozen) ersetzen. Die Fahrzeit mit dem Zug von München nach Verona soll damit von fünfeinhalb auf dreieinhalb Stunden verkürzt werden. Große Bedeutung soll der Tunnel auch für den alpenquerenden Güterverkehr erlangen. Allerdings: Der Baubeginn der Zulaufstrecke” in Bayern ist nach wie vor nicht in Sicht.

EuGH-Generalanwalt wertet Brenner-Restriktionen als Verstoß

16. Juli 2026: Österreich steht in der Auseinandersetzung um Restriktionen für Lkw-Fahrten am Brenner möglicherweise vor einer schweren Niederlage. Nach Ansicht von EuGH-Generalanwalt Campos Sánchez-Bordona verstoßen das von Österreich auf der Inntalautobahn (A12) und der Brennerautobahn (A13) verhängte Nachtfahrverbot, das sektorale Fahrverbot und das Winterfahrverbot gegen das Unionsrecht. Lediglich die Verkehrsdosierung” an der Grenze zwischen Bayern und Tirol, landläufig als Blockabfertigung” bezeichnet, sei der juristischen Bewertung zufolge zulässig. Dies erklärte Sánchez-Bordona in seinem Schlussantrag zu der von Italien angestrengten Vertragsverletzungsklage, wonach die Eingriffe in den Lkw-Schwerverkehr auf der Brenner-Achse eine unzulässige Beeinträchtigung des transeuropäischen Verkehrs darstellten. Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs wird für Herbst 2026 erwartet.
Der EU-Abgeordnete Markus Ferber erklärte dazu: „Das Plädoyer des EuGH-Generalanwalts ist eine Bestätigung für alle Kritiker der Tiroler Verkehrsverhinderungmaßnahmen. Österreich verstößt mit seinen Fahrverboten am Brenner gegen EU-Recht." Üblicherweise folge das Gericht in seiner Entscheidung dem Generalanwalt in vier von fünf Fällen. Ferber: „Für die österreichische und Tiroler Verkehrspolitik muss dies ein erneuter Warnschuss sein.” Der CSU-Politiker fügte hinzu, vergangene Bundesregierungen in Berlin, insbesondere unter Bundesverkehrsminister Wissing, hätten es versäumt, der Klage Italiens beizutreten und bayerische wie europäische Interessen durchzusetzen.

Planung für Brenner-Zulauf liegt nun dem Bundestag vor

10. Juli 2026: Das Bundesverkehrsministerium hat dem Bundestag die Vorplanung, die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung und den Trassenvorschlag der Deutschen Bahn (DB AG) für die Aus- und Neubaustrecke München–Rosenheim–Kiefersfelden–Grenze übermittelt. Damit liegt nun die Entscheidung über die weiteren Planungen des deutschen Teils des Brenner-Korridors beim Bundestag. Die Pressemitteilung des Bundesverkehrsministeriums finden Sie hier.

Weitere Fernpass-Blockade am 1. August 2026

7. Juli 2026: Die Szenerie vom 5. Juni wiederholt sich: Auch am 1. August wird die Fernpass-Bundesstraße B 179 zwischen Reutte und Nassereith mehr als zwei Stunden für den gesamten Verkehr gesperrt um eine sogenannte Versammlung” auf der Fahrbahn zu ermöglichen. Der Protest richtet sich abermals gegen den Transitverkehr von der A 7 in Richtung Innsbruck und zum Teil auch gegen die Pläne der Landesregierung Tirol gegen einen mautpflichtigen Fernpass-Scheiteltunnel. Der Termin dürfte mit Bedacht gewählt sein: am ersten Feriensamstag in Bayern und Baden-Württemberg. Auch die Hahntennjochstraße als mögliche Ausweichroute wird wieder gesperrt. Die Landesregierung Tirol erklärt dazu auf ihrer Info-Seite: „Grund der Sperre sind neuerliche angemeldete Versammlungen von Bürgerinitiativen im Bezirk Reutte und im Bezirk Imst. Infolge grundsätzlicher Entscheidungen des Landesverwaltungsgerichtes werden die Versammlungen vonseiten der Behörde nicht untersagt.” Dies lässt erwarten: Diese Art der Blockaden kann sich wiederholen.

Land genehmigt Bau des Fernpass-Scheiteltunnels

6. Juli 2026: Per Bescheid vom 02.07.2026 hat die Landesregierung Tirol der Fernpassstraße GmbH, einer Tochtergesellschaft des Landes Tirol, die naturschutzrechtliche Bewilligung zum Bau des sogenannten Fernpass-Scheiteltunnels erteilt. Das 52-seitige Dokument wurde ohne öffentlichen Aufhebens (Pressemitteilung), ohne weitere Erläuterung und ohne Erwähnung im “Fernpass-Newsletter” der Landesregierung Tirol vom 06.07.2026 relativ versteckt online gestellt. Die Baugenehmigung umfasst auch die Mautstation, die Verknüpfungspunkte zum sonstigen Straßennetz und Nebenbauwerke sowie temporäre Baustraßen für den Tunnelbau. Ein Datum für den Baubeginn befindet sich nicht in dem Bescheid, aber eine maximal zulässige Bauzeit von vier Jahren. In früheren Veröffentlichungen war eine Fertigstellung für 2028/2029 angestrebt. Der 1,4 km lange Scheiteltunnel soll rund 4,8 km Passstraße ersetzen und dürfte rund 160 Millionen Euro kosten. Er soll durch eine Maut (voraussichtlich 14 Euro) refinanziert werden. Informationen der Landesregierung Tirol zum Fernpass-Scheiteltunnel finden Sie hier.

Brenner-Zulauf in Bayern: Pläne liegen nun beim Bundestag

6. Juli 2026: Die DB InfraGO hat die Vorplanungen für die Zulaufstrecke in Bayern zum künftigen Brenner-Basistunnel formell abgeschlossen und dem Deutschen Bundestag die Unterlagen zur Parlamentarischen Befassung, also zur Billigung der Trasse, vorgelegt. In die Planung seien 119 zusätzliche Forderungen aus der Region aufgenommen worden, die in mehr als 270 Sitzungen und Info-Veranstaltungen diskutiert worden waren, heißt es in der Mitteilung der Deutschen Bahn. Mehr als die Hälfte der Strecke solle in Tunneln verlaufen. Für die Strecke von München bis zur österreichischen Grenze kalkuliert die Bahn mit Planungs- und Baukosten von 8,57 Milliarden Euro sowie einer zusätzlichen Risiko- und Inflationsvorsorge von zusammengerechnet 7,6 Milliarden Euro.

Nach dem Brenner nun der Fernpass: Blockade am 27. Juni

5. Juni 2026: Die Tiroler Landesregierung hat für Samstag, 27. Juni 2026, jeweils von 10 bis 12 Uhr Sperrungen der B 179 Fernpassstraße im Bereich Reutte/Katzenberg sowie Nassereith/Rastland angekündigt. Nach dem Vorbild der Brenner-Blockade vom 30. Mai soll es an diesem Tag Proteste gegen den Transitverkehr geben, der in der Verlängerung der Autobahn A 7 Richtung Innsbruck diese Route nutzt. „Es kommt aufgrund von angemeldeten Versammlungen von Bürgerinitiativen zu einer zweistündigen Sperre”, teilte die Landesregierung Tirol in ihrem Newsletter mit dem bezeichnenden Titel „Am Fernpass tut sich was” mit. Um Ausweichverkehr zu vermeiden und die Erreichbarkeit der Region in Notfällen zu gewährleisten wird auch die parallel verlaufende Hahntennjochstraße zwischen Lechtal und Imst für den normalen Verkehr gesperrt. Durchreisenden, z.B. von der A 7 Richtung Italien und in Gegenrichtung, werde empfohlen, an diesem Tag die Fernpassroute zu meiden bzw. großräumig zu umfahren. Weitere Informationen des Landes Tirol finden Sie hier.

Bahn: Neues Konzept für Sanierung München–Rosenheim

1. Juni 2026: Die Deutsche Bahn hat am 30. Mai, im Schatten der Brenner-Autobahn-Blockade, einen neuen Ablauf für die Sanierung der bayerischen Brenner-Zulaufstrecke München–Rosenheim vorgestellt. Gegen die ursprünglich geplante halbjährige Komplettsperrung hatte es erheblichen Widerstand in der Politik und aus der Transportbranche gegeben, aber auch seitens des Landes Tirol, das eine Verlagerung vieler Fahrten auf die Straße befürchtete. Nun sollen in einer zweimonatigen ersten Etappe von Februar bis April 2028 die Fernbahngleise gesperrt werden um Stellwerke zu erneuern; eine zweite, noch nicht terminierte Etappe solle im Frühjahr 2031 folgen, teilte die Bahn mit. Der Tiroler Landesrat (Minister) für Verkehr, René Zumtobel, bedankte sich für die Unterstützung seines Anliegens durch den bayerischen Kollegen Christian Bernreiter und sagte laut ORF: „Wir kritisieren gerne, aber es ist auch einmal wert, Danke zu sagen. Das ist auch ein gutes Zeichen für die künftige Zusammenarbeit“.

Blockade-Samstag ohne das erwartete Chaos

30. Mai 2026: Die Protestaktion gegen den Brenner-Transit mitten in den Pfingstferien ist ohne die befürchteten weiträumigen Behinderungen des alpenquerenden Straßenverkehrs über die Bühne gegangen. Viele Autofahrer/innen hatten offenkundig die Empfehlungen von Polizei, Behörden und ADAC befolgt und Fahrten auf einen anderen Tag verlegt anstatt auf Nachbarrouten auszuweichen. Auch im Bereich der Autobahnen in Bayerisch-Schwaben kam es nicht zu Behinderungen durch großräumige Verkehrsverlagerungen, beispielsweise auf Routen durch die Schweiz. Leitender Polizeidirektor Marcus Hörmann vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, der den Einsatz leitete, betonte laut Mitteilung: „Das Konzept, frühzeitig an die Öffentlichkeit zu gehen und die Verkehrsteilnehmer umfassend zu informieren, hat sich ausgezahlt. Im Bereich der A7 kam es zu keinen Stauungen oder Behinderungen, ebenso wenig auf der A96 im Raum Lindau.“ Die frühzeitige Anpassung von Reiseplanungen und das Befolgen der Empfehlungen hätten wesentlich dazu beigetragen, dass die Verkehrssituation trotz der umfangreichen Sperrungen und Maßnahmen ruhig blieb.

Warnung vor Fahrten am 30. Mai 2026 nach und durch Österreich

27. Mai 2026: Die Autobahn-Betreibergesellschaft Asfinag hat eine deutliche Warnung” vor Fahrten nach und über Österreich” am Samstag, 30. Mai, veröffentlicht. Anlass sind die Sperrungen für die gerichtlich erlaubte Versammlung” (Demonstration) auf der Brenner-Autobahn an diesem Tag. Sowohl auf der Brenner-Strecke als auch auf Ausweichrouten, vor allem der Tauern- und Pyhrn-Autobahn, seien massive Behinderungen, Stillstand und stundenlange Verzögerungen zu erwarten.
Aktuelle Verkehrsprognosen zeigen, dass der betroffene Tag zu den verkehrsstärksten des Jahres zählen wird, betonte die Asfinag. In drei der bevölkerungsreichsten deutschen Bundesländer – Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt – fallen Ferienzeiten zusammen, gleichzeitig ist in Italien am 2. Juni mit dem „Tag der Befreiung“ ein Feiertag. Zusätzlich wird in Innsbruck eine Großveranstaltung mit zehntausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern stattfinden.
Reisenden, die eine Fahrt am 30. Mai nicht verschieben können, empfiehlt die Asfinag deutlich mehr Zeit einzuplanen, mit zähfließendem Verkehr bis zum Stillstand auf Ausweichrouten zu rechnen, genügend Treibstoff aufzufüllen und Getränke mitzunehmen und sich über die aktuelle Verkehrslage zu informieren.
Weitere Informationen:
  • Zentrale Informationsseite der Landesregierung Tirol und der Asfinag zur Brenner-Sperrung: hier
  • Pressemitteilung der Landesregierung Tirol zu den Hintergründen: hier
  • Darstellung und Empfehlung des ADAC: hier
  • Bericht des ORF: hier

Brenner-Sperre am 30. Mai 2026: BIHK warnt vor Kollaps des Alpentransits

27. Mai 2026: Die Sperrung der Brenner-Autobahn für eine Demonstration am Samstag, 30. Mai 2026, stellt aus Sicht der bayerischen Wirtschaft den gesamten Verkehr im Alpenraum auf eine nie dagewesene Belastungsprobe. „Wir müssen uns auf den Kollaps des gesamten Alpentransits einstellen,“ erklärt Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) laut Pressemitteilung. Gößl nutzte den Anlass um auch auf die Verantwortung der Politik in Deutschland für den Ausbau der Bahn-Zulaufstrecke in Bayern zum künftigen Brenner-Basistunnel hinzuweisen: „Der 30. Mai zeigt uns schonungslos, dass sowohl bei der Autobahn als auch bei der Bahn dringender denn je grenzüberschreitend investiert werden muss“, sagt der BIHK-Chef. Gößl sieht die deutsche Verkehrspolitik ebenso wie die Landes- und Kommunalpolitik in der Pflicht, noch im Sommer dieses Jahres endgültig und unmissverständlich Zusagen zum Bau des Brenner-Nordzulaufs zu geben und das Vorhaben endlich auf den Weg zu bringen.

Bayern, Südtirol und Trentino denken an variable Maut

27. Mai 2026: Bayern, Südtirol und das Trentino haben den Startschuss für eine gemeinsame Machbarkeitsstudie zur Einführung einer variablen Maut für den Güterverkehr auf der Brennerachse gegeben. Mit einem Kick-off-Treffen einer Arbeitsgruppe sei die inhaltliche Arbeit aufgenommen worden, teilte das bayerische Verkehrsministerium am 27.05.2026 mit. Österreich oder Tirol sind offenbar nicht beteiligt.
Die Studie soll der Ankündigung zufolge innerhalb des Jahres abgeschlossen werden. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter wirbt für eine gemeinsame Lösung: „Maßnahmen wie Blockabfertigung und Nachtfahrverbote sind nicht die Lösung. Wir müssen weiter miteinander im Gespräch bleiben, wie wir einen guten Brennertransit ermöglichen können. Eine variable Maut könnte hierbei eine wichtige Rolle spielen.“
Ziel der Studie sei es, die technische, rechtliche und wirtschaftliche Umsetzbarkeit sowie die verkehrliche Wirksamkeit einer sogenannten variablen Maut zu prüfen. Das Grundprinzip ist einfach: In Zeiten besonders hoher Verkehrsbelastung – etwa zu Spitzenstunden oder an stark frequentierten Tagen – soll die Maut höher ausfallen, während sie in verkehrsärmeren Zeitfenstern günstiger gestaltet wird. Durch diese gezielte Preisdifferenzierung soll der Güterverkehr dazu angeregt werden, Fahrten außerhalb der Spitzenzeiten zu verlagern und so zur Entlastung der stark belasteten Brennerautobahn beizutragen. Der Ansatz einer variablen Maut werde von der europäischen Ebene gutgeheißen und als Teil einer Gesamtlösung für den Brennerkorridor betrachtet, erklärte das Ministerium.
Zu unterscheiden davon ist die bereits vorliegende Idee einer digitalen Verkehrssteuerung in Form eines „Slot-Systems“. Aufgrund der laufenden Klage Italiens gegen die Verkehrsbeschränkungen durch das Land Tirol ruhen die Überlegungen hierzu aktuell.

Sperre des Brenner-Korridors am 30. Mai 2026

7. Mai 2026: Wegen einer „angemeldeten Versammlung“, sprich: einer Demonstration, auf der Brenner-Autobahn bei Matrei wird der gesamte Brenner-Korridor am Samstag, 30. Mai, ab 11 Uhr (für Lkw ab 9 Uhr) bis 19 Uhr gesperrt. Darauf weisen das Land Tirol und die Autobahn-Betreibergesellschaft Asfinag hin. Es werde für den Durchgangsverkehr nicht möglich sein den Brenner-Korridor zu nutzen; Tirol müsse großräumig umfahren werden. Eine An- und Abreise zu und von Orten in Tirol sei zwar möglich, aber nur mit enormen Verzögerungen. Die Landesregierung und die Asfinag empfehlen eine An- oder Abreise an diesem Tag zu vermeiden. Auch an den Tagen vor und nach dem 30. Mai sei mit erhöhtem Verkehrsaufkommen zu rechnen. Die Bahnverbindung über den Brenner soll nicht betroffen sein.
Das große Problem an der geplanten Sperrung der Brennerpassage ist nach Darstellung des ADAC: Weder die Asfinag noch das Land Tirol können eine Alternativroute anbieten oder empfehlen. „Da der Reiseverkehr regelmäßig auch die Tauernautobahn A 10 an ihre Grenzen bringt, ist es utopisch zu denken, dass der komplette Verkehr vom Brenner auf die Tauernautobahn umgelenkt werden kann“, erklärt Alexander Kreipl, Verkehrsexperte des ADAC Südbayern.
Hintergrund der Sperrung der Brenner-Autobahn und einiger Nebenstrecken, darunter die Brenner-Landstraße B 182, ist die „von einer Privatperson“ angemeldete Versammlung auf der Brenner-Autobahn A 13. Diese Demonstration richtet sich gegen die Sanierung und den Ausbau der Autobahn in der aktuell geplanten und umgesetzten Form, insbesondere gegen den Neubau der Luegbrücke. Das Landesverwaltungsgericht Tirol hat die Forderung der Asfinag und des Landes abgelehnt diese „Versammlung“ zu untersagen. Sie dürfe nur unter besonderen Umständen bescheidmäßig untersagt werden; diese sah das Gericht aufgrund der bestehenden Rechtssprechung in diesem Fall aber nicht als gegeben an. „Treibende Kraft“ hinter der Demonstration ist laut ORF der Bürgermeister von Gries am Brenner, der unter anderem anstelle der Lueg-Brücke eine Tunnel-Lösung fordert.

Bahn: Keine Komplett-Sperrung der Zulaufstrecke

16. März 2026: Anstelle einer Komplettsperrung der Strecke München–Rosenheim im ersten Halbjahr 2028 (21. Januar bis 23. Juni) soll es voraussichtlich nun mehrere befristete Teilsperrungen geben. Dies ist eines der Ergebnisse des Landtags-Verkehrsausschusses mit der Bahn-Vorstandsvorsitzenden Evelyn Palla. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter erklärte auf der Pressekonferenz, als positives Ergebnis des Gesprächs werte er die Zusage der Bahn, ihre Planungen für die Sanierung der stark frequentierten Zulaufstrecke München–Rosenheim zu überarbeiten. Von Politik und Verbänden war mit Blick auf den Güterverkehr über den Brenner die zuvor angekündigte mehrmonatige Sperre der Trasse als nicht machbar bezeichnet worden.

Durchgehende Tempo-Kontrolle auf der Luegbrücke

16. Januar 2026: Die Autobahnbetreiberin Asfinag hat eine sogenannte Sektionskontrolle auf der Luegbrücke angekündigt, mit der die Durchfahrgeschwindigkeit aller Fahrzeuge erfasst wird. „Um die Sicherheit auf der Luegbrücke im Rahmen des Verkehrsmanagements weiter zu erhöhen”, sei ab Januar eine sogenannte „Section Control" aktiviert worden, teilte die Asfinag am 16. Januar 2026 mit. Diese elektronische Geschwindigkeitskontrolle, die sich über den Abschnitt Beginn Luegbrücke bis knapp vor der Anschlussstelle Brenner-Nord erstreckt, solle dabei helfen, den Verkehrsfluss zu harmonisieren, in dem Fahrzeuge stabil im erlaubten Tempo über die Brücke fahren. Unfälle und daraus resultierende Verkehrsbehinderungen sollen dadurch verhindert werden.
Die Anlage checkt die Geschwindigkeit in beide Fahrtrichtungen – und das bei ein- und zweispuriger Verkehrsführungen über das gesamte Jahr. Die Funktion einer Section Control sei so simpel wie wirksam: Beim Ein- und Ausfahren in den kontrollierten Abschnitt wird das Kennzeichen erfasst und das Auto jeweils mit einem „Zeitstempel" versehen. Danach werden die beiden Stempel verglichen. Wer die festgelegte Durchfahrzeit unterschreitet war zu schnell unterwegs und müsse mit einer Strafe rechnen.

Asfinag stellt „Fahrkalender" für 2026 online

19. November 2025: Nach dem als erfolgreich bewerteten Sommer mit neuer Verkehrsführung auf der Luegbrücke hat die Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag einen „Fahrkalender" für 2026 online gestellt. Es wird wieder Tage mit einspuriger Verkehrsführung, zweispuriger Verkehrsführung sowie Tage mit Lkw-Fahrverboten und Tage mit Lkw-„Dosierung" („Blockabfertigung") am Grenzübergang Kiefersfelden-Kufstein geben. Der Kalender erlaubt jetzt bereits eine Planung für das neue Jahr.
Laut Asfinag werden auch im Sommer 2026, vor allem von Juni bis September, an beinahe allen Tagen zwei Spuren auf der Luegbrücke zur Verfügung stehen. Trotz der Zweispurigkeit kann es an manchen Tagen zu deutlichen Verkehrsüberlastungen kommen. Für 2026 wurden deswegen analog zum Vorjahr 14 zusätzliche Lkw-Fahrverbotstage für Kfz über 7,5 Tonnen festgesetzt. Zusammen mit den bereits bestehenden Fahrverbotstagen in Tirol in Richtung Süden ist so die Fahrt mit Lkw an 36 Tagen, in Richtung Norden an 21 Tagen nicht erlaubt.
Zudem betont die Asfinag, der Regelbetrieb auf der Luegbrücke bleibe weiterhin die Einspurigkeit, um die Brücke zu entlasten. Eine zweispurige Verkehrsführung bei Schneefall sei im Winterdienstzeitraum (bis Ende März 2026) nicht möglich, da die äußeren Fahrspuren aus statischen Gründen nicht mit Räumfahrzeugen befahren werden dürfen; diese dürfen - wie Lkw - nur die beiden inneren (linken) Fahrspuren nutzen.
Nähere Informationen der Asfinag finden Sie hier. Direkt zu dem grafisch aufbereiteten „Fahrkalender" (PDF) geht es hier.

4. Juni bis 5. Oktober 2025: in der Regel zwei Fahrstreifen je Richtung

Über die Ferienmonate sollen auf der Luegbrücke zwei Fahrstreifen in jede Richtung zur Verfügung stehen. Dann müssen laut Asfinag Lkw, Busse und Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen die innere, linke Spur benutzen, um das Brückentragwerk zu entlasten; zudem gilt das bereits angekündigte Lkw-Fahrverbot an Samstagen. Die Asfinag sprict von “temporärer Zweispurigkeit” und betont, der Regelbetrieb sei weiterhin die einspurige Verkehrsführung. Informationen in Echtzeit und den “Fahrkalender” mit den zur Verfügung stehenden Spuren gibt es hier: A 13 Brenner Autobahn Einspurigkeit Luegbrücke

Südtiroler Touristiker nennt Staus „Wirtschaftswaffe”

15. Januar 2025: In massiver Schärfe kritisiert die Tourismusbranche in Südtirol die Lage am Brenner. Der Obmann der Südtiroler Belvita-Hotelgruppe, Paul Zimmerhofer, äußerte Unverständnis für die Dauer der Sanierungsarbeiten und die gleichzeitigen Baustellen am Brenner und am Reschenpass; er vermutet dahinter Absicht: „Wir finden, dass die Entscheidung von österreichischer Seite auch dahin gehend getroffen wurde, dass die Touristen einfach nicht mehr nach Südtirol kommen sollen", zitiert ihn das Nachrichtenportal RAINews. Laut Südtirolnews sprach Zimmerhofer von „künstlich geschaffenen Engpässen”; die Verkehrspolitik werde seitens Österreichs als „Wirtschaftswaffe” eingesetzt.

Handelskammer Bozen: Nachtfahrverbot für Lkw aussetzen

7. Januar 2025: Die Handelskammer Bozen fordert zur Entschärfung der Situation am Brenner erneut eine Aufhebung des Lkw-Nachtfahrverbotes. „Die Konzentration des Lkw-Verkehrs auf bestimmte Zeiten führt zu einer noch stärkeren Belastung in diesen Phasen. Das Nachtfahrverbot sollte vorübergehend ausgesetzt werden, um eine bessere Entzerrung des Verkehrs zu ermöglichen“, erklärte Michl Ebner, Präsident der Handelskammer. Die Einspurigkeit der Lueg-Brücke habe „eine drastische Verschärfung der ohnehin schon angespannten Verkehrssituation zur Folge. Kilometerlange Staus in den Tagesstunden auf der Brennerautobahn und der angrenzenden Staatsstraße sind inzwischen tägliche Realität." Verkehrsentzerrende Maßnahmen seien „dringendst" notwendig, so die Handelskammer Bozen in einer Pressemitteilung.

Samstags-Fahrverbote für Lkw ab 11. Januar 2025

27. Dezember 2024: Zunächst fast unbemerkt von der (Fach-) Öffentlichkeit bzw. Branche hat das österreichische Klimaschutz- und Mobilitätsministerium “zwischen den Jahren” am 27.12.2024 ein Lkw-Fahrverbot “an besonders verkehrsreichen Tagen im Jahr 2025” verfügt; es ist erst am 9. Januar durch einen Bericht des ORF breiter bekannt geworden.
Die Verordnung mit dem Titel “Lkw-Fahrverbote Generalerneuerung Luegbrücke 2025” ist hier (PDF) im österreichischen Bundesgesetzblatt zu finden. Sie verbietet Fahrten mit Lkw und Anhängerkombinationen mit mehr als 7,5 t zul. Gesamtgewicht auf der Inntal-Autobahn (A 12), der Brenner-Autobahn (A 13) und der Rheintal/Wallgau-Autobahn (A 14), wenn die Fahrt in Richtung Süden über die Anschlussstelle Nößlach und den Brenner führt bzw. in Richtung Norden den Abschnitt vom Brenner bis Nößlach mit nutzt. Die Fahrverbote gelten je nach Richtung an unterschiedlichen Tagen. Im Wesentlichen stellen sie ein neues Samstags-Fahrverbot dar, gelten aber auch an anderen Tagen.
Lkw-Fahrten nach Süden mit Ziel über dem Brenner sind auf allen o.g. Autobahnen verboten an
  • allen Samstagen vom 11. Januar 2025 bis einschließlich 15. März 2025, am Samstag 12. April 2025 sowie an allen Samstagen vom 7. Juni 2025 bis einschließlich 27. September 2025 jeweils in der Zeit von 7 bis 15 Uhr
  • am Donnerstag 17. April 2025, am Freitag 18. April 2025, am Mittwoch 28. Mai 2025, am Mittwoch 18. Juni 2025 und am Donnerstag 2. Oktober 2025 jeweils in der Zeit von 7 bis 22 Uhr.
Lkw-Fahrten nach Norden von Italien Richtung Innsbruck über den Brenner sind auf der Brenner-Autobahn A 13 bis Nößlach verboten an
  • allen Samstagen vom 11. Januar 2025 bis einschließlich 15. März 2025 und an allen Samstagen vom 5. Juli 2025 bis einschließlich 30. August 2025 jeweils in der Zeit von 7 bis 15 Uhr.
Erlaubt bleiben Fahrten im Kombinierten Güterverkehr (Quell-/Zielverkehr vom/zum nächsten geeigneten Verladebahnhof).
Laut ORF hat die Polizei Kontrollen der Lkw bei der Einreise am Brenner bzw. in Kiefersfelden angekündigt.
Die Fahrverbote sollen sicherstellen, dass die Brenner-Autobahn/Luegbrücke für den “regulären” Verkehr nutzbar bleibe.
An den betroffenen Samstagen und in Nord-Süd-Richtung an den einzelnen o.g. Wochentagen steht damit für den Lkw-Transitverkehr über den Brenner rechnerisch nur ein Zeitfenster von zwei Stunden zwischen dem regulären Nachtfahrverbot in Tirol und dem zusätzlichen Fahrverbot zur Verfügung (von 5 bis 7 Uhr).

Asfinag stellt Info-Seite ins Netz

29. November 2024: Die österreichische Autobahn-Betreibergesellschaft Asfinag hat am 29. November 2024 eine neue „Landing-Page“ mit allen relevanten Informationen zu den Bauarbeiten auf der Lueg-Brücke und vor allem zur temporären Zweispurigkeit ins Internet gestellt. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert und ist die offizielle Quelle für Informationen und Angaben zur Verkehrslage. Schrittweise werden folgende Informationen bereitgestellt:
  • Fahrkalender für 2025 als Prognose-Tool zur Planung der Fahrten über die Luegbrücke
  • Online-Tool für Verkehrsinformation mit Echtzeitinfo
  • Darstellung verkehrsträgerübergreifender Informationen
  • Informationen zu den Begleitmaßnahmen inkl. FAQ
Die Landingpage ist über diesen Link abrufbar: https://www.asfinag.at/luegbruecke

IHK-Unternehmerreise zum Brenner

28.-29. November 2024: Eine Unternehmerdelegation der IHK-Schwaben mit Mitgliedern aus dem Verkehrsausschuss und aus den Regionalversammlungen hat sich am 28. und 29. November 2024 mit Besichtigungen und Gesprächen vor Ort ein Bild von der anstehenden Sanierung der Brenner-Autobahn und vom Bau des Brenner-Basistunnels gemacht. Der Tiroler Landesrat (Minister) für Verkehr, René Zumtobel, nutze das Gespräch mit den Unternehmern, um erneut für ein Buchungssystem für Lkw auf der Brenner-Autobahn werben: „Die Verlagerung auf die Schiene ist das eine, wir brauchen aber auch mehr Planbarkeit auf der Straße.“ Ein solches „Slot-System“, das auch von der bayerischen Staatsregierung befürwortet wird, findet bislang keinen Zuspruch bei den Bundesregierungen in Berlin und in Wien.

Autobahn-GmbH warnt vor erhöhter Staugefahr

22. Oktober 2024: Angesichts der geplanten Einspurigkeit der viel befahrenen Luegbrücke auf der Brennerautobahn ab 1. Januar 2025 hat die Autobahn GmbH des Bundes nach Angaben der Bundesregierung „in enger Zusammenarbeit mit dem Straßeninfrastrukturbetreiber in Österreich“, der Asfinag, Alternativ- und Ausweichrouten zur Brennerachse geprüft. Im Ergebnis stünden aufgrund der topografischen Gegebenheiten in Verbindung mit weiteren Erhaltungsmaßnahmen auf anderen Alpenquerungen, wie der Tauernroute und der Pyhrn Autobahn, „keine geeigneten Alternativrouten mit ausreichender Kapazität zur Verfügung“, heißt es in der Antwort der Bundesregierung (20/13341) auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion. Die Bundesregierung gehe davon aus, dass die Verkehrsbeeinträchtigungen „auf ein Mindestmaß beschränkt” würden; ein Management österreichischer Baustellen durch die Bundesregierung sei jedoch nicht möglich.

DB verschiebt Sanierung München–Rosenheim auf 2028

19. August 2024: Die Bahn-Tochter DB InfraGO AG habe gegenüber dem Bundesverkehrsministerium (BMDV) „ihre Planungen für die anstehenden Generalsanierungen für das Jahr 2027 konkretisiert”, heißt es in einer Pressemitteilung der DB. Vorgeschlagen wurde unter anderem, die halbjährige Komplett-Sperrung des Abschnitts München–Rosenheim, der wichtigsten deutschen „Zulaufstrecke” zum Brenner, in das Jahr 2028 zu verschieben und den Korridorabschnitt zwischen Rosenheim und Salzburg in das erste Halbjahr 2027 vorzuziehen. Dies sei „auf Anregung der ÖBB und der italienischen RFI” geschehen.
Damit hat die Deutsche Bahn darauf reagiert, dass Kapazitätsbeschränkungen auf der Brenner-Autobahn und eine gleichzeitige Sperrung der Bahnstrecke 2027 auf deutscher Seite gigantische Probleme aufwerfen würden, weil die Straße dann absehbar nicht weniger, sondern sogar noch mehr Lkw-Verkehr aufnehmen müsste. In der DB-Pressemitteilung heißt es: „Hintergrund ist, dass 2027 umfangreiche Bauarbeiten auf der Brennerautobahn stattfinden, weshalb die Bahnkapazitäten für Güter- und Personenverkehr zur Gänze gebraucht werden.”

Versuchsbetrieb: Lkw und Busse müssen auf die linke Fahrspur

25. Juli 2024: Vom 25. Juli 2024 an hat die Asfinag in einem Verkehrsversuch untersucht, ob ein Tausch der Fahrspuren die Lueg-Brücke entlasten kann: Lkw über 3,5 t und Busse mussten zeitweise die innere Fahrspur nutzen, nur Pkw durften auch auf die äußere Fahrbahn. So wird die Hauptlast zentriert, also näher an den Stützen der Brücke, anfallen. Untersucht wurde, ob dies die Brücke im Vergleich zur heutigen Verkehrsführung effektiv entlasten kann. Die Erkenntnisse aus dem Versuch sind in den „Maßnahmenplan für 2025” eingeflossen. Vor allem sollen an den Einzeltagen, an denen eine zweite Spur auf der Lueg-Brücke geöffnet wird, Lkw und Busse die jeweils innere (linke) Spur nutzen, so dass die Hauptlast näher an den Tragsäulen der Brücken liegt.
Schon bei der Ankündigung am 23. Juli 2024 hatte die Asfinag betont, dass es ungeachtet des Versuchs bei der grundsätzlichen einspurigen Verkehrsführung über die Lueg-Brücke vom 1. Januar 2025 bleiben werde. Es bleibe bei der generellen Aussage, dass erst ein Neubau der Brücke die Einspurigkeit beende.

Bayern gereizt wegen Nachtfahrverbot und Lueg-Brücke

12. Juli 2024: Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und Südtirols Mobilitäts-Landesrat (Minister) Daniel Alfreider kritisieren in einer gemeinsamen Erklärung vom 12. Juli 2024 in gereizten Formulierungen die Haltung des Landes Tirol: Die gemeinsamen Verhandlungen mit Tirol über das Nachtfahrverbot am Brenner seien „ins Stocken geraten" und die Informationspolitik in Bezug auf wichtige Sanierungsmaßnahmen und deren Auswirkungen auf Bayern und Südtirol „verläuft nicht zufriedenstellend." Bernreiter appelliert an Tirol: „Unsere gemeinsamen Pläne für das digitale Verkehrsmanagement in Form eines Slot-Systems können nur gelingen, wenn sich Tirol endlich beim Nachtfahrverbot bewegt. Im Sinne einer weiteren guten Zusammenarbeit fordere ich Tirol auf, hier endlich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“
Zugleich fordert Bernreiter in der Pressmitteilung „eine bessere Informationspolitik von Seiten Tirols” beispielsweise zur Sanierung der Lueg-Brücke und deren Auswirkungen. „Gemeinsame Lösungen kann es nur geben, wenn wir an einem Strang ziehen. Die Bereitschaft Tirols dazu vermisse ich leider aktuell.“
Bayern und Südtirol wollen laut Erklärung „am bisher eigentlich guten Dialog festhalten" und auch die Pläne für das digitale Verkehrsmanagement (Slot-System) weiter vorantreiben. „Auch, wenn hier eine Lösung ohne die Nationalstaaten nicht möglich ist, müssten Bayern – Südtirol – Tirol weiter zusammenhalten, um das bestmögliche Ergebnis für die Menschen in den drei Regionen zu ermöglichen.”

Bayern warnt vor „Verkehrsinfarkt“

25. Juni 2024: Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter warnte am 25. Juni 2024 vor den Folgen der Verkehrsbeschränkungen am Brenner für Menschen und Wirtschaft auf beiden Seiten der Alpen: „Im Verkehr über die Alpen droht auf der Brennerroute ein Verkehrsinfarkt. Wir brauchen jetzt dringend ein tragfähiges Konzept, um die Brennerautobahn A13 auch während der Sanierung bestmöglich nutzen zu können. Ich bitte die Tiroler Seite eindringlich darum, umgehend Gespräche über die Einschränkung des Nachtfahrverbots aufzunehmen. Wir steuern sonst sehenden Auges auf ein jahrelanges Verkehrschaos zu.“
Bernreiter hofft auf ein digitales „Slot-System“ als Alternative zur Blockabfertigung: „Ich stehe in ständigem Austausch mit allen Beteiligten. Gemeinsam mit Tirol und Südtirol haben wir ein detailliertes Konzept für ein digitales Slot-System erarbeitet.“ Bei diesem System müssen Lkw-Fahrten für bestimmte Zeitfenster je nach Kontingent vorab eingebucht werden. Ungeachtet der Einigkeit der Landespolitik müssten einem solchen System aber die Bundesstaaten zustimmen; dies ist bislang nicht absehbar. „Wir müssen jetzt schnell zu greifbaren Ergebnissen kommen, denn die Situation wird sich sehr bald deutlich zuspitzen“, so Bernreiter.

Asfinag kündigt Einschränkungen ab Januar 2025 an

24. Juni 2024: Vom 1. Januar 2025 an wird auf der Luegbrücke nur noch eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung stehen, kündigte die Asfinag am 24. Juni 2024 an. Dies wird die Kapazität der Brücke erheblich einschränken, absehbar sind Staus und Durchfahrtbeschränkungen für den Lkw-Güterverkehr.
„Nur durch die Einspurigkeit und die damit verbundene Lastreduktion schaffen wir es überhaupt, die Luegbrücke, wenn auch eingeschränkt, noch weiter am Leben zu erhalten“, erklärte die Asfinag. Mit dem Beginn des mehrjährigen Baus einer neuen Brücke hoffe man „ohne weitere Verzögerungen durch Einsprüche im Idealfall im Frühjahr 2025“.
Am 21. Mai 2024 hatte die Asfinag ein Enteignungsverfahren gegen die Gemeinde Gries am Brenner beantragt, die sich der Generalsanierung widersetzt. Erwartet wird nach früheren Angaben eine Bauzeit von mindestens drei Jahren. Die Asfinag stellte in ihrer Erklärung vom 24. Juni 2024 klar: „Nur die neue Brücke beendet die Zeit der Einspurigkeit“.
„Wir werden alles tun, um währenddessen die Belastungen für alle Menschen in Tirol, aber auch die für Wirtschaft und den Tourismus bestmöglich zu reduzieren. Gemeinsam mit der Asfinag und dem Land Tirol entwickeln wir daher bis September (2024) umfangreiche Maßnahmen, von einer teilweisen, zweispurigen Verkehrsführung an Starkreisetagen bis zu zusätzlichen Angeboten im öffentlichen Verkehr“, wird in der Erklärung die österreichische Klimaschutz- und Mobilitätsministerin Leonore Gewessler zitiert.