Insolvenz

Insolvenzlexikon: Wichtige Begriffe rund um die Insolvenz

Was ist drohende Zahlungsunfähigkeit?

Von einer drohenden Zahlungsunfähigkeit spricht man, wenn voraussichtlich eine Unterdeckung von mehr als 10 Prozent innerhalb von drei Wochen besteht.

Was ist ein Eigenverwaltungsverfahren?

Im Eigenverwaltungsverfahren bleibt der Unternehmer weiterhin in der Unternehmensleitung. Ein Sachwalter wird zur Unterstützung beigeordnet, der jedoch weniger Befugnisse als ein Insolvenzverwalter hat und keine Geschäfte führen kann.
Eigenverwaltung ist sinnvoll, wenn die Fachkenntnisse der bisherigen Geschäftsleitung entscheidend sind, eine langwierige Einarbeitung eines Insolvenzverwalters vermieden werden soll und das Unternehmen saniert und fortgeführt werden kann. Zudem spart das Verfahren oft bis zu 40 Prozent der Kosten eines Regelinsolvenzverfahrens.

Was ist ein Eröffnungsbeschluss?

Der Eröffnungsbeschluss ist die gerichtliche Entscheidung über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Er wird schriftlich erlassen und enthält Angaben wie die vollständige Anschrift des insolventen Unternehmens und die Nennung des Insolvenzverwalters.

Was ist eine Forderungsanmeldung?

Gläubiger werden aufgefordert, ihre Forderungen innerhalb einer bestimmten Frist beim Insolvenzverwalter anzumelden, wie im Eröffnungsbeschluss des Insolvenzgerichts festgelegt.

Wer ist ein Gläubiger?

Insolvenzgläubiger sind diejenigen, die zum Zeitpunkt der Eröffnung des Insolvenzverfahrens eine Geldforderung gegen das insolvente Unternehmen haben. Das Insolvenzverfahren dient der Befriedigung ihrer Ansprüche. Hier finden Sie weitere Informationen, was Sie als Gläubiger wissen sollten: FAQs für Gläubiger.

Was bedeutet Insolvenz?

Eine Insolvenz tritt ein, wenn ein Unternehmen zahlungsunfähig oder überschuldet ist oder eine Zahlungsunfähigkeit droht. Das Unternehmen kann seine finanziellen Verpflichtungen, wie etwa Rechnungen, nicht mehr erfüllen. Im Insolvenzverfahren wird geprüft, ob das Unternehmen saniert werden kann oder eine Schließung notwendig ist. Weitere Informationen rund um die Insolvenz finden Sie hier: Info Insolvenzrecht.

Was bedeutet Insolvenzantragspflicht?

Ein Insolvenzverfahren wird grundsätzlich nur auf Antrag beim Insolvenzgericht eröffnet. Bestimmte Unternehmensformen, wie etwa GmbHs, sind gesetzlich verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen. Einzelunternehmen unterliegen keiner Insolvenzantragspflicht.

Was ist die Insolvenzmasse?

Die Insolvenzmasse umfasst das gesamte pfändbare Vermögen des insolventen Unternehmens, einschließlich des Vermögens, das vor und während der Insolvenz erworben wurde.

Was ist Insolvenzverschleppung?

Insolvenzverschleppung liegt vor, wenn ein insolventes Unternehmen den Insolvenzantrag verspätet stellt. Dies ist strafbar und sollte vermieden werden. Nicht alle Unternehmen sind jedoch insolvenzantragspflichtig, z. B. Einzelunternehmen, im Gegensatz zu GmbHs.

Was ist ein Insolvenzverwalter?

Der Insolvenzverwalter verwaltet und verwertet die Insolvenzmasse und verteilt den Erlös nach Abzug der Masseverbindlichkeiten an die Gläubiger. Er wird in jedem eröffneten Insolvenzverfahren durch das Insolvenzgericht ernannt und muss über die erforderlichen juristischen und wirtschaftlichen Kenntnisse verfügen, oft sind dies Fachanwälte für Insolvenzrecht.

Was ist ein Nachlassinsolvenzverfahren?

Das Nachlassinsolvenzverfahren dient der Haftungsbegrenzung eines Erben für die Schulden des Verstorbenen.

Was ist ein Regelinsolvenzverfahren?

Das Regelinsolvenzverfahren ist für alle Unternehmen verpflichtend, unabhängig von ihrer Rechtsform.

Was bedeutet Restschuldbefreiung?

Restschuldbefreiung bedeutet, dass dem insolventen Unternehmer am Ende des Verfahrens die verbleibenden Schulden erlassen werden.

Was ist ein Sachwalter?

Der Sachwalter überwacht das Schutzschirmverfahren und die Eigenverwaltung im Interesse der Gläubiger.

Wer ist ein Schuldner?

Ein Schuldner ist ein Unternehmen, das zahlungsunfähig, überschuldet oder von Zahlungsunfähigkeit bedroht ist.

Was ist ein Schutzschirmverfahren?

Das Schutzschirmverfahren ermöglicht es dem Unternehmen, unter Aufsicht eines Sachwalters weiter zu operieren und einen Sanierungsplan zu erstellen. Das Verfahren schützt vor Gläubigerzugriffen und soll dem Schuldner eine frühzeitige Sanierung ermöglichen. Voraussetzung ist, dass die Sanierung nicht offensichtlich aussichtslos ist, was durch ein Gutachten eines Krisen- und Sanierungsberaters bestätigt werden muss.

Was bedeutet Überschuldung?

Von Überschuldung spricht man, wenn das Vermögen eines Schuldners nicht ausreicht, um die Verbindlichkeiten zu decken. Dies kann durch eine positive Fortführungsprognose ausgeschlossen werden.

Was ist ein Verbraucherinsolvenzverfahren?

Das Verbraucherinsolvenzverfahren steht Privatpersonen sowie ehemals Selbstständigen offen, sofern diese weniger als 20 Gläubiger haben und keine Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen. Zum Insolvenzverfahren bei Einzelunternehmern finden Sie hier weitere Informationen: Insolvenzverfahren bei Einzelunternehmen.

Was bedeutet Zahlungsunfähigkeit?

Zahlungsunfähigkeit besteht, wenn ein Unternehmen seine fälligen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen kann. Dies ist der Fall, wenn es innerhalb von drei Wochen nicht in der Lage ist, 90 Prozent seiner fälligen Gesamtverbindlichkeiten zu begleichen.

Was ist Insolvenzgeld?

Insolvenzgeld ist eine finanzielle Leistung der Bundesagentur für Arbeit für Beschäftigte, deren Arbeitgeber zahlungsunfähig ist. Es ersetzt den ausstehenden Nettolohn für die letzten drei Monate vor dem offiziellen Insolvenzereignis.

Die Informationen und Auskünfte der IHK Schwaben enthalten nur erste Hinweise und ‎erheben daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Obwohl sie mit größtmöglicher ‎Sorgfalt erstellt wurden, kann eine Haftung für ihre inhaltliche Richtigkeit nicht ‎übernommen werden. Sie können eine Beratung im Einzelfall (z. B. durch einen ‎Rechtsanwalt, Steuerberater, Unternehmensberater etc.) nicht ersetzen.‎