Fünf Jahre lang waren die Innenstadtberater in Baden-Württemberg unterwegs, um Passanten zu befragen, Kommunen zu beraten und erfolgreiche Praxisbeispiele zu sammeln. Nun liegt das Ergebnis vor: ein „Rezeptbuch für eine attraktive Innenstadt“, das zeigt, was Besucher heute erwarten – und was Städte besser vermeiden sollten. Aus der Region zwischen Alb und Bodensee sind Langenau, Weingarten und Leutkirch als Praxisbeispiele in der Publikation vertreten.
Praxisnahe Handlungsanleitung für Städte unter 50.000 Einwohnern
Das Rezeptbuch basiert auf 123 Beratungen und rund 14.000 Befragungen im Rahmen des Förderprojekts des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Die Devise lautet: Gut für die Innenstadt ist, „was dem Gast schmeckt“. Für Kommunen, Wirtschaftsförderungen und lokale Akteure bietet die Publikation deshalb konkrete, leicht übertragbare Maßnahmen. „Wir geben heute konkrete Handlungsempfehlungen, damit jede Kommune und jeder Akteur für die eigene Umsetzung praxisbezogene Ideen und Impulse an die Hand bekommt“, erläutert Bernhard Nattermann als Handelsexperte der IHK-Bodensee-Oberschwaben.
Einkaufen bleibt Hauptmotiv, Erreichbarkeit der Schlüssel
Die IHK-Regionen Ulm und Bodensee-Oberschwaben arbeiten seit Jahren im Projekt Innenstadtberatung zusammen – eine fruchtbare Basis für das neue „Kochbuch“. „Lebendige Innenstädte sind keine Selbstläufer. Einkaufen bleibt das wichtigste Besuchsmotiv der untersuchten Innenstädte“, betont Petra Engstler-Karrasch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ulm, und Sönke Voss, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, ergänzt: „Erreichbarkeit allein ist kein Attraktivitätsmerkmal, aber ohne gute Erreichbarkeit für die Zielgruppen zeigen auch viele Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung kaum Wirkung.“ Das Rezeptbuch zeigt damit klar: Attraktive Innenstädte entstehen dort, wo Kommunen, Handel, Gastronomie und weitere Akteure gemeinsam an den richtigen Stellschrauben drehen.
WAB