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Sich in der Krise absetzen
Mini-Wirtschaftswachstum? Magni Deutschland denkt trotzdem groß. Das Unternehmen investiert in einen neuen Standort, um dort die Hallen- und Lagerfläche zu verfünffachen.
„Als Unternehmer ist es wichtig, Investitionsentscheidungen nicht nach Schlagzeilen zu treffen, sondern nach Fakten“, sagt Alexander Reisch, Geschäftsführer der Magni Deutschland GmbH. Das Unternehmen ist die Deutschland-Zentrale der italienischen Magni Telescopic Handlers Srl und für Vertrieb, Service sowie Ersatzteilversorgung der Teleskopstapler und Arbeitsbühnen in der gesamten DACH-Region zuständig. „Im Jahr 2020 haben wir trotz Corona-Pandemie auf 25 Hektar Fläche unser neues Werk am Unternehmenshauptsitz in Castelfranco Emilia gebaut“, erzählt Reisch und fährt fort: „Statt abzuwarten wie viele andere, haben wir zudem alle am Markt verfügbaren Komponenten aufgekauft und waren anschließend in der glücklichen Lage, durchgehend produzieren zu können“. Der Effekt: In den folgenden drei Jahren hat die Gruppe ihren Umsatz verdreifacht.
Magni Deutschland baut in Dülmen einen neuen Standort, der fünfmal so groß ist wie der bisherige Firmensitz. Für Geschäftsführer Alexander Reisch eine logische Entscheidung.
„Eine Krise ist der beste Zeitpunkt, um sich vom Wettbewerb abzusetzen“, weiß Reisch. Expandieren statt lamentieren: Auch Magni Deutschland folgt diesem Prinzip. Nach der Gründung der deutschen Niederlassung in 2017 hat die Firma aus Platzgründen ihren ersten Sitz in Selm verlassen, jetzt ist es auch auf dem Areal in Greven eng geworden. „Wir haben eine klare Wachstumsstrategie, die der Standort nicht mehr abbilden kann“, erklärt Reisch, der Magni Deutschland von 0 auf jährlich rund 100 Millionen Euro Umsatz geführt hat.
50 neue Arbeitsplätze
Die Zuversicht des Geschäftsführers kommt nicht von ungefähr: Magni-Produkte werden stark nachgefragt, mehr als 2.200 Maschinen verkauft das Unternehmen zurzeit pro Jahr in der DACH-Region. Abnehmer sind vor allem Vermietunternehmen beziehungsweise Mietparks sowie Vertriebspartner in Bau- und Landwirtschaft. Zum Einsatz kommen die Maschinen vor allem im Hochbau, in der Industrie und in der Logistik. Der Markt wird weiterwachsen, ist sich Reisch sicher: Sanierung und Ausbau der Infrastruktur, der Bau-Stau im Wohnungsbau und der Ausbau großer Logistikzentren unterschiedlichster Branchen stimmen ihn zuversichtlich. „Dann werden Lösungen aus der Höhenzugangstechnik benötigt, und wir kommen ins Spiel“, erklärt er. Aus seiner Sicht wäre es das größere Risiko, den Expansionskurs jetzt auszusetzen, zumal er von einer Verbesserung der Marktlage in 2026 ausgeht. „Wenn die Konjunktur wieder anspringt, wollen wir aufgestellt sein und aus dem Vollen schöpfen“, sagt Reisch.
Zum 1. April 2026 soll der Neubau der Magni-Deutschlandzentrale im Gewerbegebiet Dülmen-Nord fertiggestellt sein – mit 7.500 Quadratmeter Hallen- und Lagerfläche, dazu 500 Quadratmeter Werkstatt- sowie 1.400 Quadratmeter Bürofläche. Dank effizienterer Logistik und Prozessabläufe sowie der erweiterten Lagerflächen ist es geplant, am neuen Standort Bestellungen binnen 24 Stunden auszuliefern. Am neuen Standort entsteht außerdem ein großzügiges Schulungszentrum. Darüber hinaus will Magni bis zu 50 weitere gewerbliche und kaufmännische Arbeitsplätze schaffen. Etwas mehr als zehn Millionen Euro investiert Magni Deutschland in die Errichtung des neuen Firmensitzes. Eingesetzt werden Eigenmittel und Bankdarlehen, aber keine öffentliche Förderung. Das Unternehmen geht andere Wege der Risikominimierung: „Modulare Bauweise macht flexibel, denn so vermeiden wir, dass wir zu viel auf einmal erstellen“, erklärt Reisch und fügt an: „Erweitern können wir dann immer noch“. Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Bei Magni kann das schnell passieren.
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
