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Ein guter Ort zum Weiterwachsen
Der Borkener Modehändler Cohausz investiert einen hohen sechsstelligen Betrag in einen zusätzlichen Standort in Coesfeld. Das Westmünsterland schätzt das Geschäftsführer-Paar als guten Ort zum Weiterwachsen ein.
Moritz (43) und Katharina Schmidt (41) setzen auf Wachstum: Anfang März eröffnen die Borkener Modehändler eine weitere Filiale in Coesfeld. Ziel ist es, Synergien zu schaffen und Kosten zu sparen.
„Wir haben klar festgelegt, dass wir wachsen wollen und müssen, um unser Unternehmen zukunftsfest zu gestalten“, sagt Moritz Schmidt. Der 43-Jährige führt zusammen mit seiner Frau Katharina (41) drei Modehäuser in Borken: das „Modehaus Cohausz“, „COCO WOMAN“ und „PICO Cohausz Kids“. Das Unternehmen ist ein Familienunternehmen, Katharina und Moritz Schmidt sind die siebte Generation, die den Betrieb führt. Für die Eheleute ist das kein Grund, alles beim Alten zu belassen. Die Schmidts – beide gelernte Bankkaufleute und studierte Betriebswirte – wissen, wie Unternehmensführung geht und was einen Betrieb noch wirtschaftlicher macht. „Wir haben immer gesagt: Wenn jemand auf uns zukommt und seinen Standort abgeben will, prüfen wir das“, erklärt Moritz Schmidt. Und genau das ist Anfang 2025 passiert. Über das Branchennetzwerk „fashionconsult“ von Leo Faltmann erhalten die beiden Kontakt zu Peter Heckmann, der sein Modegeschäft in Coesfeld abgeben möchte, um sich mehr auf die Filialen in Haltern am See zu konzentrieren. Die Chemie zwischen den Unternehmern stimmte, und sie einigten sich schnell auf die Übernahme des 1800 Quadratmeter großen Ladenlokals. Nahezu alle Mitarbeiter von Heckmann konnten übernommen werden, doch bei der Gestaltung des Ladenlokals und der Ware stand ein Neustart an.
Umbau durch niederländischen Ladenbauer
Für den Umbau und das neue Design des Ladenlokals investierten die Schmidts einen hohen sechsstelligen Betrag. „Wir haben ja auch in Borken regelmäßig neue Filialen eröffnet oder umgebaut. Seit einiger Zeit machen wir das gemeinsam mit einem niederländischen Architekten und Ladenbauer, der Firma Binnenbrand“, sagt Schmidt. Die Niederländer seien in diesem Bereich Trendsetter und verstünden es, modernes Design mit Funktionalität in Einklang zu bringen.
Finanziert wurde der Umbau mit dem Förderprogramm „NRW.BANK Gründung und Wachstum“. Für die Weiterbildung und Qualifizierung der Mitarbeitenden nutzte das Unternehmen Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit. Eine wichtige Investition war auch die Erstbestückung mit Ware, die ebenfalls im hohen sechsstelligen Bereich lag. Bereits Ende Januar traf ein erheblicher Teil der Ware ein, obwohl die Filiale noch nicht eröffnet war. „Die Ware liegt hier, aber sie muss ja im Normalfall auch zeitnah bezahlt werden“, beschreibt Schmidt die Situation. Gemeinsam mit den Lieferanten wurden daher besondere Valuta-Regelungen vereinbart. Das bedeutet, dass die Schmidts in vielen Fällen die Ware später bezahlen dürfen – passend zur geplanten Eröffnung Anfang März.
Umbaukosten in sechsstelliger Höhe: Die neue Filiale des Modehaus Cohausz in Coesfeld wurde von einem niederländischen Ladenbauer gestaltet (hier als Modellansicht zu sehen). Das Förderprogramm „NRW.BANK Gründung und Wachstum“ half bei der Finanzierung.
Synergien schaffen
Die Übernahme der zusätzlichen Filiale ist für Moritz Schmidt eine Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen und Kostensteigerungen in vielen Bereichen: Er will Synergien schaffen. „Wir können die Overhead-Kosten, also Kosten, die für alle Standorte anfallen, wie Verwaltungs-, IT- und Einkaufskosten auf eine größere Umsatzbasis legen.“ Schmidt nennt ein Beispiel: „Wenn unser Einkaufs-Team loszieht, um die Winterware für das nächste Jahr einzukaufen, wollen wir nicht 20 zusätzliche Termine produzieren. Wir wollen den ohnehin bestehenden Termin einfach für zwei Häuser nutzen. Das ist schon eine hohe Stellschraube.“ Rund 90 Prozent der Marken aus Borken sollen künftig auch in Coesfeld geführt werden. Einkauf, Warensteuerung und Marketing werden entsprechend abgestimmt.
Coesfeld ein stabiles Pflaster
Und warum investieren die Borkener genau jetzt, trotz der wirtschaftlichen Flaute in Deutschland? „Wir sind als Konsumbranche von der Kaufkraft der privaten Haushalte abhängig und hängen damit an allen wirtschaftlichen Entwicklungen“, ordnet Schmidt ein. Wenn größere Industrieunternehmen oder auch mittelständische Betriebe in Schwierigkeiten gerieten, wirke sich das unmittelbar auf den Einzelhandel aus. Für das westliche Münsterland sieht er allerdings stabile Voraussetzungen. Die Region sei stark vom Mittelstand geprägt, viele Unternehmen stünden langfristig solide da. Eine Konsumzurückhaltung sei zwar spürbar, falle jedoch weniger stark aus als in manchen Ballungszentren. „Die Kaufkraft in Coesfeld schätze ich als sehr stabil ein“, sagt er. Ein guter Ort zum Weiterwachsen.
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Redaktion Wirtschaftsspiegel
